Dachau – In einer sechs Stunden dauernden Mammutsitzung des Kreistags und seiner Ausschüsse sind die Kreisräte gestern sämtliche Einzelhaushalte für das Jahr 2024 in puncto Sparpotenziale durchgegangen. Dabei hatte die Verwaltung bereits auf den von CSU, FW Landkreis, SPD und Grünen gestellten interfraktionellen Eilantrag zum aktuellen Haushaltsentwurf (wir berichteten) reagiert und in den Hunderte von Seiten umfassenden Sitzungsvorlagen Vorschläge gemacht, wie der Kreis die von den vier Fraktionen geforderten zehn Prozent der Kosten einsparen könne.
Doch damit nicht genug. Gleich zu Beginn des Treffens gestern kam ein weiterer Antrag der CSU hinzu. Dessen Tenor: noch mehr sparen!
Dieter Kugler begründete das Begehr seiner Partei. „Leider haben die vorliegenden Einsparvorschläge ihre vorgegebene Zielmarke für eine Kreisumlage von maximal 49,99 Punkten Hebesatz noch nicht erreicht“, so der Röhrmooser Bürgermeister. Daher solle die Verwaltung weitere Kürzungsmöglichkeiten erarbeiten. „Sollten weitere Leistungs- oder Aufgabeneinschränkungen notwendig sein, so ist das seitens der Verwaltung darzustellen.“
Bei dem „Aufgalopp“ (Kreiskämmerer Michael Mair) zum großen Einsparen ging es gestern schon ans Eingemachte. So wurden etwa die Kosten für die Bleistifte eine Schulpsychologin genannt. Und es gab eine heiße Diskussion, ob der Klimaaktionstag wieder stattfinden soll oder nicht. Am Ende stand fest: Es gibt weniger Stifte und keinen Infotag zum Thema Wetter. In vielen anderen Bereichen müssen die einzelnen Ressorts mit weniger Geld auskommen (Bericht folgt).
Nach den Einsparbeschlüssen gestern „liegen wir jetzt bei 51 Punkten“, sagte Mair. Die neuen Vorschläge der Verwaltung, die auf Grund des CSU-Antrags notwendig werden, sollen in einer Sitzung am 19. April vorgestellt werden, bevor am 30. April der Haushalt 2024 endgültig verabschiedet wird. (Bericht folgt). THOMAS ZIMMERLY