Diese Fluggäste müssen bald mehr zahlen

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Wer Business Class fliegt, zahlt bald drauf: Acht Länder planen eine neue Flugsteuer auf teure Tickets. Aber auch Economy-Passagiere könnten betroffen sein.

Wer gerne in der Business Class fliegt oder sich sogar einen Privatjet leisten kann, muss sich auf deutlich höhere Kosten einstellen. Eine Koalition aus acht Ländern plant eine neue Luxus-Flugsteuer, die bereits 2026 in Kraft treten könnte. Betroffen sind alle Flüge von und zu den Koalitionsländern – darunter Frankreich, Spanien und mehrere karibische Staaten.

Diese Länder führen die neue Flugsteuer ein

Die sogenannte „Solidaritätskoalition“ besteht aus Frankreich, Kenia, Barbados, Spanien, Somalia, Benin, Sierra Leone und Antigua und Barbuda. Diese Länder kündigten die Initiative Ende Juni 2025 bei einer UN-Entwicklungskonferenz in Sevilla an, wie unter anderem Business Traveller berichtet. Ihr Ziel: Milliarden für den Klimaschutz sammeln.

Diese Fluggäste müssen bald mehr zahlen. © Imago (Montage)

Bis zu 78 Milliarden Euro jährlich: Laut einer Studie der niederländischen Beratungsfirma CE Delft (via Business Traveller) könnte eine globale Premium-Flugsteuer jährlich über 78 Milliarden Euro einbringen. Das Geld soll in Klimaschutzprojekte und nachhaltige Entwicklung fließen – etwa in den Bau von Hochwasserschutz oder Dürre-Bekämpfung.

Warum gerade Luxus-Flieger zahlen sollen

Die Begründung der Koalition ist simpel: Wer sich teure Flüge leistet, verursacht überproportional viele Emissionen. Privatjets stoßen bis zu zehnmal mehr CO₂ pro Person aus als Economy-Flüge. Weniger als ein Prozent der Weltbevölkerung ist für über die Hälfte der luftfahrtbezogenen Umweltverschmutzung verantwortlich. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron betonte bei der Ankündigung: Wer von der Globalisierung profitiert hat, soll stärker zur Finanzierung beitragen.

Luftfahrt-Branche schlägt Alarm: Die International Air Transport Association (IATA) nennt die geplante Steuer einen „Schlag in die Magengrube“. IATA-Chef Willie Walsh warnt: Die geschätzten Steuereinnahmen seien dreimal so hoch wie der gesamte Jahresgewinn aller Fluggesellschaften weltweit.

Die Branche befürchtet massive Auswirkungen. Premium-Reisende sind entscheidend für die Rentabilität vieler Flugstrecken. Werden sie abgeschreckt, könnten Fluggesellschaften Routen streichen oder die Kosten auf alle Passagiere umlegen.
In Italien werden Flugreisen derweil einfacher.

Auch Economy-Passagiere könnten betroffen sein

Obwohl die Steuer nur Luxus-Flieger treffen soll, warnt die IATA vor Auswirkungen auf alle Reisenden. Fluggesellschaften arbeiten bereits mit geringen Gewinnmargen von nur 3,4 Prozent. Zusätzliche Kosten würden wahrscheinlich weitergegeben – auch an Economy-Passagiere.

Die Branche argumentiert außerdem, dass weniger Premium-Einnahmen die Routenvielfalt bedrohen. Besonders abgelegene Gebiete und kleinere Tourismusmärkte könnten schlechter angebunden werden.

Wann kommt die neue Luxus-Flugsteuer?

Die genauen Details sollen vor dem UN-Klimagipfel in Brasilien, Ende 2025 feststehen. Die Koalition hofft, weitere Länder für ihre Initiative zu gewinnen. Bei Erfolg könnte die Steuer bereits 2026 eingeführt werden. Wer regelmäßig Business Class oder First Class fliegt, sollte sich auf deutlich höhere Kosten einstellen. Besonders betroffen sind Flüge von und zu den acht Koalitionsländern. Experten raten zu frühzeitiger Buchung und flexiblen Reisedaten, um noch günstigere Tarife zu sichern.
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