Startschuss für Altenpflegeschule in Garmisch-Partenkirchen: Ein „einzigartiges Projekt“

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Der Austausch zwischen Pflege und Forschung ist ein Thema, das an der neuen Berufsfachschule für Altenpflegehilfe im Fokus steht. © TU München

Der Campus steht bislang nur auf dem Papier. Die Umsetzung dauert. Darauf wartet die Caritas aber nicht und startet schon jetzt ihre Berufsfachschule für Altenpflegehilfe in Garmisch-Partenkirchen. Zum Schuljahresbeginn im September stehen dort 27 Plätze zur Verfügung.

Garmisch-Partenkirchen – Der Pflegenotstand ist längst schon in Deutschland angekommen. Die Kosten für einen Platz im Pflegeheim sind hoch, es mangelt aber an Personal. In den kommenden Jahrzehnten wird die Herausforderung sogar noch größer. Allein in der Region stehen deshalb bereits bis zu 30 Prozent der möglichen stationären Pflegeplätze nicht zur Verfügung, rechnet Alexander Huhn, Kreisgeschäftsführer des Caritas-Zentrums Garmisch-Partenkirchen, vor. Dem setzt der Caritasverband der Erzdiözese München und Freising nun etwas entgegen: Zum 1. September nimmt die neue Berufsfachschule für Altenpflegehilfe in Garmisch-Partenkirchen ihren Betrieb auf. Ein Schritt von enormer Bedeutung für den gesamten Landkreis, findet Huhn. „Wir müssen die Altenpflege insgesamt unbedingt stärken und die Bildungschancen hier im Sozialraum erhöhen.“

Interimsstandort, bis der Campus am Bahnhof fertig ist

Los geht‘s mit einer Klasse mit bis zu 27 Schülern, vier bis fünf Lehrern und einer Verwaltungskraft nach einer Praxiswoche am 10. September im AOK-Gesundheitstreff. „Ein Interimsstandort, bis der Campus am Bahnhof fertiggestellt ist“, sagt Birgitta Greilinger, Verantwortliche für die Entwicklung und Leitung des Bildungszentrums. Sie ist wie ihre Kollegen dankbar für diese Möglichkeit. Endlich können Schulabgänger, aber auch Quereinsteiger – „das sind überwiegend Menschen, die schon ohne Abschluss in den Einrichtungen arbeiten“ – vor Ort zum Pflegefachhelfer mit Schwerpunkt Altenpflege ausgebildet werden. Die nächste Schule dieser Art befindet sich in Schongau, was angesichts der schlechten Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln sicher viele abschreckte.

Die Schule finanziert der Wohlfahrtsverband größtenteils aus Eigenmitteln. Etwa ein Drittel der sechsstelligen Summe, konkreter wird Caritas-Sprecherin Karolin Herzog nicht, werde bezuschusst. Bereits im kommenden Jahr „wollen wir die dreijährige generalistische Ausbildung draufsetzen“, kündigt Greilinger an. Dann werden auch die gesamten Räumlichkeiten des Gesundheitstreffs an der Hindenburgstraße genutzt. Und das so lange, bis der Neubau auf dem Areal westlich des Bahnhofs steht. „Laut Plan soll das 2027 der Fall sein“, sagt Herzog. Aber man wisse ja, dass es beim Bau immer wieder zu Verzögerungen kommen kann.

Zusammenarbeit mit Klinikum angestrebt

Sobald der Unterricht läuft, richtet Greilinger den Fokus erneut auf die angestrebte Zusammenarbeit mit dem Klinikum Garmisch-Partenkirchen. „Wir müssen wieder ins Gespräch kommen“, betont sie. „Der Fachkräftemangel betrifft uns schließlich alle.“ Das Gemeinschaftsprojekt der Marktgemeinde und ihrer Partner, der sogenannte Campus, nennt sie „einzigartig“. Aktuell planen der Diözesan-Caritasverband München-Freising, die LongLeif GaPa gGmbH und die Technische Universität München hier einen Ort der Entwicklung und der Moderne, an dem Forschung, Lehre und Pflege Hand in Hand gehen. Die aktuelle Schulgründung ist Herzog zufolge Teil des Campusprojekts und der erste Schritt hin zu einer zukunftsorientierten Pflegeausbildung sowie zu einem innovativen Bildungszentrum.

Kooperationen im Hinblick auf die Ausbildung bestehen bereits mit dem Altenheim St. Vinzenz (Caritasverband), dem Alten- und Pflegeheim Lenzheim (Rummelsberger Diakonie) und weiteren Pflegeheimen im Landkreis ebenso wie mit ambulanten Pflegediensten. „Das ist auch wichtig für die praktische Ausbildung“, erklärt Greilinger. Die 27 Schüler werden in Blöcken unterrichtet – 700 Stunden Theorie und 800 Stunden Praxis.

Noch gibt es freie Plätze

an der neuen Berufsfachschule für Altenpflegehilfe in Garmisch-Partenkirchen. Interessierte können sich unter www.pflegeschule-gap.de informieren und per Mail an pflegeschule-gap@caritasmuenchen.org melden.

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