Neonazi Liebich geflohen: Irre Show vor Haftantritt – wirrer Post über „Zaubertrick“

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Offenbar Flucht ins Ausland. Marla-Svenja Liebich ist nicht zum Haftantritt erschienen und erlaubt sich eine Show – vor dem Gefängnis und auf X.

Chemnitz – Ein Neonazi will die deutschen Behörden an der Nase herumführen. Marla-Svenja Liebich hat die Haft im Frauengefängnis Chemnitz nicht angetreten, weshalb nun ein Vollstreckungshaftbefehl vorliegt. Oberstaatsanwalt Dennis Cernota erklärte der Deutschen Presse-Agentur am späten Freitagbend (29. August): „Frau Liebich war bis heute um 18 Uhr zum Haftantritt geladen“. Er machte jedoch „aus operativtaktischen Gründen“ keine weiteren Angaben zu den Fahndungsmaßnahmen.

Marla-Svenja Liebich erschien nicht wie angekündigt zum Haftantritt, jetzt läuft ein Haftbefehl. © Hendrik Schmidt/Sebastian Willnow/picture alliance/dpa

Zuvor hatte die Verurteilte, damals noch als Sven Liebich bekannt, auf der Plattform X angekündigt, ihre Haftstrafe am Freitagabend um 22 Uhr anzutreten und davor für Interviews zur Verfügung zu stehen. Etwa 60 Demonstrierende, die laut Polizei von der Splitterpartei Freie Sachsen mobilisiert worden waren, versammelten sich daraufhin vor der Justizvollzugsanstalt.

Liebich-Flucht vor Haftantritt: Audiodatei vor Gefängnis abgespielt – dann folgt wirrer Post auf X

Während der Versammlung wurde eine Audiodatei abgespielt, die „mutmaßlich von der Person, die heute hier die Haft antreten wollte“ stammte, so ein Polizeisprecher. In dieser Nachricht erklärte Liebich, dass sie sich „unpässlich fühlt“ und „in ein Drittland abgesetzt hat“. Nach Bekanntwerden der Flucht beendete die Polizei sowohl die Versammlung als auch ihren Einsatz vor dem Gefängnis.

In einem später am Abend veröffentlichten Beitrag auf X schrieb Liebich: „Das Kunststück eines Zaubertricks: Alle Augen werden auf die Kulisse gelenkt, während das Objekt im Schatten verschwindet. Niemand wusste von meinem Entschluss – kein Anwalt, keine Familie. Was folgt? Ein internationaler Haftbefehl.“ Der Beitrag enthielt zudem ein offenbar mit KI-generiertes Bild mit der Überschrift: „Liebesgrüße aus Moskau“, in Anlehnung an den James-Bond-Klassiker.

Dobrindt fordert Anpassungen an Selbstbestimmungsgesetz wegen Liebich

Im Juli 2023 war Liebich wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu einer 18-monatigen Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt worden. Später ließ Liebich Geschlechtseintrag und Namen ändern, ganz augenscheinlich, um das Selbstbestimmungsgesetz lächerlich zu machen. Liebich war wiederholt mit queerfeindlichen Aussagen aufgefallen.

Der Fall hat mittlerweile auch eine bundespolitische Diskussion über das im November 2024 eingeführte Selbstbestimmungsgesetz entfacht. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte dem Nachrichtenportal ZDFheute.de: „Der Geschlechterwechsel scheint hier eindeutig ein Missbrauchstatbestand zu sein“ und forderte Anpassungen am Gesetz. (dpa/moe)

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