Knapp 300 Absolventen der Tölzer FOS/BOS wurden am Freitag im Kurhaus verabschiedet. 49 Schüler haben sogar eine Eins vor dem Komma. Es gab eine launige Feier.
Bad Tölz - Geschafft! 295 Absolventinnen und Absolventen der Tölzer Fachober-/Berufsoberschule (FOS/BOS) holten am Freitag ihre Abschlusszeugnisse auf der Bühne im Kurhaus Bad Tölz ab. Bei der zweigeteilten Entlassfeier verabschiedete sich die Schule von 221 Fachabiturienten und 74 Abiturienten. Insgesamt 49 von ihnen können sogar eine Eins vor dem Komma vorweisen.
Bürgermeister Mehner singt „Major Tom“ im Kurhaus
Stimmung in den Saal brachte Lehrer und Moderator Markus Theil, der die Schüler gruppenweise aufforderte, Peter Schillings „Major Tom“ zu singen. Auch der Tölzer Bürgermeister Ingo Mehner kam nicht um ein Ständchen via Mikrofon herum.
So wie im Vorjahr bereits erstmals praktiziert, verzichtete die Schule auch in diesem Jahr auf Reden bei der Abschlussfeier. Stattdessen fanden sich auf der Bühne in einer lockeren Runde neben Theil Ingo Mehner, Vize-Landrat und Landtagsabgeordneter Thomas Holz, Schulleiter Andreas Stefan, Schülervertreter Kilian Jantzen sowie Elternbeiratsvorsitzender Oliver Gießler-Fichtner ein. Dabei ging es um die Leitfrage, was man zu Schulzeiten gelernt hat, das man heute noch braucht. „Damals habe ich es nicht zu schätzen gewusst, aber man bekommt nie wieder wertvolle Allgemeinbildung so auf dem Silbertablett serviert, wie zu Schulzeiten“, sagte Mehner. Schulleiter Stefan meinte, ihm sei als Schüler erst spät bewusst geworden, wie viele Freiheiten man zu Schulzeiten gehabt hat. „Das wird in dieser Form nie wieder kommen.“
Landtagsabgeordneter erzählt humorvolle Anekdote aus seiner Schulzeit
Thomas Holz erzählte von seinem Latein-Leistungskurs, bei dem gleich viele Mädchen wie Buben angemeldet waren. „Wir Jungs sind irgendwann zu dem Entschluss gekommen, dass es nicht mehr viel schlechter laufen kann für uns, also sind wir gar nicht mehr in den Unterricht gegangen.“ Stattdessen fand sich die Gruppe im „Ratskeller“ zum Schafkopfen ein. „Dort hat uns dann eines Tages die Lehrerin mit den anderen Schülerinnen heimgesucht, sich dazugesetzt und dort die Latein-Stunde gehalten.“ Was Holz aus dieser Aktion fürs Leben gelernt habe, hakte Theil nach. Der Politiker antwortete: „Na, Schafkopfen.“
Neben humorvollen Anekdoten aus den eigenen Schuljahren gab es auch jede Menge Tipps für die Absolventen für ihren weiteren Weg. „Ausprobieren bringt oft weiter als studieren“, sagte Oliver Gießler-Fichtner. Und auch Ingo Mehner forderte die Absolventen auf: „Geht raus, aus Bad Tölz in eine andere Stadt oder ins Ausland, probiert was aus, aber kommt bitte in ein paar Jahren wieder zu uns zurück.“
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Der stolze Schulleiter Stefan meinte: „Ihr habt heute einen Meilenstein in eurem Leben gelegt, feiert das.“ Holz‘ Appell: „Lasst es krachen. Heute habt ihr allen Grund dazu. Der Ernst des Lebens holt euch schon wieder früh genug ein.“
Schüler spielt Franz Liszt auf dem Flügel - Saal begeistert
Den musikalischen Rahmen der gut zweistündigen Veranstaltung im Kurhaus bildeten verschiedene Gesangs- und Instrumentaleinlagen von den Absolventen. Große Anerkennung und Respekt für seine musikalische Leistung zollte der Saal Benedikt Simon, der am Flügel das anspruchsvolle klassische Stück von Franz Liszt „Liebestraum Nummer Drei“ darbot. Es gab tosenden Applaus.
Nach den Ehrungen der Jahrgangsbesten – sie bekamen einen Büchergutschein und einen Regenschirm – kamen die Absolventen klassenweise auf die Bühne, um sich ihre Zeugnisse und eine Sonnenblume abzuholen.