Im Berufungsprozess um die Erpressung der Familie von Michael Schumacher hat die langjährige Managerin des Ex-Formel-1-Helden, Sabine Kehm, über die Folgen gesprochen. Das berichtet "20minuten.ch". Demnach sei das Verhältnis zu den Angestellten der Familie stark getrübt worden. Von einem "Vertrauensbruch" spricht Kehm. Die Familie sei "vorsichtiger" geworden.
Sabine Kehm: "Extrem perfide, dass man das Leid so ausnutzen will"
Kehm sagte laut "20minuten.ch" weiter vor Gericht: "Corinna verfolgt das schon mit Verbitterung." Es gebe keine Rechtfertigung für eine Erpressung, "selbst wenn man sich trennt und darüber nicht glücklich ist". Sie finde es "extrem perfide, dass man das Leid so ausnutzen will".
Solche Aktionen machen laut Kehm die Familie Schumacher "ein Stück weit unfrei". Denn in Folge der Erpressung sei es auch verstärkt zu medialer Berichterstattung gekommen. "Klar, dass gewisse Medien wieder Fotografen an das Gelände schicken", so die Schumi-Managerin.
Drei Urteile sind gefallen - gegen zwei läuft Berufung
Die Erpresser hatten versucht, von der Familie Schumacher 15 Millionen Euro zu bekommen. Sie drohten, Fotos und Videos des 2013 schwer verunglückten Schumacher über das Darknet zu veröffentlichen.
Im Februar 2025 fielen deshalb vor dem Wuppertaler Amtsgericht folgende Urteile:
- 3 Jahre Haft für den Haupttäter wegen schwerer versuchter Erpressung
- 2 Jahre Haft auf Bewährung für einen Ex-Security-Mitarbeiter der Familie wegen Beihilfe
- 6 Monate auf Bewährung gegen den Sohn des Hauptangeklagten wegen Beihilfe
Anklage und Verteidigung hatten in der Folge gegen die ersten beiden Urteile Berufung eingelegt. Ein endgültiges Urteil soll Anfang Dezember fallen.
Über Michael Schumachers genauen Gesundheitszustand ist weiterhin nichts bekannt. Der Anwalt der Familie hatte vor einiger Zeit erklärt, warum das so ist.