Nach 157 Jahren ist Schluss: Der Weilheimer Veteranen- und Reservistenverein, der aktuell nur noch 18 Mitglieder zählt, löst sich auf.
Weilheim – Als sich der Weilheimer Veteranen- und Reservistenverein 1868 gründete, war Bayern noch ein Königreich und Ludwig II. hatte das Sagen. Doch während die Geschichte des Märchenkönigs durch seine Bauwerke – jüngst zum Weltkulturerbe erklärt – weiterlebt, endet jene des Weilheimer Veteranenvereins derzeit. Der Verein löst sich auf.
Keiner will mehr ein Amt übernehmen: Traditionsverein muss sich auflösen
„Bei den Wahlen hat sich keiner mehr bereiterklärt, ein Amt zu übernehmen“, erklärt der aktuelle und damit auch letzte Vorsitzende des Vereins, Bernhard Decker (81). Nur noch 18 Mitglieder hat der Verein aktuell, und die sind alle nicht mehr die jüngsten: „Das Durchschnittsalter im Verein liegt bei 83. Ein paar Mitglieder sind auch schon schwer krank.“ Bei Versammlungen seien immer die gleichen Leute dabei, Nachwuchs gibt's keinen. Das Tragen der Fahne bei Veranstaltungen falle mittlerweile allen Vereinsmitgliedern sehr schwer.
Auch wenn ihm die Entscheidung nicht leicht gefallen ist, wurde Bernhard Decker, rund 40 Jahre lang Vorsitzender, irgendwann klar: Der Weilheimer Veteranenverein hat keine Zukunft mehr. Aktuell sind nur noch ein paar Formalitäten zu klären, dann ist der Verein offiziell Geschichte.
2018 wurde noch groß Geburtstag gefeiert
Zu den Höhepunkten des Vereins in den vergangenen Jahren gehörte neben zahlreichen Ausflügen und regelmäßigen Treffen zweifelsohne die große 150-Jahr-Feier 2018. Im feierlichen Zug, musikalisch begleitet von der Weilheimer Stadtkapelle, marschierten die Mitglieder des Veteranenvereins (zu diesem Zeitpunkt waren es noch 46 Personen) von der Kirche St. Pölten zum Kriegerdenkmal.
Damals konnte noch niemand ahnen: Eine 160-Jahr-Feier wird es nicht mehr geben.