Flugzeug-Passagierin gibt Fensterplatz nicht an Kind und wird böse angefeindet – jetzt zieht sie Konsequenzen

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Aus einem normalen Inlandsflug wird ein Gerichtsdrama, bei dem zwei Frauen um ihre Reputation und eine Entschädigung kämpfen.

Rio de Janeiro – Ein Sitzplatz-Streit im Flugzeug wird zum landesweit beachteten Drama: Die 29-jährige Jeniffer Castro aus Brasilien weigerte sich, ihren Fensterplatz an ein weinendes Kind abzugeben – und steht nun vor Gericht. Nicht jedoch als Angeklagte, sondern als Klägerin. Was als normaler Inlandsflug begann, entwickelte sich zu einem Internet-Skandal mit dramatischen Folgen. Eine Airline ließ jüngst indes eine Urlauberin nach einem Handgepäck-Streit am Flughafen stehen.

Eine Frau aus Brasilien wurde nach einer Diskussion im Flugzeug angefeindet. © Screenshot

Am 4. Dezember 2024 bestieg Castro laut Globo einen Flug der GOL Airlines von Rio de Janeiro nach Belo Horizonte. Als sie ihren vorab gebuchten Fensterplatz erreichte, saß dort bereits ein Kind. Castro wartete darauf, dass das Kind seinen richtigen Platz einnahm, und setzte sich schließlich auf ihren bezahlten Platz. Die Situation eskalierte schnell. Die 54-jährige Anwältin Eluciana Cardoso filmte die Szene und beschimpfte Castro öffentlich. „Sie wollte nicht mit dem Kind tauschen, das nervös ist. Nur, weil sie nicht den Platz tauschen will. Sie haben keine Empathie mit den Menschen“, warf sie der Bankerin vor, während Castro ruhig mit Kopfhörern dasaß.

Eskalation in brasilianischem Flugzeug: Vom Shitstorm zum Rechtsstreit

Das Video verbreitete sich rasend schnell in sozialen Medien und machte Castro über Nacht berühmt. Die Folgen waren jedoch verheerend: Castro litt unter massiven psychischen Belastungen. Viele Nutzer stellten sich jedoch auch auf ihre Seite und verteidigten ihr Recht auf den bezahlten Sitzplatz.

Jetzt schlägt Castro zurück. In einem Podcast verkündete sie: „Ich verklage die Airline und die Frau. Sie haben keine Hilfe geleistet, haben nicht gefragt, ob ich etwas brauche“. Castro wirft der Fluggesellschaft vor, nicht eingegriffen zu haben, als sie öffentlich bloßgestellt wurde. Laut ihrer Rechtsberatung basiert die Klage gegen GOL auf dem „Mangel an Unterstützung für die Passagierin während der Demütigung“ und der Missachtung der ANAC-Richtlinien zum Sitzplatzwechsel, wie InfoMoney berichtet. Die Airline habe sich auf die Seite der anderen Passagiere gestellt.

Flugzeug-Streit in Brasilien: Anwältin unter Beschuss

Eluciana Cardoso, die das Video drehte, steht unter Druck. Castro zweifelt an der Aufrichtigkeit ihrer Entschuldigung im TV. Cardoso, die auch als Ernährungsberaterin und Autorin arbeitet, erklärte laut Terra inzwischen: „Ich lebe einen Tsunami“. Sie wird wegen Verleumdung und Beleidigung verklagt, da sie Castro ohne Erlaubnis filmte und in einem als aggressiv bewerteten Kontext exponierte.

Castro hat ihren Job bei der Bank aufgegeben und mittlerweile über 2,3 Millionen Instagram-Follower gewonnen. Sie arbeitet nun als Influencerin. Ihre plötzliche Berühmtheit nutzt sie für Werbepartnerschaften und Medienauftritte. Dennoch betont sie, dass ihr der Rechtsstreit wichtig ist: „Ich entschied mich für die Klage, weil ich während des Fluges sehr gedemütigt wurde.“ GOL Airlines hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert und will den Fall nicht kommentieren. Auch Eluciana Cardoso äußerte sich laut VoxMS nicht zu dem Gerichtsverfahren. In einem anderen Flugzeug trieb ein Vater eine Tochter fast zu Tränen. (Quellen: Globo, InfoMoney, Terra, VoxMS) (cgsc)

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