Trotz Geldstrafe und Eklat: Sebastian Thaler will wieder kandidieren – mit neuer Gruppierung MEGA

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Neue Gruppierung, neues Glück: Der amtierende Bürgermeister Sebastian Thaler mit Ehefrau Marlen. © Privat

Der Echinger Bürgermeister tritt mit neuen Wählergruppe MEGA an. Er spricht von Verpflichtung trotz persönlicher Krisen und Vorwürfen. Doch zuerst benötigt es 180 Unterschriften.

Eching – Die neu gegründete Wählergruppe MEGA möchte gemeinsam mit Bürgermeister Sebastian Thaler neue Impulse im Gemeinderat setzen und Eching moderner, familienfreundlicher und generationengerechter gestalten, heißt es in deren Pressemitteilung zur Aufstellungsversammlung. Dabei sei man überzeugt, dass der von Thaler seit 2016 verfolgte Kurs der richtige für Eching ist. Wer neben Thaler auf der Liste für den Gemeinderat steht, ist noch nicht bekannt. Am Freitag, 2. Januar, führt die Gruppierung eine erneute Aufstellungsversammlung durch, „da noch weitere Personen auf die Liste möchten und vorsorglich, um einem möglichen Form- bzw. Ladungsfehler bei der bereits durchgeführten Aufstellungsversammlung vorzubeugen“, wie der Rathauschef informierte.

Freundlicherer Umgang im Gemeinderat

In seinem Vortrag zählte Thaler Erreichtes der letzten Jahre auf: drei Neubaugebiete mit 78 vergünstigten Bauparzellen im Echinger Modell für junge Familien, der Neubau des modernen Rathauses, die Auszeichnung als fahrradfreundliche Kommune, die Fortschreibung des Gemeindeentwicklungsprogramms und das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept. „Trotz einer schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage führte Thaler die Gemeinde wirtschaftlich hervorragend durch die letzten zehn Jahre“, so die parteiunabhängige Wählergruppe.

Thaler nannte auch künftige Pläne, wie die Neugestaltung des Bürgerplatzes und 33 Gemeindewohnungen an der Pommernstraße sowie auf der KiTa in Eching-West. „Diese werden die gemeindlichen Mietwohnungen ohne Sozialbindung mehr als verdoppeln“, heißt es. Außerdem sollen Baugebiete im Wohnbaulandmodell – allen voran das Gebiet Dietersheim West – und eine neue Freiflächen-Photovoltaik-Anlage im Autobahnkreuz kommen. Zudem werden Möglichkeiten für Tiefengeothermie gesucht. Als größtes Verkehrsprojekt steht der barrierefreie Ausbau des S-Bahnhofs auf der Agenda. Um die Gewerbesteuereinnahmen zu erhöhen und Arbeitsplätze zu schaffen, sollen in Eching und Dietersheim neue Gewerbeflächen ausgewiesen werden.

Bürgermeister Thaler betonte, dass es ihm ein großes Anliegen sei, dass Verwaltung und Räte partnerschaftlich auf Augenhöhe agieren und an einem Strang ziehen. „Wir müssen mehr miteinander und weniger gegeneinander arbeiten.“

Thaler erklärt Sinneswandel

In seiner Rede reflektierte Thaler auch die Geldstrafe, die er Anfang 2024 zahlen musste. Im Gerichtsverfahren ging es um die Veruntreuung von rund 8400 Euro Gemeindegelder. Was Thaler menschlich sehr enttäuscht habe, sei die Tatsache, dass sich viele Personen nach Bekanntwerden der Vorwürfe umgehend von ihm abgewandt und ihm die alleinige Verantwortung zugemessen hätten. „Dass man meine Frau und mich bezichtigte, unser Sohn würde nicht in geordneten Verhältnissen aufwachsen und daraufhin das Jugendamt vor der Tür stand, war schockierend.“ Diesem Unmut habe er dann bei einer Weihnachtsfeier des Gemeinderats Luft verschafft, „wofür ich mich bereits mehrfach entschuldigt habe und es hiermit erneut tue“.

Thaler gab zu, lange überlegt zu haben, ob er sich in diesem Umfeld nochmals zur Wahl stellen will: „Ja, ich habe einen Fehler gemacht, wahrscheinlich nicht nur einen.“ Doch er sagte auch, dass „ich als Bürgermeister in Eching schon viel bewegt habe und die bereits angestoßenen Projekte zu Ende bringen möchte“. Sein berufsbegleitendes Studium habe eigentlich auf eine neue Tätigkeit fernab der Politik abgezielt. In den vergangenen Monaten sei er allerdings von vielen Menschen darin bestärkt worden, erneut als Bürgermeister zu kandidieren. Abschließend sagte er: „Diese Kandidatur ist in erster Linie keine persönliche Entscheidung, sondern eine Verpflichtung und ein Angebot an die Wählerinnen und Wähler, dass ich der Gemeinde weiter dienen würde.“

Bevor Thaler und die Gruppierung MEGA im März auf dem Wahlzettel stehen, benötigen sie bis 19. Januar 180 Unterschriften von wahlberechtigten Bürgern. Die Listen liegen derzeit im Rathaus aus.

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/lokales/freising/eching-ort28614/trotz-geldstrafe-und-eklat-sebastian-thaler-kandidiert-erneut-94103696.html