Ein Raubüberfall hat sich am Dienstag in Haag an der Amper ereignet. Da der Täter flüchtig ist, herrscht große Unsicherheit im Ort. Dazu kursieren Falschinformationen.
Haag – Mit der dörflichen Beschaulichkeit war es am heutigen Dienstag schlagartig vorbei: In Haag an der Amper (Landkreis Freising) hat sich in den frühen Abendstunden nach ersten Informationen ein bewaffneter Raubüberfall abgespielt. Wie eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt, läuft zur Stunde eine Fahndung nach einer flüchtigen Person.
Der Überfall soll sich etwa gegen 18 Uhr im Bereich des Amperblicks, einer Wohngegend im Westen des Dorfs, an einer Privatadresse zugetragen haben. Wie Dominik Berger, 2. Bürgermeister der Gemeinde und derzeit als Krankheitsvertretung geschäftsführend im Amt, berichtet, habe die betroffene Dame ihre Haustür zunächst freiwillig geöffnet. „Sie dachte, es sei ein Paketbote – und ist dann überwältigt und verletzt worden.“ Der Unbekannte habe die Frau dabei mit einer Schusswaffe bedroht. Anders, als es derzeit im Ort die Runde macht, sei aber kein Schuss abgegeben worden, sagt Berger. Das bestätigt auch die Polizeisprecherin. Zum genauen Gesundheitszustand der Frau sind bislang keine näheren Auskünfte erteilt worden.
Was hingegen bekannt ist: Der Täter konnte die Flucht ergreifen. Kurz nach der Tat wimmelte es in Haag und Umgebung von Streifenwagen und Einsatzkräften. Auch eine Besatzung des Polizeihubschraubers „Edelweiß 5“ kreiste längere Zeit über dem Ort und unterstützte die Suchmannschaften aus der Luft – vergeblich. Inzwischen sind sowohl der Helikopter als auch der Großteil der Polizisten abgezogen worden. „Wir gehen aktuell nicht von einer Gefahr für die Bevölkerung aus“, betonte die Polizeisprecherin gegenüber dem Freisinger Tagblatt. Auch Vize-Bürgermeister Dominik Berger hat diese Auskunft von der Polizei erhalten, wie er sagt. „Man geht davon aus, dass der Täter den Ort schon verlassen hat. Entwarnen möchte ich die Bevölkerung aber sicherheitshalber noch nicht, der Täter ist definitiv gewalttätig. Die Leute sollten heute noch in ihren Häusern bleiben.“
Bürgermeister berichtet von besorgten Nachrichten und Falschinformationen
Wie Berger sagt, sei die Bevölkerung in heller Aufregung. „Jeder, der ein Handy hat, bekommt gerade von Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten Nachrichten, ob es allen gut geht. Leider werden dabei auch Falschinformationen geteilt, vor allem, dass geschossen worden sei. Das ist aber nicht passiert.“ Viele Bewohner von Haag und Umgebung haben inzwischen ihren WhatsApp-Status und andere Social Media-Kanäle dazu genutzt, Warnbotschaften vor dem flüchtigen Täter zu teilen.
Inzwischen ist die Kriminalpolizei vor Ort und hat die Ermittlungen am Tatort aufgenommen. Sachdienliche Hinweise nimmt die Polizeiinspektion Freising unter Tel. (08161) 53050 entgegen.