Die Besucher des Christkindlmarkts feiern trotz starken Schneefalls an Buden und in Lokalen. Ein Rundgang zeigt das breite Angebot.
Wolfratshausen – Der von der Stadtkapelle gespielte Adventsklassiker „Kling, Glöckchen, klingeling“ hallte – etwas verfrüht – am späten Freitagnachmittag durch die Marktstraße. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich eine überschaubare Menschenmenge vor der Musikerbude des Christkindlmarkts am Rathaus eingefunden. Bei dichtem Schneetreiben musste Bürgermeister Klaus Heilinglechner anschließend mit seiner Taschenlampe auf die Manuskripte leuchten, von denen der katholische Dekan Gerhard Beham und der evangelische Pfarrer Florian Gruber ihre kurzen Reden ablasen.
Schneeweiße Vorweihnacht: Christkindlmarkt in Wolfratshausen trotz Wetter gut besucht
„Schnee ist mir lieber als Regen“, beteuerte Heilinglechner trotzdem. Beham zeigte sich erfreut, dass nach den durch Bauarbeiten bedingten Einschränkungen der vergangenen Jahre sich nun wieder eine freie Bahn zum Schlendern eröffnete. „Begradige die Umwege mit deiner Gnade“, bat er um den göttlichen Segen. Um Punkt 17.11 Uhr erklärte der Rathauschef den Markt für offiziell eröffnet.
In den folgenden Stunden füllten sich vor allem die vor dem Schnee geschützten Plätze unter den Schirmen der Glühweinbuden. Die Preise für das Heißgetränk schwankten je nach Alkoholzusatz zwischen drei und sechs Euro. Für Bratwürste, Crêpes, Ochsenfetzen und Schäfersemmel bewegte sich die Spanne zwischen vier und sieben Euro. Gar umsonst boten die Künstler und Handwerker bei der Vernissage zum Markt „Einfach Himmlisch“ im Schwankl-Eck Prosecco, Glühwein und Häppchen an. Zahlreiche Besucher nutzten diese Gelegenheit, um sich aufzuwärmen und Gemälde, Dekoartikel sowie Wollprodukte zu bewundern.
40 Holzfiguren: Im Museum öffnete eine begehbare Krippe
Ein weiterer Blickfang war die kostenlos zu besichtigende Krippe mit 40 Figuren im Wallner-Bockhorni-Kabinett des Museums am Untermarkt (siehe auch Bericht unten). Am Samstag- und Sonntagnachmittag las Ludwig Gollwitzer vom Historischen Verein Wolfratshausen dort Adventsgeschichten für Jung und Alt vor. Im benachbarten Rathausinnenhof grasten derweil die Schafe des Thanninger Woll- und Fellartikelherstellers Georg Gröbmair in einem Gehege und ließen sich von den jungen Besuchern gerne streicheln. In einem Bastelzelt des Weidacher Kindergartens Nantovinus konnten Buben und Mädchen Buttons bemalen und sich zwischendurch mit Popcorn und Zuckerwattte versorgen.
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Von der Frequenz auf der Marktstraße profitierten am Wochenende auch die Veranstalter der Ü30-Party in der nahe gelegenen Loisachhalle und einige angrenzende Lokale. So herrschte nach der Schließung der Buden ab 21 Uhr beispielsweise in der Burgschenke Hochstimmung bis spät in die Nacht. Deutlich weniger euphorisch war die Laune eines Anwohners, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Er klagte über Christkindlmarktbesucher, die an seine Hauswand urinierten und sich in einer Passage übergaben. Einige Gastwirte hatten alkoholisierten Männern und Frauen zuvor aufgrund des erhöhten Spül- und Putzaufwands die Benutzung der Toiletten untersagt oder ein geringes Entgelt verlangt. Die Sanitäranlagen im Rathaus und am Hatzplatz waren zumindest tagsüber nutzbar.
Am weitgehend niederschlagsfreien Samstagabend und am sonnigen Sonntag strömten vor allem Einheimische zu den 50 Buden. Der engagierte Sicherheitsdienst verzeichnete keine Störfälle oder Unfälle.