Endlich Futter fürs Rottacher Wild: Landratsamt stellt Notzeit fest

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wildfrisst2.jpg © Wolfgang Mueller und Brigitte Ki

Das Landratsamt Miesbach hat jetzt doch eine Notzeit fürs Wild ausgerufen. Damit ist der Rottacher Jagdvorstand aufgefordert, für die Fütterung zu sorgen.

Rottach-Egern – Heftiger Schneefall und Dauerfrost: Die Untere Jagdbehörde am Landratsamt hat jetzt doch offiziell eine Notzeit fürs Wild ausgerufen. Damit ist der Rottacher Jagdvorstand aufgefordert, das Rotwild mit Futter zu versorgen. Wie berichtet, ist dies bisher nicht geschehen. Anders als in den anderen Revieren des Landkreises wird das Rotwild auf Rottacher Flur nicht grundsätzlich von Dezember bis März mit Futter bedacht.

Die Mitteilung des Landratsamts kam Donnerstagnachmittag. „Nun sieht die Untere Jagdbehörde am Landratsamt Miesbach nach der Bitte um Prüfung durch Landrat Olaf von Löwis die Bedingungen für eine Notzeit als gegeben“, heißt es dort. Am Vortag hatte die Behörde noch erklärt, sie werde keine Anordnung treffen, weil dies Sache der Verantwortlichen vor Ort sei. Der Bericht darüber ließ die Empörung weiter wachsen.

Unterdessen schneite es weiter – und die Behörde traf die von der Jägerschaft und Tierschützern geforderte Anordnung am Donnerstag doch. „Auch mit Blick auf die Wetterprognosen, die weiterhin Temperaturen im Minusbereich aufzeigen, müssen wir alle Verantwortlichen dazu aufrufen, das Rotwild durch Ersatzfütterung zu unterstützen“, wird Landrat von Löwis in der Pressemitteilung zitiert.

Wolfgang Mayr, Vorsitzender der Kreisgruppe Miesbach des Bayerischen Jagdverbands, begrüßt die Anordnung sehr. „Wir haben schon im vergangenen Jahr Druck gemacht, auch bei der Oberen Jagdbehörde“, berichtet er. 2025 hatte der Rottacher Jagdvorstand sich vom gemeinsamen Fütterungskonzept des Hegerings verabschiedet und die bis dahin übliche Winterfütterung fürs Rotwild eingestellt. Dies mit dem Verweis auf gesetzliche Vorgaben, wonach nur in Notzeiten gefüttert werden soll.

Mayr fordert eine klare Regelung und hat sich in dieser Sache sogar an Minister Hubert Aiwanger gewandt. „Notzeit ist ein schwammiger Begriff“, macht er deutlich. Er plädiert für die Festlegung von verbindlichen Zeiten für die Rotwild-Winterfütterung und hat dazu Vorschläge bei den zuständigen Behörden eingereicht: „Wischi-waschi-Anordnungen helfen nicht.“ Die Kreisgruppe, die 800 Jäger vertrete, stehe hinter der Winterfütterung und einem tierschutzgerechten Umgang mit dem Wild.

Auch Bürgermeister Christian Köck (CSU) begrüßt die amtliche Anordnung. Die Gemeinde sei zwar nicht zuständig, erklärt er, „aber wir schauen nicht weg“. Er habe mit dem zuständigen Jagdvorstand gesprochen, demnach seien die Futterstellen mitsamt neuer Raufen in Rottach bereits vorbereitet: „Ich gehe davon aus, dass jetzt auch gefüttert wird.“