Russland hat US-Präsident Donald Trumps Friedensplan für die Ukraine noch nicht akzeptiert. Ein US-Senator ist für Druck mit Waffenlieferungen.
Washington, D.C. – Die dreitägigen Verhandlungen in Miami über ein Ende des Ukraine-Kriegs sind aus Sicht der Chefunterhändler der USA, der Ukraine und Russlands positiv verlaufen. Der US-Sondergesandte Steve Witkoff und der Sekretär des ukrainischen Sicherheitsrats Rustem Umjerow teilten jeweils wortgleich auf der Plattform X mit, ihre Gespräche seien „produktiv und konstruktiv“ gewesen. Thema waren demnach unter anderem Sicherheitsgarantien der USA sowie ein Plan, wie das von Russland seit vier Jahren angegriffene Land wirtschaftlich wieder auf die Beine kommen kann.
Trumps Friedensplan für die Ukraine: Senator Graham will mehr Druck auf Russland und Putin
Informierte Quellen sagten gegenüber der Zeitung Kyiv Post allerdings, bei den Gesprächen habe es keinen Durchbruch oder keine großen Fortschritte zur Beendigung des Ukraine-Kriegs gegeben. Demnach rückt Russland von der Forderung ukrainischer Gebiete, dabei vor allem die Regionen Donezk und Luhansk, nicht zurück. Der Plan von US-Präsident Donald Trump wird Angaben aus Moskau zufolge immer noch studiert. Eine Einigung wurde bislang aber nicht erzielt.
US-Senator Lindsey Graham will den Druck auf Russland verschärfen, sollte Kreml-Chef Wladimir Putin Verhandlungen ablehnen. So forderte Graham im Sender NBC News unter anderem die Lieferung von Tomahawk-Marschflugkörpern an die Ukraine, falls diplomatische Bemühungen ohne Ergebnis bleiben. Die Lieferung von Tomahawks ist immer wieder Diskussionsgegenstand zwischen der Ukraine und den USA.
Der Senator verlangte daneben von US-Präsident Trump die Unterzeichnung seines Gesetzentwurfs, den er im Kongress eingebracht hat. Dieser sieht Zölle auf Länder vor, die billiges russisches Öl kaufen – insbesondere China. Russland soll als staatlicher Unterstützer des Terrorismus eingestuft werden, so Graham. Grund sei die „Entführung von 20.000 ukrainischen Kindern“. Eine dritte Maßnahme des Entwurfs sieht die „Beschlagnahmung von Schiffen“ vor, „die sanktioniertes russisches Öl transportieren, so wie Sie es in Venezuela tun“, sagte Graham.
Gespräche für Ende des Ukraine-Krieges: USA und Ukraine sehen „produktive“ Verhandlungen
Noch dauern die Gespräche allerdings an. Witkoff und der Ukrainer Umjerow erklärten zu den Miami-Verhandlungen: „Unsere gemeinsame Priorität ist es, das Töten zu beenden, eine garantierte Sicherheit zu gewährleisten und die Voraussetzungen für die Erholung, Stabilität und den langfristigen Wohlstand der Ukraine zu schaffen.“ Frieden bedeute nicht nur das Ende der Feindseligkeiten, sondern auch eine „würdevolle Grundlage für eine stabile Zukunft“. In Miami sprach auch eine russische Delegation, geleitet von Kirill Dmitrijew, mit den amerikanischen Unterhändlern, darunter erneut der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner.
Auch die Gespräche mit Dmitrijew seien „produktiv und konstruktiv“ gewesen, schrieb Witkoff auf X. „Russland schätzt die Bemühungen und die Unterstützung der Vereinigten Staaten zur Lösung des Ukraine-Konflikts und zur Wiederherstellung der globalen Sicherheit sehr“, schrieb Witkoff weiter. Nähere Angaben zum Inhalt der Gespräche oder zu Ergebnissen machte er nicht. Dmitrijew teilte Witkoffs Post seinerseits auf X. Später postete der russische Unterhändler eine weitere Nachricht mit einem Selfie vor einer Strandkulisse: „Danke, Miami. Nächstes Mal: Moskau.“ (Quellen: Kyiv Post, dpa, eigene Recherche, NBC News) (bb)