EU-Länder einigen sich vor COP30 auf Klimaziele
Kurz vor Beginn der Weltklimakonferenz COP30 haben sich die Umweltministerinnen und -minister der EU-Staaten auf neue Klimaziele bis 2040 verständigt. Nach rund 18-stündigen, zähen Verhandlungen zwischen klimabewussten Ländern wie Deutschland, Spanien und Schweden sowie eher zurückhaltenden Staaten wie Italien und Polen wurde ein Kompromiss erzielt. Laut dem dänischen Klimaminister Lars Aagaard, der die Gespräche leitete, mussten die ursprünglichen Pläne dafür in letzter Minute abgeschwächt werden.
Das Ergebnis: Die EU will ihre Treibhausgasemissionen bis 2040 um mindestens 90 Prozent im Vergleich zu 1990 reduzieren. Bis zu fünf Prozentpunkte dieser Einsparungen sollen jedoch durch internationale Vereinbarungen – etwa über Emissionszertifikate aus Projekten zur Wiederherstellung von CO2-Senken wie Wäldern – angerechnet werden können.
Die Vereinbarung, die voraussichtlich am Mittwoch offiziell verabschiedet wird, stellt sicher, dass die EU nicht mit leeren Händen zum COP30-Gipfel am Donnerstag in Brasilien erscheint, wo Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ihre Amtskollegen aus aller Welt treffen wird. Die Frist zur Einreichung der sogenannten NDCs – der nationalen Klimapläne, die von der UN-Klimakonferenz gefordert werden – hatte die Europäische Union zuvor deutlich überschritten.
Neil Makaroff, Direktor für Strategic Perspectives bei einem Brüsseler Thinktank, lobte die Einigung der EU-Länder: „Trotz der Zugeständnisse, die nötig waren, um eine Mehrheit zu erreichen, setzt die Vereinbarung ein längst überfälliges Signal an Investoren, Unternehmen und internationale Partner. Sie zeigt, dass die EU nicht dem gegenläufigen Trend auf der anderen Seite des Atlantiks folgt, sondern weiterhin klar am Ziel der Klimaneutralität festhält.
Die Richtung ist damit vorgegeben – ein Rückschritt bei den Green-Deal-Gesetzen würde weder das Erreichen des Ziels erleichtern noch die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie im globalen Wettlauf um eine Netto-Null-Wirtschaft stärken. In den kommenden Monaten müsse der Fokus daher auf den zentralen Reformen liegen, die nötig sind, um die Wirtschaft zu elektrifizieren und europäische Netto-Null-Industrie-Champions zu fördern.“
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