Seilbahn-Unglück in Italien: Ski-Gondel kracht in Mauer – zahlreiche Verletzte, fast 100 Urlauber gefangen

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Eine Seilbahn ist am Monte Moro in Italien verunglückt, auch ein Kind ist unter den Verletzten. Jetzt sitzen zahlreiche Urlauber auf 2.850 Metern Höhe fest.

Macugnaga – Am Dienstagmorgen (30. Dezember) gegen 11:30 Uhr rast eine Kabine der Funivia del Monte Moro in Macugnaga mit offenbar zu hoher Geschwindigkeit über die Bergstation hinaus. Der Aufprall gegen die Schutzwand ist fatal.

Seilbahn-Unglück im italienischen Macugnaga: Eine Gondel bremste nicht und krachte in die Schutzwand. (Archivbilder) © Pond5 Images/Imago

Der Unfall ereignete sich laut italienischen Medien am zweiten Streckenabschnitt der Seilbahn, der von der Alpe Bill auf 2.850 Meter Höhe zum Monte Moro führt. Sechs Personen wurden verletzt, darunter auch ein Kind. Fünf Personen befanden sich in der verunglückten Kabine, die gegen die Absperrungen prallte.

Alpen-Seilbahn in Italien verunglückt: Zahlreiche Verletzte, darunter ein Kind

Ein weiterer Verletzter ist der Fahrer der Gegenkabine, die leer talwärts fuhr und ebenfalls in der Station Alpe Bill verunglückte. Er erlitt Rückenprellungen und einen schweren Schock.

Zum Glück befanden sich zufällig ein Arzt und eine Krankenschwester auf dem Berg, die sofort Erste Hilfe leisteten, berichtet La Repubblica. Der Rettungshubschrauber des 118-Notdienstes brachte die Verletzten ins Krankenhaus. Keiner von ihnen schwebt in Lebensgefahr.

Fast 100 Touristen sitzen nach Seilbahn-Unfall in den Alpen fest – Skigebiet geschlossen

Die nächste dramatische Situation entwickelte sich jedoch für 94 Italien-Urlauber und fünf Arbeiter, die nach dem Unfall auf 2.850 Meter Höhe festsitzen. Sie werden im Rifugio Oberto-Maroli betreut, während Hubschrauber der Feuerwehr und der Finanzpolizei die aufwendige Evakuierung durchführen.

Nach ersten Erkenntnissen soll ein mechanischer Defekt den Unfall verursacht haben. Normalerweise stoppen die Kabinen automatisch – ohne Eingriff des Technikers. Doch diesmal versagte offenbar die Sicherheitstechnik. Die Pisten wurden sofort geschlossen, der Seilbahnbetrieb eingestellt. Bergrettung, Finanzpolizei, Feuerwehr und Carabinieri sind vor Ort, um die Unfallursache zu klären.

„Schwarzer Winter“ für Macugnaga: Alpen-Ort in Italien kommt nicht zur Ruhe

Für Macugnaga bedeutet der Unfall einen weiteren Rückschlag in einem bereits schwierigen Winter. Die beiden Sessellifte am Belvedere stehen still, weil nach der Revision noch die Freigabe der Aufsichtsbehörde ANSFISA fehlt. Die Zeitung La Stampa spricht von einem „schwarzen Winter“ im italienischen Alpen-Ort. Zuvor wurden bereits zwei Wanderwege gesperrt und der Bürgermeister verhaftet.

In Österreich, am Hintertuxer Gletscher, hatte sich am Vortag ein Defekt an einem Sessellift ereignet. Zahlreiche Touristen hingen stundenlang in den Sitzen fest. (Verwendete Quellen: La Repubblica, La Stampa) (moe)