Streik der Klinikärzte abgewendet: Marburger Bund einigt sich mit Arbeitgebern

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Aufgrund einer vorläufigen Einigung mit kommunalen Arbeitgebern wurden die Protestaktionen im Tarifkonflikt an den Kliniken ausgesetzt.

Stuttgart - Auch am Stuttgarter Klinikum hätte gestreikt werden sollen. Ab Mittwoch sollte ein Demozug durch die Straßen der baden-württembergischen Landeshauptstadt ziehen. Auf dem Marktplatz war derweil eine Kundgebung geplant. Stattdessen bleibt es still, denn die Ärztegewerkschaft Marburger Bund hat sich mit den kommunalen Arbeitgebern vorläufig geeinigt. Unter anderem soll es um acht Prozent höhere Gehälter geben. Unter anderem auch in Bayern wollten die Ärzte streiken.

In Baden-Württemberg waren 10.000 Klinikärzte zum Streik aufgerufen worden

Jetzt plant der Marburger Bund eine Urabstimmung, dabei soll den Mitgliedern das Verhandlungsergebnis präsentiert werden. Bis Mitte Februar soll eine endgültige Entscheidung vorliegen, wie die Gewerkschaft einschätzte. 10.000 Klinikärzte waren in Baden-Württemberg zum Streik aufgerufen worden. Rund 80 Krankenhäuser wären betroffen gewesen.

Nach dem Tarifpaket ist vorgesehen, dass die Ärzte-Gehälter bereits rückwirkend zum 1. Juli 2024 um vier Prozent linear steigen. Im August 2025 folgt demnach eine zweite Erhöhung um zwei Prozent. Zum 1. Juni 2026 ist eine dritte Gehaltssteigerung um erneut zwei Prozent geplant.

Ärztinnen und Ärzte protestieren mit einer Kundgebung auf dem Gelände der Freiburger Uniklinik für bessere Arbeitsbedingungen.
Die geplanten Streiks an den Kliniken bleiben vorerst aus. © Philipp von Ditfurth/dpa

Gewerkschaft des Marburger Bundes will sich mit Mitgliedern neu abstimmen

Protestiert werden sollte auch wegen der Schicht- und Wechselschichtregelungen. In dieser Hinsicht wurden Verbesserungen ausgehandelt, doch der von Arbeitnehmern geforderte Systemwechsel bleibt aus. So verspricht die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), dass die Zulagen für Schichtarbeit und Wechselschichtarbeit vereinheitlicht und auf 315 Euro angehoben werden. Darüber hinaus sollen Klauseln, die eine Gewährung von Zulagen und Zusatzurlaub für Schichtarbeit verhinderten, gestrichen werden. Außerdem soll der Zeitraum für Nachtarbeit verlängert werden und der Zuschlag dafür angehoben werden. Wer samstags arbeitet, darf ebenfalls auf mehr Gehalt hoffen.

Gewerkschaftsvorsitzende Susanne Johna: „Wir haben in der Großen Tarifkommission des Marburger Bundes die Abwägung treffen müssen, ob wir trotz des vorliegenden Angebots einen unbefristeten Vollstreik in Gang setzen wollen oder ob wir vorerst davon absehen, bis unsere Mitglieder ihre Entscheidung gefällt haben.“ „Weil das Sondierungsergebnis tatsächlich ein substanzieller Fortschritt gegenüber dem bisherigen Verhandlungsstand ist“, habe man sich für eine neuerliche Abstimmung entschieden.

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