Neue Hoffnung für Wohnbau-Projekt in historischem Klostergut in Bayern

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Wird hier bald gebaut? Einen großen Teil des Klosterguts Wessobrunn (hier eine Archivaufnahme) hat die Maro Genossenschaft übernommen. © Ralf Ruder

Die Maro-Genossenschaft entging 2025 knapp der Pleite. Nun wurde eine Vereinbarung zwischen der Maro-Genossenschaft, der Gemeinde Wessobrunn und dem Kloster Ottilien getroffen, die den Bau von Wohnungen durch die Genossenschaft grundsätzlich ermöglicht.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde die Messungsanerkenntnis, das ist eine notarielle Erklärung, die notwendig wird, wenn ein Erbbaurecht an einer Teilfläche eines Grundstücks bestellt wird, einstimmig angenommen. „Gut, dass das Thema jetzt noch vor Jahresende geklärt ist“, erklärte Bürgermeister Georg Guggemos, nachdem in der Notarurkunde die Grundstückseigentümer, das Kloster St. Ottilien und der Erbbauberechtigte, die Maro Genossenschaft, sowie die Gemeinde als Ex-Teileigentümer des Areals das Ergebnis einer Katastervermessung offiziell bestätigten und als verbindlich anerkannten.

(von links) Inge Schmidt-Winkler (Maro),  Georg Guggemos, Christian Herzog (Maro) und Bruder Josef (Cellerar, St. Ottilien) nach der Unterschrift auf der Notarurkunde.
Freude nach der Unterschrift: (von links) Inge Schmidt-Winkler (Maro), Georg Guggemos, Christian Herzog und Bruder Josef (Cellerar, St. Ottilien). © Roland Halmel

Planung könnte 2027 beginnen

Mit der Gemeinderatsentscheidung und der Unterschrift unter die Urkunde steht jetzt dem Vollzug des Erbpachtübergangs an Maro im Grundbuch nichts mehr im Wege. „Dies bedeutet, dass nach der Eintragung ins Grundbuch auch die restlichen Verpflichtungen, wie beispielsweise die Gebäudeversicherung, auf Maro übergehen können“, erläuterte Guggemos. Die Regelung gilt noch 90 Jahre. Die Gemeinde hat ihren Anteil am Klostergut komplett abgegeben, so Bürgermeister Guggemos. Das Kloster St. Ottilien behält den Ochsenstall und einen Teil eines weiteren Stalls, der Rest ging an Maro.

Die Genossenschaft Maro, die 2025 nur knapp der Insolvenz entgangen ist, will sich heuer konsolidieren. „Bereits 2027 soll mit den Planungen für die nächsten Entwicklungsphasen beim Klostergut begonnen werden“, erläuterte Guggemos. Inwieweit die ursprünglichen Planungen weiterverfolgt werden, die den Bau von bis rund 40 Wohnungen in zwei Bauabschnitten in dem historischen Gebäudekomplex vorsahen, ist laut Bürgermeister noch offen. Da sich das Vorhaben noch in der Planungsphase befinde, stehe es bei der Genossenschaft auf der Prioritätenliste weit hinten. „Es wird sich auf alle Fälle enorm verzögern“, so der Bürgermeister bereits im Juni 2024.

Das bestätigte auch Christian Herzog, einer von zwei Vorständen von Maro, auf Nachfrage. Das Projekt solle weiterverfolgt werden, aber es gebe weder einen konkreten Zeitplan noch exakte Pläne zum Umfang.

Neben Mehrgenerationen-Wohnprojekten betreut Maro auch Demenz-Wohngemeinschaften zwischen Dachau und Penzberg sowie zwischen Rosenheim und Wielenbach. Die Genossenschaft setzt sich eigenen Angaben zufolge „für ein würdiges Leben an Demenz erkrankter Menschen und für ein selbstbestimmtes Leben pflegebedürftiger Menschen“ ein. Maro unterstützt auch die ambulant betreuten Demenz- und Pflege-Wohngemeinschaften.

Die nicht gewinnorientierte Genossenschaft hat Projekte in der Region unter anderem in Weilheim (zwei), Andechs, Wielenbach (derzeit im Bau), Penzberg und Peiting.