Der Rodler Max Langenhan gewinnt die erste Goldmedaille für Deutschland bei Olympia 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo mit vier Bahnrekorden.
Mailand – Max Langenhan hat bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Cortina d‘Ampezzo ein eindrucksvolles Zeichen gesetzt. Der 26-jährige Thüringer sicherte sich die erste deutsche Goldmedaille im Einsitzer-Rodeln und krönte damit seine Karriere. Mit einer außergewöhnlichen Serie von vier Bahnrekorden in vier Läufen distanzierte er seine Konkurrenten deutlich.
Der Österreicher Jonas Müller und der Italiener Dominik Fischnaller mussten sich mit Silber und Bronze zufriedengeben, während Langenhan mit einem Vorsprung von 0,596 Sekunden auf Müller und 0,934 Sekunden auf Fischnaller triumphierte. Langenhan, der bereits zur Halbzeit führte, verdoppelte seinen Vorsprung im dritten Lauf mit einem Bahnrekord von 52,705 Sekunden.
Deuscher wird Olympiasieger in viel zu kleinen Schuhen
Im vierten Lauf setzte er mit einer Zeit von 52,660 Sekunden und einer Maximalgeschwindigkeit von 131,1 km/h noch einen drauf. Diese Leistung war nicht nur ein persönlicher Triumph, sondern auch ein historischer Moment für den deutschen Rodelsport, da es sich um das zwölfte deutsche Olympia-Gold im Einsitzer-Rodeln der Männer handelt.
Der Weg zu diesem Erfolg war jedoch nicht einfach. Max Langenhan musste in dieser Saison mit mehreren Verletzungen kämpfen, die ihn immer wieder zurückwarfen. Zudem wählte er eine ungewöhnliche Strategie: Er fuhr mit Wettkampfschuhen, die drei Nummern zu klein waren, um aerodynamische Vorteile zu erlangen.
Diese Strategie verlangte ihm einiges an Leidensfähigkeit ab, doch Langenhan bewies, dass er ein wahrer Wettkampftyp ist. „Es bringt aerodynamisch so viel, dass wir Rodler einfach einen engeren Schuh anziehen und dabei auch ans Limit gehen“, erklärte er. Trotz dieser Widrigkeiten strahlte Langenhan Ruhe und Gelassenheit aus. „Der Körper kann alles, du musst nur dein Gehirn überzeugen“, lautet ein Motto, das ihn während seiner gesamten Karriere begleitet hat.
Diese mentale Stärke zahlte sich aus, als er im entscheidenden Moment seine beste Form abrief und seine Karriere mit dem Olympiagold krönte. Die anderen deutschen Rodler zeigten durchwachsene Leistungen. Felix Loch, der dreimalige Olympiasieger, erreichte trotz einiger Fahrfehler einen am Ende versöhnlichen sechsten Platz. Timon Grancagnolo, der bei seiner Olympia-Premiere antrat, belegte den neunten Platz. (smr)