Die Kosten für das „neue Wahrzeichen Garchings“ an der Umgehungsstraße steigen erneut – auf 30 Millionen Euro.
Das „neue Wahrzeichen Garchings“ wie Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) den Neubau der Feuerwehrwache an der Umgehungsstraße beim Richtfest im Oktober genannt hat, wird noch einmal teurer. Das Großprojekt knackt nun die 30 Millionen Euro Marke.
„Wir wollen nicht mit Sparen anfangen, im Moment können wir uns die zwei Millionen Euro Mehrkosten noch leisten“, sagte Gruchmann in der Stadtratssitzung am Donnerstag. Auch die Verwaltung empfiehlt, die Erhöhung in Kauf zu nehmen, um die Qualität des 114 Meter langen Gebäudes mit Übungsturm aufrecht zu erhalten. Während die Gremiumsmitglieder für die Entwurfsplanung Mitte 2020 noch eine Kostenobergrenze von 23 Millionen Euro festgelegt hatten, wurde der Betrag zwei Jahre später aufgrund der volatilen Markt- und Preisentwicklung auf 28 Euro angehoben. Doch das reicht nicht. Laut aktuellen Berechnungen werden die Beauftragungen inklusive der Prognosen das freigegebene Budget der Baukosten um rund 500 000 Euro überschreiten. Hinzu kommt, dass die Baunebenkosten statt ursprünglich eingeplanten 2,9 Millionen Euro auf 4,5 Millionen Euro steigen.
Mögliche Einsparungen fürs Feuerwehrhaus
Das Planerteam und die Feuerwehr Garching hatten sich im Vorfeld Gedanken gemacht, wo gespart werden könnte, wie etwa bei Gitterrostdecken des Umkleide- und Werkstattbereichs (Kosten: 41 000 Euro), Sonnenschutz der Wohnungen an der Ostseite (Kosten: 32 000 Euro), dem Teiltausch von Parkett zu Nutzestrich (Kosten: 11 000 Euro) oder dem Kauf von gebrauchten statt neuen Sportgeräten (Kosten: 40 000 Euro). Der Entfall der Audioanlage im Fitnessraum würde rund 4000 Euro einsparen und das Weglassen der Sauna rund 25 000 Euro. Gruchmann betonte, dass die Sauna für die Feuerwehr kein Luxus sei, sondern für Übungszwecke diene. „Die Jungs müssen auch Hitze erprobt sein.“
In einer Stellungnahme schreibt die Feuerwehr, dass aus ihrer Sicht keinerlei Sparmaßnahmen durchgeführt werden sollten. „Unser neues Feuerwehrhaus muss von der Mannschaft angenommen, genutzt und lebendig werden, damit es den Zweck, wofür es erbaut wurde, auch erfüllen kann. Das gesamte Vorhaben folgt dem Leitgedanken, nicht nur ein funktionales, sondern auch ein schönes Haus mit hohen architektonischen Ansprüchen zu haben. Entsprechend hoch sind die Erwartungen von allen Seiten. Es würde diesem Anspruch aber nicht gerecht und wäre zu kurz gesprungen, wenn am Ende bei der Ausstattung für deren Nutzer Abstriche gemacht würden.“ Das sahen die Stadträte ähnlich und stimmten der Budgeterhöhung einstimmig zu.
Rund 5500 Quadratmeter große Feuerwehrgerätehaus
Lange mussten die Ehrenamtlichen für den Neubau kämpfen. Im Sommer 2025 soll das rund 5500 Quadratmeter große Feuerwehrgerätehaus mit 13 Fahrzeugstellplätzen, vier Wohnungen, Werkstätten, einem Fitness- und ein Schulungsraum sowie einer Atemschutzübungsstrecke fertiggestellt werden.