In den kommenden Wochen und Monaten werden im Gemeindegebiet von Aying deutlich mehr Busse unterwegs sein – dafür fällt die S-Bahn aus. „Das ist der Wahnsinn. Das geht gar nicht“, sagt Ayings Bürgermeister Peter Wagner (CSU).
Aying - Seit Gründonnerstag besteht auf der S-Bahnlinie S5 ein Schienenersatzverkehr (SEV) zwischen Kreuzstraße und Aying. Dieser soll nun voraussichtlich bis Ende Juni andauern. Das teilte ein Bahnsprecher auf Nachfrage mit. Wie berichtet, hatte die Deutsche Bahn (DB) aufgrund eines technischen Defekts am vergangenen Donnerstag kurzfristig drei Bahnübergänge im Bereich der S-Bahn-Linie sperren müssen und Busse statt Züge eingesetzt. Da es sich um eine ältere Technik handele, sei eine kurzfristige Instandsetzung nicht möglich, so der Bahnsprecher.
Die Bahn plant, die Übergänge komplett zu erneuern, beziehungsweise durch eine Unterführung zu ersetzen. Dafür laufen schon seit einiger Zeit die Planungen – unabhängig von dem kürzlich aufgetretenen Defekt. Damit der S-Bahn-Verkehr noch vor dieser Erneuerung wieder fließen kann, sollen bis Ende Juni mobile Schrankenanlagen installiert werden. Bis dahin setzt die Bahn weiter Busse statt Bahnen ein, da „Züge die defekten Bahnübergänge aus Sicherheitsgründen nur in langsamer Geschwindigkeit beziehungsweise nach Abgabe eines Pfeifsignals befahren können“, so der Bahnsprecher. Dies würde auf der eingleisigen Strecke zu sehr hohen Verspätungen und Zugausfällen führen und eine Lärmbelastung für die Anwohner der Strecke darstellen.
Bürgermeister will das nicht hinnehmen: Gespräch mit der Bahn
„Ich will das ganze noch nicht hinnehmen, deshalb habe ich später ein Gespräch mit der Deutschen Bahn“, sagt Bürgermeister Wagner am Donnerstagvormittag. Er erhofft sich, dass eine andere Lösung gefunden werden kann. „Mir graut es schon vor Montag, wenn die Ferien enden.“ Zumindest zu den Stoßzeiten, wenn Schüler und Pendler unterwegs sind, sei der Schienenersatzverkehr keine Lösung. „Mit dem Bus schaffen es Kinder und Jugendliche, die in Holzkirchen oder Bruckmühl zur Schule gehen, nicht pünktlich nach Kreuzstraße, um den Anschlusszug zu erwischen.“ Erste Beschwerden von Bürgern und vor allem Eltern seien schon im Rathaus eingetroffen. „Der Unmut ist groß – das kann ich verstehen.“
Laut Wagner hat die Trennung mit dem Ast nach Wolfratshausen leider nicht die erhofften Verbesserungen gebracht. „Es kommt immer noch regelmäßig zu Verspätungen. Mir wird immer wieder berichtet, dass Leute ein oder zwei Züge früher nehmen müssen, um pünktlich anzukommen. Das kann es nicht sein.“ Der wochenlange Schienenersatzverkehr sei nun das i-Tüpfelchen. „Es ist beschämend, dass so eine alte Technik verbaut ist und nie etwas gemacht wurde. Es gab wohl immer wichtigere Projekte, das fällt der Bahn jetzt vor die Füße.“
So fahren die Ersatzbusse
Die Ersatzbusse verkehren ab dem Wochenende nach einem festen Fahrplan, der dann auch online abrufbar ist. Die Fahrzeiten der Busse sind auf die Ankunfts- und Abfahrtszeiten der S5 in Aying abgestimmt. Die Fahrt zwischen Aying und Kreuzstraße dauert 15 Minuten. Die Bahnübergänge sind für den Straßenverkehr bis auf Weiteres passierbar.