Der Bürgerentscheid zur B2 brachte ein klares Ergebnis. Die Bundesstraße wird aus der Innenstadt herausverlegt. Nun liegt ein großes Projekt vor Fürstenfeldbruck.
Fürstenfeldbruck – Der Jubel war groß im Stadtlabor an der Pucher Straße, als nach rund zwei Stunden alle 24 Wahllokale ausgezählt waren. Das Ergebnis auf dem Projektor an der Wand lautete klar und deutlich: Die Bundesstraße 2 wird aus dem Zentrum herausverlegt auf eine Route durch den Westen Fürstenfeldbrucks.
Rund 60 Menschen verfolgten am Sonntagabend gespannt die Entwicklung auf der Leinwand. Unter den Besuchern waren Vertreter der Bürgerinitiative „Verbleib B2“, des Ratsbegehrens „B2 raus aus der Innenstadt“ sowie Kommunalpolitiker. Schnell zeichnete sich eine klare Tendenz ab – und auch das Quorum wurde erreicht: Für die Mindestbeteiligung waren 5443 Stimmen nötig, diese Marke übersprang das Ratsbegehren.
Beim Ratsbegehren machten rund 12 000 Wahlberechtigte ihr Kreuz, etwa 9 000 davon (75,2 Prozent der gültigen Stimmen) bei „Ja“. Auf dem Stimmzettel des Bürgerbegehrens „Verbleib der B2 – keine Umwidmung“ machten rund 11 000 ihr Kreuz, 7000 davon bei Nein (gültige Stimmen). Damit stimmten rund 66 Prozent gegen den Verbleib in der Innenstadt. Ein Großteil der rund 12 500 Wähler (inklusive ungültige Stimmen) nutzte die Briefwahl: Laut Oberbürgermeister Christian Götz (BBV) waren das rund 10 700 Bürger.
Verlierer des Abends ist damit die Bürgerinitiative. Für deren Mitglieder kein Grund, Trübsal zu blasen. „Wir haben das Wichtigste erreicht, dass die Bürger eine Stimme bekommen“, sagte Claus-Peter Bahner während der Auszählung. Georg Stockinger (Freie Wähler) stimmte zu und fügte an: „Es ist wichtig, dass die Bürger entscheiden und nicht der Stadtrat.“
Hintergrund: Im Mai 2025 stimmte der Stadtrat in einer Grundsatzentscheidung dafür, dass die B2 aus der Innenstadt verlegt werden soll. Markus Droth (Freie Wähler) sagte, er hoffe nun auf konstruktive Zusammenarbeit und dass man insgesamt wieder zu einem besseren Miteinander finde.
Denn mit der Umwidmung der B2 auf die westliche Trasse – über die Oskar-von-Miller-Straße am Kloster vorbei bis zur äußeren Schöngeisinger Straße und von dort auf die B 471 – liegt ein großes Projekt vor Fürstenfeldbruck. „Wir müssen uns jetzt auf den Weg machen und die Brücke sanieren“, sagte OB Götz nach Verkündung des Ergebnisses. „Weil hier ist dringend Handlungsbedarf.“ Die Umwidmungsvereinbarung liege schon vor, sie müsse nur noch unterschrieben werden.
Es sei immer gut, sich ein Votum von der Bürgerschaft zu holen, sagte der Rathauschef. Dennoch habe er ein weinendes Auge bei der Angelegenheit, denn der Prozess der Brückensanierung wurde um drei Monate verzögert. „Ich hoffe, dass uns das nicht auf die Füße fällt“, sagte Götz.
Jan Halbauer (Grüne), Stadtrat und Unterstützer des Ratsbegehrens für die Umwidmung, sieht in dem Ergebnis einen „klaren demokratischen Auftrag“. Was zukünftig konkret in der Innenstadt passiert, sei noch nicht entschieden. Bei diesem Prozess sei es richtig, auch Themen der Bürgerinitiative aufzunehmen. „Wir haben das erste Mal seit Jahrzehnten die Chance, die Innenstadt nach unserem Gusto zu gestalten“, sagte Halbauer.
Verkehrsreferent Mirko Pötzsch (SPD), ebenfalls Unterstützer des Ratsbegehrens, sagte: „Ich freue mich und bin erleichtert. Es löst vielleicht nicht alle Probleme beim Thema Verkehr. Aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung.“