Kreisverkehr für Wangen?

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Blick von der Wildmoosstraße aus auf die zentrale Kreuzung in Wangen: Während die Straße noch heuer saniert werden soll, können sich Stadt, Umweltausschuss und Dorfgemeinschaft einen Umbau der Kreuzung zum Kreisverkehr vorstellen. © Dagmar Rutt

Die Olympiastraße durch Wangen ist nicht nur eine wichtige Route für Radfahrer Richtung Starnberger See, sondern sie hat als Staatsstraße 2065 auch überörtliche Bedeutung. Auf Antrag der Bürger will die Stadt Starnberg nun dort die Situation verbessern. Auch ein Kreisverkehr ist im Gespräch.

Wangen – Rasende Radfahrer sind gefährlich für Fußgänger, rasende Autofahrer für alle Verkehrsteilnehmer: Die Situation auf der Olympiastraße in Wangen beschäftigt viele Bürger des Ortsteils seit geraumer Zeit. Nachdem die Ortsteilbürgerversammlung im Januar gleich mehrere Bürgeranträge dazu angenommen hatte, waren diese kürzlich Thema in der Sitzung des Stadtratsausschusses für Umwelt, Energie und Mobilität.

Am Ende stand ein sechsteiliger Beschluss: „Die Verwaltung wird beauftragt, die folgenden Anträge bezüglich der Verkehrssicherheit auf der Olympiastraße beim Landratsamt zu stellen: a.) Prüfung einer verkehrsregelnden Maßnahme zur Verbesserung der Sicherheit auf dem gemeinsamen Geh- und Radweg entlang der Olympiastraße. b.) Prüfung der Errichtung eines Kreisverkehrs in der Olympiastraße auf Höhe der Kreuzung Wildmoosstraße/Neufahrner Straße/Buchendorfer Weg. c.) Prüfung einer Furtmarkierung für den Radfahrer entlang der Olympiastraße beim Queren der Wildmoosstraße. d.) Prüfung einer Verlegung/Vergrößerung der Haltestelle ,Olympiastraße‘ und der Einrichtung eines Wartehäuschens in Fahrtrichtung Starnberg. e.) Prüfung der Einrichtung einer Verkehrsinsel an den Ortseingängen der Olympiastraße. f.) Prüfung der Einrichtung eines Fußgängerüberwegs auf Höhe der Bushaltestellen ,Olympiastraße‘.“

Aktuell teilen sich Radfahrer und Fußgänger einen in beide Fahrtrichtungen ausgewiesenen, 2,40 Meter breiten Geh- und Radweg. Das sind zehn Zentimeter weniger als die vorgeschriebenen 2,50 Meter. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Radfahrer, die auf dem leicht abschüssigen Weg aus Richtung München ordentlich Tempo aufnehmen. Dadurch könnten sich „gefährliche Situationen mit Fußgängern, insbesondere beim Verlassen der Grundstücke mit Zugang zum Weg“, ergeben, schilderte die Stadtverwaltung in ihrer Beschlussvorlage. Eine mögliche Lösung sei, den jetzigen Geh- und Radweg zu einem Gehweg mit Zusatz „Radfahrer frei“ zu ändern. Dadurch wären Radfahrer verpflichtet, dort Schrittgeschwindigkeit zu fahren – gleichzeitig dürften sie auch die Fahrbahn nutzen, was aufgrund der aktuellen Beschilderung nicht erlaubt ist.

Kreisel müsste 24 Meter messen

Die Errichtung eines Kreisverkehrs hatte die Dorfgemeinschaft beantragt, weil es an der zentralen Kreuzung in Wangen immer wieder zu gefährlichen Situationen komme. Die Stadtverwaltung hält eine Umsetzung prinzipiell für möglich. Machbar wäre ein Kreisel mit einem Durchmesser von 24 Metern und Mittelinsel. Genehmigen müsse das Vorhaben allerdings das Landratsamt, weil es sich bei der Olympiastraße um eine Staatsstraße handele. Die Kosten würden dennoch bei der Stadt bleiben. Bei der Ausgestaltung des Kreisverkehrs formulierte die Verwaltung mehrere bauliche Anforderungen, unter anderem ein möglichst senkrechtes Heranführen der Zufahrten, einstreifige Ausfahrten und uneingeschränkten Sichtkontakt zwischen Kraftfahrern, Fußgängern und Radfahrern.

Die Vergrößerung und Verlegung der Bushaltestellen in Fahrtrichtung Starnberg ist ein weiteres Anliegen der Wangener Dorfgemeinschaft. Dies sei vor allem nötig, weil die Haltestelle seit der geänderten Routenführung der ÖPNV-Buslinie 904 stärker frequentiert werde. Eine Wartehalle „Modell Bahnhof Nord“ könne vom Betriebshof zwar hergestellt und aufgestellt werden, allerdings seien für heuer keine Gelder dafür im städtischen Haushalt eingestellt, erklärte das Rathaus.

Die ebenfalls beantragten Verkehrsinseln an den beiden Ortseingängen auf der Olympiastraße seien vom Bauausschuss grundsätzlich beschlossen, hieß es. Zum möglichen Zeitpunkt einer Umsetzung wurden in der Ausschusssitzung keine Angaben gemacht. Allerdings muss das Landratsamt zustimmen, ebenso bei der beantragten Einrichtung eines Fußgängerüberwegs. Der Ausschuss schloss sich den Überlegungen vollumfänglich an, der Beschluss fiel einstimmig.

Sanierung der Wildmoosstraße noch heuer

Eine der schlimmsten Buckelpisten Starnbergs soll noch heuer saniert werden. Der Stadtrat ist in seiner jüngsten Sitzung einstimmig einem Vorschlag der Verwaltung gefolgt, die Wildmoosstraße in Wangen zwischen Olympiastraße und Dorfplatz, am Dorfplatz und zwischen altem Feuerwehrhaus und Ortsausgang nach Leutstetten wiederherzustellen. Wiederholt hatte die Dorfgemeinschaft den Zustand der Straße angemahnt, zuletzt war in der Ortsteilbürgerversammlung der Wunsch laut geworden.

„Aufgrund der Vielzahl an Schäden und der strukturellen, nicht nur oberflächlichen Schädigung des Straßenaufbaus wäre eigentlich eine Grundsanierung in Form vermutlich eines Neubaus vom Straßenunterbau her angebracht“, hieß es in der vom städtischen Straßen- und Landschaftsbau formulierten Beschlussvorlage. Mit einem Neubau sei in den nächsten Jahren jedoch nicht zu rechnen, da die Wildmoosstraße in der Priorisierung der zu sanierenden Straßen in Starnberg nicht an einer vorderen Stelle stehe. Darüber hinaus sei aufgrund der Größe der Fläche und einer möglichen Entsorgung von teerhaltigem Straßenaufbruch mit Baukosten zwischen 350 000 und 500 000 Euro zu rechnen. Die Stadt werde deshalb eine „fette Deckschicht“ aufbringen, wie Bürgermeister Patrick Janik in der Sitzung erklärte. „Dann haben wir wieder für zehn Jahre Ruhe.“

Dabei sollen die Schlaglöcher mit Heißasphalt gefüllt, anschließend soll die Straßenoberfläche mit Bitumen und Splitt behandelt werden. „Der witterungsbedingte fortschreitende Verfall der Straße“ könne so unterbrochen werden. „Zumal kann durch das Verschließen der aufgebrochenen Oberfläche ein Eindringen von Starkregen in den Straßenaufbau und damit eine unerwartete Zerstörung der gesamten Straße – wie zuletzt im Juni 2024 am Waldspielplatz geschehen –vermieden werden.“ Die Kosten für die Arbeiten schätzt das Rathaus auf insgesamt etwa 57 000 Euro: rund 30 000 Euro für den Abschnitt Olympiastraße-Dorfplatz, 5000 Euro für den Dorfplatz und 22 000 Euro für den Abschnitt Feuerwehrhaus-Ortsende. Die Teilstücke der Wildmoosstraße zwischen den drei Abschnitten seien bereits vor einigen Jahren saniert worden und könnten deswegen jetzt ausgelassen werden, erklärte die Verwaltung.

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