Österreich-Urlauber vertrauen Navi und bleiben an Touri-Hotspot stecken – „Von Schuldeinsicht keine Spur“

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Drei Stunden schwitzten zwölf Feuerwehrleute, um Urlauber zu retten, die ihr Auto in die Böschung setzten. Das sorgt im Nachgang für Ärger.

Hallstatt – Fahrverbote ignorieren und einen Feuerwehr-Großeinsatz bei Bruthitze auslösen, ist das eine. Dann aber nicht die Spur von Reue zu zeigen, das stößt den vielen Helfern am Hallstätter See auf.

Österreich-Urlauber vertrauen Navi und bleiben an Touri-Hotspot stecke

Die Landschaft ist atemberaubend schön, zieht viele Tausend Touristen jedes Jahr an – aber manchmal ist das Idyll am malerischen Salzkammergut für Österreich-Urlauber auch zum Verzweifeln. Blindes Vertrauen ins Navi wurde einer Gruppe asiatischer Touristen am 30. Juni nun zum Verhängnis. Der Fahrer und seine Begleiter wollten eigentlich nur zu einem Gasthaus in der Ortschaft Obersee fahren. Das Navigationssystem zeigte als kürzeste Route den Ostuferwanderweg an - und der Urlauber folgte brav. Allerdings ist dieser Weg ab einem Umkehrplatz nur mehr für Radfahrer und Fußgänger passierbar.

Das Salzkammergut, bekannt für seine atemberaubenden Seen und Berge. Doch asiatische Touristen störten das Idyll zuletzt und löäste einen Feuerwehreinsatz aus.
Das Salzkammergut, bekannt für seine atemberaubenden Seen und Berge. Doch asiatische Touristen störten das Idyll zuletzt und löäste einen Feuerwehreinsatz aus. © Panthermedia/Imago/FF St. Agatha

Der Vorfall am Hallstätter See ist kein Einzelfall. Immer wieder kommt es zu ähnlichen Situationen auch anderswo, wenn Touristen blindlings ihren Navigationsgeräten vertrauen. So etwa in Südtirol, als Camper kürzlich in einer Sackgasse landeten.

Recht viel anders war es nun am Hallstätter See nicht. „Trotz eines deutlichen Fahrverbotes für PKW setzte der Fahrer seine Fahrt fort“, berichtet die Freiwillige Feuerwehr St. Agatha laut der lokalen Nachrichtenplattform MeinBezirk.at. Das Ergebnis war vorhersehbar: Auf dem schmalen Pfad blieb das Fahrzeug auf der Böschungskante hängen.

Tourismus-Hotspot Hallstatt

Hallstatt ist eine Marktgemeinde am Westufer des Hallstätter Sees im österreichischen Salzkammergut. Von hier lassen sich zahlreiche Wanderwege erkunden und die Seele baumeln lassen. In der Hochsaison können in Hallstatt bis zu 10.000 Touristen pro Tag ankommen. Der Ort mit seinen etwa 750 Einwohnern wird oft als „Märchenstadt“ bezeichnet, aber der große Touristenstrom stellt die Bewohner vor Herausforderungen. 

Hallstatt ist in China so beliebt, es wurde sogar nachgebaut. In der Provinz Guangdong steht doch tatsächlich ein zweites Hallstatt. Der kleine Marktplatz, der markante Kirchturm – alles wie in Österreich.

Österreichische Feuerwehrler sauer: „Von Schuldeinsicht keine Spur“

Passanten alarmierten die Freiwillige Feuerwehr St. Agatha, die zu einem schweißtreibenden Einsatz ausrücken musste. „Wir konnten mit den größeren Einsatzfahrzeugen nicht zum Urlauberauto zufahren, mussten zuerst alles in kleinere Autos umladen“, erzählte Kommandant Michael Hauser laut Kronen-Zeitung. Die gesamte Ausrüstung musste teilweise sogar zu Fuß zur Unfallstelle getragen werden.

Mit Hebekissen und Unterlagsholz hoben die zwölf Feuerwehrleute den festsitzenden Wagen in mehreren Etappen wieder auf den Weg. „Ein Kamerad hat das Auto dann vorsichtig zurück auf die Zufahrtsstraße gelenkt“, erklärte Kommandant Michael Hauser. Von dort konnte der Urlauber seine Fahrt selbstständig fortsetzen. Während die Feuerwehrleute bei sommerlichen Temperaturen schwitzten, blieben die Touristen erstaunlich gelassen. „Von Schuldeinsicht keine Spur“, so Hauser. Allerdings soll es auch an der Verständigung gewaltig gehapert haben.

Der Ostuferwanderweg ist besonders bei Familien beliebt, da er entlang des malerischen Sees führt und mit 16,2 Kilometern Länge eine gemütliche Tageswanderung bietet. Mehr schöne Orte für einen Urlaub in Österreich finden Sie hier. Übrigens versteckt sich eines der günstigsten Skigebiete Österreichs nahe Hallstatt. (mke)

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