„Ein Flugzeug hat mir aufs Dach gesch…“ – Landeten Fäkalien auf dem Haus einer Raublingerin?

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Am Samstagmorgen, 11. Mai, entdeckten die Familie Fischer aus Raubling die Sauerei auf ihrem Dachfenster und Kamin. © Fischer

Als Rosemarie Fischer aus Raubling am Morgen durch ihr Dachfenster schaute, dachte sie nur: „Scheiße.“ Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Ihrer Meinung nach stammt die Sauerei aus einer Flugzeugtoilette. Kann das wirklich sein?

Raubling – Was gibt es Schöneres als Sonnenschein an einem Samstagmorgen? Wenn der Blick aus dem Fenster jedoch unerwartet durch braune Spritzer getrübt wird, kann einem das schon mal übel aufstoßen. So ist es Rosemarie Fischer und ihrem Mann aus Raubling ergangen. „Ich glaube, ein Flugzeug hat uns aufs Dach gesch...“, sagt sie. Was sonst?

Einen vorbeifliegenden Gänseschwarm hält die Raublingerin für sehr unwahrscheinlich. „Da müssten schon sehr viele Gänse alle auf einmal ihren Darm entleert haben.“ Oder aber es waren Außerirdische, fügt sie scherzhaft hinzu. Die Flugzeugtheorie erscheine ihr am logischsten. Schließlich lese man ja immer wieder von vom Himmel fallenden Urinblöcken.

Ach du Scheibe

Sie könne sich den Durch-...äh...Vorfall nicht anders erklären. Als sie am späten Freitagabend, 10. Mai, ins Bett gegangen ist, sei das Fenster noch sauber gewesen. Am Morgen danach erblickte sie dann die Sch...eibe. Außerdem sei auch die komplette Westseite des Kamins mit der braunen Masse gesprenkelt. Von den Nachbarn habe bislang noch niemand ähnliches berichtet. Auch, dass sich jemand einen schlechten Scherz erlaubt hat, hält sie für ausgeschlossen.

Ihr Mann hätte gleich mit einem sogenannten Flight Tracker Programm eine Recherche gestartet. Anhand des Programms könnten Flugrouten verfolgt werden. „Für diesen Zeitraum kämen drei Fluggesellschaften infrage“, sagt Fischer. Dass jemand kommt und die Sauerei beseitigt, damit rechnet die Raublingerin aber nicht. „Ich vermute, den Schuldigen wird man nicht finden.“

Herabfallende Exkremente wären blau

Das Luftamt Südbayern erreichen immer wieder diese Vermutungen, dass Fäkalien aus den Flugzeugen einfach abgeworfen werden. „Das ist aber ausgeschlossen“, sagt Wolfgang Rupp, Sprecher der Behörde. Denn grundsätzlich werde die Bordtoilette nur am Boden abgepumpt. In der Luft sei dies nicht möglich. „Außer eine Dichtung ist beim Abpumpen beschädigt worden“, so Rupp. Dann würde die Flüssigkeit jedoch eher tröpfchenweise austreten und unterwegs gefrieren. „Außerdem wäre sie blau vom Desinfektionsmittel, das für Flugzeugtoiletten verwendet werden muss.“

Das Einzige, was bewusst aus einem Flieger abgelassen werde, sei Kerosin. „Jedoch wird dafür ein spezieller Luftraum zugewiesen. Meist sind das eher unbesiedelte Flächen“, erklärt Rupp. Das Kerosin werde dann über einen längeren Zeitraum abgelassen und zerstäubt. „Unten merkt man davon gar nichts.“

Beutetier aus Angst gekotet?

Robert Ertler, Sprecher der Deutschen Flugsicherung (DFS), hält die Theorie, dass es Kot aus einem Flugzeug sein soll, für sehr unwahrscheinlich. „Da müsste im Flugzeug das Ventil des Unterdrucksystems kaputtgegangen sein, was der Pilot gemeldet hätte.“ Eine solche Meldung sei an diesem Tag für den Raum Rosenheim aber nicht eingegangen.

Bei kleinen, privaten Flugzeugen gäbe es ein solches Ventil nicht, daher könne dort auch nichts vom Inneren des Flugzeugs nach außen gelangen. „Die einzige Möglichkeit wäre noch, dass Kot von den Reifen herunterfällt, wenn das Flugzeug im Landeanflug ist“, sagt Ertler. Doch dazu sei der Raum Rosenheim zu weit von den beiden nächstgelegenen Flughäfen München und Salzburg entfernt. Der Pressesprecher hat andere Vermutungen: Er vermutet, dass ein Greifvogel mit seiner Beute über die Gegend geflogen sein könnte. Das Beutetier könnte vor lauter Angst seinen Kot abgeworfen haben. Doch das seien nur Spekulationen. „Das muss einen natürlichen Ursprung haben, ein Flugzeug war es jedenfalls fast sicher nicht“, sagt Ertler.

Shit happens

Für ein Beutetier erscheint die Menge an Kot, die sich auf dem Dachfenster der Fischers befindet, etwas zu viel. Vielleicht ein Ballon-Fahrer? Oder Gülle? Doch wie kommt die auf‘s Dach? „Da bleibt Raum für Spekulation“, sagt Rosemarie Fischer.

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