Beim jüngsten Ötztaler Radmarathon am letzten August-Sonntag ist Andrea Schwarz-Stegherr aus Kinsau gelungen, wovon viele ambitioniert Rennradsportler nur träumen können: ein Podestplatz beim wohl bekanntesten und legendärsten Radmarathon Europas
Kinsau/Sölden - Bei traumhaften Witterungsbedingungen, stand die Rennradsportlerin aus dem Lechrain unter strahlend blauem Himmel zusammen mit 4.500 Teilnehmenden im Wintersport- und Radmekka Sölden am Start. Bereits zum vierten Mal stellte sie sich einer Herausforderung, die sich viele Radsportbegeistert nur schwer vorstellen können: insgesamt 227 Kilometer lang ist die Strecke, wobei vier schwere Alpenpässe mit rund 5.500 Höhenmetern zu bewältigen sind. Nach dem Start im frühmorgendlichen Sölden in Tirol geht es mit rasantem Tempo nach Ötz, wo die Kletterei beginnt: Erst übers Kühtai nach Innsbruck, dann vorbei an der Sprungschanze Bergisel hoch auf den Brennerpass und ab Sterzing zum Jaufenpass.
Etwas Erholung verspricht danach die Abfahrt nach Sankt Leonhard in Passeier. Zum krönenden Abschluss des Radmarathons wartet als „Scharfrichter“ noch das Timmelsjoch mit knapp 1.800 Meter Höhenunterschied auf 29 Kilometern Länge auf. Noch einmal auf die Zähne beißen heißt es da, wobei es auch auf eine gute Renneinteilung ankommt. Andrea Schwarz-Stegherr weiß das mit ihrer langjährigen Rennrad-Erfahrung nur allzugut und hatte für den letzten und härtesten Anstieg noch ausreichend Körner übrig. Nach 10:50 Stunden rollte sie in Sölden über die Ziellinie und konnte trotz aller Anstrengungen noch ordentlich jubeln: 2. Platz in der Altersklasse Damen Master 3. Im vierten Anlauf endlich auf dem Ötzi-Stockerl.
„Das besondere am Ötztaler Radmarathon ist neben der extremen sportlichen Herausforderung für die Athleten die unfassbar gute Stimmung entlang der Strecke“, sagt die Zweitplatzierte. Nicht nur im Start- und Zielbereich, wo sich tausende Zuschauer einfanden, sondern auch auf den Passhöhen und entlang der Strecke säumten Zuschauermassen die Straßen, um die Sportler anzufeuern. Für Andrea Schwarz-Stegherr war es „ein unvergesslicher Tag auf dem Rennrad“, gekrönt von einer „wunderschön gestalteten Siegerehrung“.