Waldkindergarten: Gemeinde schafft Basislager bei Bergham - „Waldeulen“ fliegen im Frühjahr ein

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Kindergarten unter freiem Himmel: Am Waldrand westlich von Bergham (r.) entsteht das Basislager der Otterfinger Waldkindergartengruppe (l.). Die Zuwegung erfolgt über den Feldweg (oben) sowie über die Kreisstraße (unten) und einen aufgekiesten Weg. Skizze: Gemeinde © Gemeinde

Seit September gibt es eine Waldkindergarten-Gruppe unter dem Dach des Pfarrkindergartens. Nur: Die Gruppe hat noch gar kein Waldquartier. Die Gemeinde will jetzt dieses Basislager einrichten, am Waldrand westlich von Bergham. Im Frühjahr soll es fertig sein.

Otterfing – Die „Katzen“ und „Löwen“ haben Untermieter bekommen: Die „Waldeulen“ leben seit September mit unter dem Dach des Pfarrkindergartens St. Georg in der Schulstraße – und der Name der dritten Kindergartengruppe ist nicht zufällig gewählt. Die Gruppe ist als Waldkindergarten konzipiert, wurde aber vorerst im Keller des Kindergartens einquartiert. Denn den Standort im Wald, eine Fläche im „Lohholz“ westlich von Bergham, muss die Gemeinde erst vorbereiten.

Eine Zufahrt von der Kreisstraße MB 5 ist nötig, einen Bauwagen als Unterkunft wird der Bauhof zimmern. Einstimmig gab der Gemeinderat dafür in seiner Sitzung am Dienstag die nötigen Gelder frei. Insgesamt 64 000 Euro werden in den Haushalt eingestellt, davon entfallen 30 000 Euro auf Baumaterial, 28 000 Euro auf Wegebau und 6000  auf Baumfäll-Kosten; die Bauhof-Eigenleistung wird auf 20 000 Euro geschätzt. Arbeiten und Genehmigungen sollen über den Winter erledigt und eingeholt sein, erklärte Bauamtsleiter Hubert Zellner: „Im Mai könnte der Kindergarten an den Waldstandort wechseln.“

Als Zuwegung ist ein aus Bergham kommender Feldweg vorgesehen. Zusätzlich wird – als offizielle Zufahrt und Rettungsweg – ein aufgelassener Feldweg aufgekiest, der von der Kreisstraße nach Steingau etwa 200 Meter nach Norden führt und in einem kleinen Parkplatz münden soll. Josef Killer (FWG) wies darauf hin, dass der Feldweg auch für Viehtrieb genutzt wird. „Ich glaube nicht, dass da Konflikte entstehen“, sagte Bürgermeister Michael Falkenhahn (SPD). Für eine Verlängerung des Bürgersteigs aus Bergham, wie sie Killer ins Spiel brachte, sah Falkenhahn keine Notwendigkeit.

Der ausgebaute Bauwagen sei nur als Schlechtwetter-Unterkunft vorgesehen, betonte Zellner; er verfüge weder über Wasser- noch über Abwasserrohre. Da sich Hersteller solche Waldkindergarten-Unterkünfte mittlerweile gut bezahlen lassen („da sind wir schon etwas erschrocken“), erklärten sich die Handwerker vom Bauhof bereit, über den Winter einen alten Bauwagen selbst aufzurüsten. Im Dezember und Januar werde das künftige Standquartier von Bäumen befreit, die nicht als verkehrssicher gelten; gleichzeitig ist die Aufkiesung geplant.

Die behördliche Genehmigung durch das Landratsamt will das Rathaus noch in diesem Jahr in trockenen Tüchern haben. „Es gab Vorgespräche, die Voraussetzungen für einen Waldkindergarten an dieser Stelle sollten passen“, erklärte Falkenhahn auf eine entsprechende Frage von Hildegard Huil (Grüne). Gerhard Heimerer und Robert Schüßlbauer (beide CSU) wunderten sich, dass der Bauwagen kein TÜV-Zertifikat braucht. Zellner sagte zu, das noch mal zu prüfen.

Bis zu 18 Plätze kann die Gruppe bieten – für die Gemeinde eine wichtige Entlastung angesichts knapper Betreuungsplätze. Die Gruppe half entscheidend mit, dass die Gemeinde Otterfing alle Betreuungswünsche erfüllen konnte. Wie Evelyn Kleinfelder, Leiterin des Pfarrkindergartens, auf Anfrage erklärte, sind es derzeit elf Kinder, um die sich drei Betreuerinnen kümmern. Das Team habe sich ganz neu finden müssen, sagt Kleinfelder.

Die Altersstruktur ist sehr gemischt, vom Wickelkind bis zum Vorschulkind. Die Hälfte hat einen Migrationshintergrund, „es gibt noch Sprachbarrieren“. Und nicht alle Eltern hätten sich explizit für das Waldkindergarten-Konzept beworben, sondern waren froh, überhaupt einen Platz zu bekommen. Aber die Gruppe wachse zusammen, sei täglich draußen, übe das Rucksack-Packen. „So eine Gruppe mit neuem Konzept ganz neu aufzubauen, das ist nicht leicht“, sagt Kleinfelder, „aber langsam lernen unsere ,Waldeulen’ das Fliegen.“

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