Wegen heftigen Verlusten im Ukraine-Krieg: Moskau wohl zu drastischem Schritt gezwungen

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Russlands Verluste im Ukraine-Krieg scheinen Auswirkungen auf das Leben in Moskau zu haben. Neue Daten enthüllen nun Details, wie die Stadt offenbar reagieren muss.

Moskau – Tausende tote Soldaten, Verletzte und Probleme beim Nachschub für die Front: Die Kämpfe im Ukraine-Krieg fordern seit über zwei Jahren ihren Tribut – auf beiden Seiten. In regelmäßigen Updates informiert der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte über Russlands Verluste, eigene Zahlen kommen nur spärlich ans Licht. Zwar lassen sich die Angaben in der Regel nicht unabhängig prüfen, doch Wladimir Putin soll bei Kämpfen in der Ukraine inzwischen über 560.000 Soldaten verloren haben.

Wie viele russische Soldaten tatsächlich gestorben sind, bleibt bei den Angaben zur Lage im Ukraine-Krieg unklar, doch angesichts der steigenden Verluste scheint Russland nun zu einem drastischen Schritt gezwungen zu sein. Dieser offenbart demnach, welche Auswirkungen die Kämpfe im Krieg in der Ukraine auf die russische Bevölkerung haben.

Russlands Verluste wohl mit drastischen Folgen: Moskau baut Friedhöfe aus

Eine Analyse einer unabhängigen russischen Publikation kommt nun zu dem Ergebnis, dass Russland die staatlichen Ausgaben für die Erweiterung von Friedhöfen seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs deutlich erhöht hat. Die Moscow Times schreibt, dass die Ausgaben von russischen Behörden im vergangenen Jahr für Friedhofsprojekte bei etwa 225 Millionen Rubel lagen. Das entspricht in etwa 2,3 Millionen Euro. Auf den ersten Blick scheint dies nicht viel zu sein, aber: Der Betrag verdoppelte sich im Vergleich zu 2022 und steigerte sich um das Sechsfache im Vergleich zu 2020.

Russische Soldaten feuern mit einer Haubitze auf ukrainische Stellungen.
Russische Soldaten feuern mit einer Haubitze auf ukrainische Stellungen. © Stanislav Krasilnikov/Imago

Offizielle Statistiken zeigen keinen Anstieg der Todesopfer infolge des Krieges in der Ukraine. Laut der staatlichen Statistikbehörde Rosstat sank die Zahl der Todesfälle im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 22 % und im Jahr 2023 um weitere 7,6 %. Daher ist es fast unmöglich, den wahren Umfang von Russlands Verlusten im Ukraine-Krieg anzugeben. Eine Schätzung der unabhängigen Nachrichten-Website Meduza geht davon aus, dass etwa 120.000 Menschen ums Leben gekommen sein könnten.

Folgen im Ukraine-Krieg: Zahl toter Soldaten steigt

Dass die Erweiterungen der Friedhöfe nicht unmittelbar mit den Auswirkungen des Ukraine-Kriegs in Zusammenhang stehen müssen und auf andere Effekte zurückzuführen sind, ist allerdings möglich. Russland kämpft seit Jahren mit einer Überalterung der Bevölkerung und Todesfällen, die auf Alkoholmissbrauch zurückzuführen sind. Das Land bemüht sich seit Ausbruch der Kämpfe im Krieg in der Ukraine, die wahren Opferzahlen zu verschleiern. Der ehemalige Verteidigungsminister Sergei Schoigu sprach im Herbst 2022 von knapp 6000 getöteten Soldaten. Derweil steht die Ukraine vor der F-16-Lieferung.

Wie Newsweek schreibt, sagte Wladimir Putin Anfang Juni während einer Pressekonferenz, dass Russland zwar im Ukraine-Krieg deutliche Verluste erlitten hätte. Allerdings würden die eigenen Verluste bei eins zu fünf zugunsten des Kreml liegen. Währenddessen hat das Institute for the Study of War mitgeteilt, dass Russlands Streitkräfte in der Ostukraine weiter Gewinne gegen die ukrainischen Verteidiger erzielen kann. Demnach setzen Putins Streitkräfte an vielen Frontabschnitten auf Offensivmanöver, die mit großer Wahrscheinlichkeit unter Inkaufnahme von hohen Verlusten einhergehen. (fbu)

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