Skandal um vermeintlichen Fußball-Scout des FC Bayern

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In Ravensburg steht ein 25-jähriger Mann vor Gericht, der sich als Talentscout des FC Bayern ausgegeben hat. (Symbolbild) © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Franz Feiner

Ein Mann hat sich als Talent-Scout des FC Bayern ausgegeben und Nacktbilder von Jugendlichen angefordert. Jetzt steht der 25-Jährige vor Gericht.

München/Ravensburg – Ein 25-jähriger Mann steht vor Gericht, weil er sich als angeblicher Fußball-Talent-Scout des FC Bayern München ausgegeben haben soll, um Kinder dazu zu bringen, ihm Nacktbilder zu schicken. Ihm wird unter anderem die Verbreitung von Jugendpornografie zur Last gelegt. Der Mann stammt aus Mengen im Landkreis Sigmaringen.

Angeklagter legt bei Prozessbeginn ein umfassendes Geständnis ab

Zu Beginn des Prozesses vor dem Landgericht Ravensburg legte der Angeklagte laut dem Vorsitzenden Richter ein umfassendes Geständnis ab. Aufgrund von Persönlichkeitsrechten fand diese Einlassung unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Die angeklagten Vergehen sollen sich zwischen März 2023 und Juni 2024 ereignet haben. Der Angeklagte soll in sozialen Netzwerken mehrere Jungen im Alter von 13 bis 15 Jahren kontaktiert und dazu gebracht haben, ihm Nacktbilder zu senden. Auch Mädchenmannschaften sollen ins Visier genommen worden sein. Er behauptete, die Bilder für eine Leistungsdiagnostik der Fußball-Talente zu benötigen. Zudem soll er die mutmaßlichen Opfer in Videotelefonaten zu sexuellen Handlungen gedrängt haben.

„Das sind alles Jungs, die einen Traum haben vom Profifußball.“

Die führende Ermittlerin erklärte, dass die genaue Anzahl der Fälle noch unklar sei. Eine Familie aus Freiburg habe den Stein ins Rollen gebracht, als sie Anzeige erstattete. Daraufhin seien weitere Anzeigen eingegangen. Bei einer Wohnungsdurchsuchung wurden sieben Smartphones, ein Laptop und mehrere USB-Sticks des Angeklagten beschlagnahmt. Die Durchsicht des Materials und die Suche nach weiteren Opfern seien noch nicht abgeschlossen. „Es ist noch unglaublich viel“, sagte die Ermittlerin. Zwei neue Fälle aus Bayern seien hinzugekommen.

„Das sind alles Jungs, die einen Traum haben vom Profifußball“, erklärte die 37-jährige Ermittlerin. Diese Jugendlichen nähmen den Sport sehr ernst, einige von ihnen lebten sogar in Sportinternaten. Der Angeklagte habe sie mit Druck und Drohungen manipuliert.

FC Bayern leitet zivilrechtliche Schritte gegen den Angeklagten ein

Die Polizei habe den FC Bayern München kontaktiert, berichtete die Ermittlerin weiter. Mehrere Eltern hätten sich wegen des vermeintlichen Talentsuchers an den Bundesligaverein gewandt. Ein Sprecher des Vereins teilte mit, dass der FC Bayern zivilrechtliche Schritte gegen den Angeklagten einleite.

Der Vater eines der betroffenen Jungen sagte aus, dass er zufällig auf verdächtige Chatverläufe auf dem Handy seines 14-jährigen Sohnes gestoßen sei. Die Familie habe daraufhin die Polizei eingeschaltet. Der Sohn berichtete vor Gericht von einer erheblichen Belastung durch die Ereignisse. Für das Verfahren sind bis zum 4. Februar fünf weitere Verhandlungstage angesetzt. (jb)

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