Die Tiefengeothermie-Pläne in Herrsching werden konkreter. Das Unternehmen Erdwärme-Herrsching hat sich dafür nun ein Grundstück im Norden der Gemeinde gesichert. Details soll eine Infoveranstaltung am Donnerstag bringen.
Herrsching – Das Unternehmen Erdwärme-Herrsching hat sich ein Grundstück für das geplante Tiefengeothermie-Projekt gesichert. Das teilte Projektmanagerin Sophie Birner auf Nachfrage des Starnberger Merkur mit. Es befinde sich im Norden von Herrsching, die Fläche habe die Firma nach langen Verhandlungen erwerben können. Details zu Lage und Größe des Grundstücks wollen Sophie Birner und ihr Vater, Geschäftsführer Josef Birner, bei einer Informationsveranstaltung erläutern. Diese findet am morgigen Donnerstag, 19. Dezember, von 19 bis circa 21 Uhr im Gartensaal des Hotels Seehof in Herrsching statt. Das Projektteam sowie Experten aus der Branche stellen laut Birner die bisherigen Ergebnisse vor und geben einen Ausblick auf die nächsten Schritte. Das Interesse ist groß: 60 Anmeldungen verzeichnete das Unternehmen bis Dienstag. Sie sind möglich unter www.erdwaerme-herrsching.de/dialog.
Ursprünglich war ein anderes Grundstück für die Förderung der erneuerbaren Energie vorgesehen. Vor mittlerweile zwölf Jahren hatte Josef Birner einen genehmigten Bauvorbescheid neben dem ehemaligen Produktionsgebäude von Heine-Optotechnik an der Seefelder Straße. Doch die Pläne wurden nie realisiert, erst wegen der Diskussion über den Bau eines Gymnasiums an dieser Stelle, dann wegen der Krankenhauspläne, die derzeit auf Eis liegen.
Über die neue Fläche sagt Sophie Birner: „Der Standort für den Bohrplatz wurde sorgfältig ausgewählt, um eine optimale Balance zwischen Erreichbarkeit der Bohrtargets, Einspeisung in ein Nahwärmenetz und den Anforderungen des Umweltschutzes zu gewährleisten.“ Gleichzeitig werde ein großzügiger Abstand zur Wohnbebauung eingehalten. Außerdem liege der Bohrplatz „fern von Naturschutzgebieten und anderen sensiblen Schutzflächen, was sicherstellt, dass keine ökologisch wertvollen oder geschützten Bereiche beeinträchtigt werden“. Rund um den Bohrplatz befinde sich Ackerfläche.
Der Bohrplatz liegt fern von Naturschutzgebieten und anderen sensiblen Schutzflächen.
Die Aufsuchungserlaubnis, Tiefengeothermie auf einer circa 90 Quadratkilometer großen Fläche fördern zu dürfen, erhielt Erdwärme-Herrsching bereits Anfang 2023 vom bayerischen Wirtschaftsministerium. In der Zwischenzeit seien alle erforderlichen Gutachten eingeholt worden, darunter die Umweltverträglichkeitsvorprüfung, teilt die Projektmanagerin mit. „Dankenswerterweise wurden wir hier auch vom Landkreis Starnberg mit bereits vorliegenden Studienergebnissen unterstützt. Auch die Ergebnisse der Lärmschutzgutachten und der Baugrunduntersuchungen liegen vor und sind zu einem positiven Ergebnis gekommen.“
Gesichert sei auch die Finanzierung – dank Kapitalpartnern und der Bundesförderung für effiziente Nahwärmenetze. „Wir führen derzeit Gespräche, um die Details der Realisierung des geplanten Nahwärmenetzes in Herrsching weiter zu konkretisieren“, sagt Sophie Birner. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen von einem Fünf-Jahres-Plan bis zum Start berichtet – und dass auch die Gemeinden Andechs und Seefeld mitversorgt werden könnten.
Tiefengeothermie ist die Nutzung von Erdwärme ab 400 Metern unter der Oberfläche. Das europaweit größte Projekt realisieren die Münchner Stadtwerke derzeit am Michaelibad.