Nach den verheerenden Schäden durch das Hochwasser vom ersten JuniWochenende reißt die Hilfsbereitschaft von Bürgern und Unternehmen nicht ab. Mittlerweile sind bereits über 350.000 Euro zusammengekommen, um die gröbste Not zu lindern. Der voraussichtliche Gesamtschaden wurde von Bürgermeister Otto Göppel mit mindestens 250 Millionen Euro angegeben.
Babenhausen – Neben den etwa 500 Häusern, die vollgelaufene und verwüstete Keller sowie Erdgeschosse zu beklagen hatten, wurden auch etliche wichtige Gebäude der örtlichen Infrastruktur ruiniert. Der Neubau der einzigen Hausarztpraxis im Ort an der Günz wurde ebenfalls von den Wassermassen zerstört. In den modernen Räumen der Praxis entstand ein Totalschaden, weshalb diese dort nicht mehr weiterbetrieben werden kann. Hart getroffen hat es außerdem den Kindergarten „Sternschnuppe“ nahe der Mühlbach-Abzweigung an der Günz. Auch hier beklagt Göppel einen Totalschaden. Zudem wurde das Feuerwehrhaus überspült, das Parkett sowie die Einrichtung müssen entfernt werden und die dortigen Schulungsräume werden ebenfalls auf absehbare Zeit nicht mehr genutzt werden können.
Beträchtliche Spende
Zwischenzeitlich haben Bürger und verschiedene Hilfsorganisationen nach Angaben von Armin Schröter, AWO Vorstand im Fuggermarkt, bereits über 90.000 Euro auf das Hochwasser-Konto (DE21 7315 0000 0000 0335 55) der örtlichen AWO gespendet. In der Halbzeitpause des Benefiz-Spiels gegen den FC Memmingen überraschte die Firma Ehrmann mit einem Spendenscheck in Höhe von 250.000 Euro für den Markt Babenhausen. Bürgermeister Göppel wird nun mit dem Gemeinderat beraten, wie das Geld verwendet wird. Klar ist schon jetzt, dass ein Teil davon in den Wiederaufbau der medizinischen Grundversorgung sowie der übrigen geschädigten Infrastruktur gesteckt werden soll. Für den Babenhauser Rathauschef ist klar, dass alles, was nicht über Spenden finanziert werden kann, die Marktgemeinde aus ihrem Haushalt aufbringen muss. „Das wird noch eine Herkulesaufgabe werden“, so Göppel. Schnelle Hilfe konnte für den Kindergarten „Sternschnuppe“ geleistet werden. Die betroffenen Kinder werden für eine noch nicht absehbare Übergangszeit im ehemaligen Kindergarten „Guter Hirte“ betreut. Das Gebäude konnte wieder kurzfristig reaktiviert werden, da der bis vor kurzem dort ansässige Kindergarten auf dem Schlossareal seine neue Heimat gefunden hat. Mit den Hausärzten, deren neue Praxisräume verwüstet wurden, finden ebenfalls Gespräche statt, um möglichst bald Abhilfe zu schaffen. „Es wäre für den Ort ein Drama, wenn wir hier nicht bald eine Lösung finden und Babenhausen ohne hausärztliche Versorgung dastehen würde“, so der Bürgermeister.
Über den Hochwasserfonds der AWO hinaus, bündelt deren Ortsverein auch die Spenden von anderen Organisationen wie Lions Club, Bürger umsorgen Senioren (BuS), Caritas und Markt Babenhausen, um wenigstens eine kleine Unterstützung der betroffenen Haushalte zu ermöglichen. Anträge dazu nimmt die AWO unbürokratisch entgegen.
Bürgerversammlung „Hochwasser“
Bürgermeister Otto Göppel hat die Bevölkerung zu einer „Hochwasser“-Bürgerversammlung am 25. Juli um 19 Uhr in die große Halle des Schulzentrums eingeladen.
mk
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