Erholungsgelände St. Alban: Verzögerungen wegen Altlasten

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Wenn die Erdhaufen nach der Untersuchung entsorgt werden, soll mit der Ertüchtigung des Areals begonnen werden. Das kleine Bild zeigt das Gelände vor dem Erdhaushub. © Fotomontage: Roettig

Seit einem Jahr schon sollte das 9.000 Quadratmeter große Traumgrundstücks südlich des Seerestaurants St. Alban nach einer gründlichen Ertüchtigung als Erholungs- und Badegelände der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Doch eine Altlastenuntersuchung bremst das Vorhaben aus.

Dießen - Wer die Frühlingstage zu einem Ausflug nach St. Alban nutzt, kommt nach Strandbad und Parkplatz an einem Seegrundstück vorbei, das die Marktgemeinde 2020 von der Stadt Augsburg gekauft hat, um hier ein öffentliches Erholungsgelände zu schaffen. Zum Seeweg hin wurden Hecke und Strauchgruppen bereits so ausgeschnitten, dass man einen freien Blick über den Ammersee und auf das Gelände hat. Aber da tut sich bisher noch nichts in Sachen Ertüchtigung. Nur die mächtigen Thujen und Zypressen hat man bereits entfernt, weil sie den Planungen für die künftige Gestaltung im Wege standen. Was auffällt, sind die mit weißen Planen abgedeckten Erdhaufen.

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Sie sind der Grund für die Verzögerung. Denn die Untere Altlasten- und Bodenschutzbehörde im Landratsamt Landsberg hat eine Untersuchung angeordnet, weil im benachbarten Grundstück mit dem Seerestaurant St. Alban Teerbrocken gefunden wurden. Da auf dem jetzt im Dießener Besitz befindlichen Gelände bislang Wohnmobile, Anhänger und Boote der Segelgemeinschaft Augsburg gelagert wurden, lag die Vermutung nahe, dass auch hier der Boden verunreinigt ist. Tatsächlich wurde in einem Teilbereich eine geringfügige Kontaminierung festgestellt, weshalb der Oberboden entfernt, aufgehäuft und zum Trocken mit Planen abgedeckt wurde. Die geforderte „feinteiligere Laboruntersuchung“ kann erst nach dem Trocknen durchgeführt werden. Wenn die Inhaltsstoffe identifiziert sind, werden die Erdhaufen fachgerecht entsorgt.

Danach geht es an die vom Dießener Gemeinderat mit 18:5 Stimmen verabschiedete Ertüchtigung des Geländes. Nach dem Entwurf von Landschaftsarchitektin Johanna Vogl sollen die entfernten Nadelhölzer und Bäume durch Neupflanzungen mit standortgerechten Arten ersetzt werden.

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Die Abgrenzung zum Segelclub stellt sich Johanna Vogl mit freiwachsenden Sträuchern in lockeren Gruppen vor. Die Hecke am stark frequentieren Seeweg-Süd dagegen sollte Einblicke in die Grünfläche bieten. Um einerseits eine räumliche Abgrenzung zu erreichen, andererseits um parkende Autos zu verhindern, hat man sie im wesentlichen belassen und nur ausgedünnt.Innerhalb des Geländes ist mittig ein gekiester Querweg angedacht, von dem zwei Wege zum Ufer führen. Sitzbänke, Himmelsliegen und Fahrradständer sollen zum Besuch einladen. Sogar eine Stromversorgung für etwaige Veranstaltungen ist eingeplant. Vielleicht wird sogar der vom Jugendbeirat schon lange gewünschte Grillplatz hier verwirklicht. Toiletten wird es auf dem Platz keine geben, da „bauliche Anlagen“ nicht erlaubt sind. Allerdings kann die vom Landkreis bald fertiggestellte Anlage beim nahen Campingplatz benutzt werden.

Ob bei der geschätzten Gesamtsumme von rund 213.000 Euro zuzüglich der Entsorgung des kontaminierten Bereichs heuer noch mit den Arbeiten begonnen wird, ist auch angesichts der angespannten Finanzlage fraglich.

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