Das ist aus der Wirecard-Zentrale geworden: Rock Capital führt durch neues Prestigeobjekt

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Die drei Chefs im hauseigenen Restaurant: die geschäftsführenden Gesellschafter Peter Neumann (l.) und Christian Lealahabumrung (r.) mit Geschäftsführer Andreas Wißmeier. © Nico Bauer (3)

Nach den schwierigen Jahren ab 2020 hat sich das Bild bei Rock Capital in Dornach wieder erhellt. Wirecard ist Vergangenheit, aber immerhin die Hälfte der Bürogebäude an der Einsteinstraße sind wieder vermietet.

Dornach - Im Horrorjahr 2020 löste sich der gesamte Geschäftsplan bei der Rock Capital Group in Luft auf. Erst ließ der Kontakt zu Wirecard bezüglich der neuen Zentrale nach, dann kam Corona und der große Knall mit der Insolvenz des Finanzdienstleisters. Das Bürogebäude an der Einsteinstraße wurde umgebaut und bietet 42 000 Quadratmeter hochwertige Büroflächen, die aktuell etwa zur Hälfte vermietet sind.

„Eigentlich haben wir hier schon 150 Prozent vermietet“, sagt Peter Neumann, der zusammen mit Christian Lealahabumrung das Gesellschafter-Duo der Rock Capital Group bildet. 2018 hatte man die gesamten 40 000 Quadratmeter an Wirecard vermietet und nun sind eben schon wieder gut 20 000 Quadratmeter vermietet. Das Bürogebäude bekam ein neues Konzept und zog bereits prominente Unternehmen nach Dornach. So zog der schwedische Konzern Essity (Tempo, Zewa, Tena, Leukoplast), die französische Crédit Agricole Niederlassung Deutschland und das US-amerikanische Technologieunternehmen Bourns Electronics nach Dornach. Weitere Mietverträge sind bereits abgeschlossen. Der Finanzdienstleiter Crédit Agricole kommt aus Oberhaching und hat 2000 Quadratmeter angemietet für einen hochmodernen Mix aus Großraumbüros und einzelnen Arbeitsstationen mit Rückzugsmöglichkeit.

2020 platzte die Blase

Andreas Wißmeier, der Geschäftsführer des Büroprojektes am Einsteinring, könnte ein Buch schreiben über die irren Episoden und Wendungen. Als Wirecard noch die Nummer eins im Deutschen Aktien-Index DAX war, bekam er Wünsche zu hören wie schusssicheres Glas oder einen Hubschrauber-Landeplatz. 2020 platzte die Blase, und Wißmeier saß im Homeoffice zum Wundenlecken in der Internet-Konferenz.

Das zweite Leben des Gebäudes ist ein Konzept voller Besonderheiten. Andreas Wißmeier spricht über das „Immune Office“, in dem durch UV-C Licht, Luftfiltertechnik, Wärmetauscher und neue Ideen der Wärmerückgewinnung ein innovativer Büropark geschaffen wurde mit gleichermaßen gesunden wie nachhaltigen Arbeitsplätzen. „2020 drehte sich alles um Gesundheit“, sagt der Geschäftsführer. Auch heute nach den zwei Pandemiejahren punktet er bei Interessenten immer noch mit den Büroräumen mit der Gesunde-Luft-Garantie.

Geothermie tut dem Standort gut

Voll des Lobes ist er in dem grunderneuerten Gebäude, in dem einst die Zentrale des Computer-Marktführers Compaq war, über die Option Geothermie der AFK: „Drei Gemeinden haben vor vielen Jahren den glücklichen Griff getan, diese Wärme zu gewinnen.“ Dem Geothermie-Verbund der Kommunen Aschheim, Feldkirchen und Kirchheim habe man sich gerne angeschlossen.

Claudia Zoric, Esset Managerin bei Rock Capital, stellte den Innenausbau vor. „Ich habe mir viel Grün gewünscht und das wurde sehr ernst genommen“, sagt sie über das Haus, das für den German Design Award im Bereich Innenausbau nominiert wurde. Im Gebäude befindet sich eine Innenhalle mit Pflanzen an den Scheiben aller vier Stockwerke. 20 000 Marienkäfer werden unter anderem zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Über 1000 Pflanzen wurden geordert für die grünen Treffpunkte im Gebäude oder die Außenbereiche zwischen den Büros mit einer kleinen Parkanlage oder dem Secret Garden. Es scheint nichts zu geben, was es nicht gibt. Der Komplex hat familienfreundliche Arbeitsplätze mit der hauseigenen Kita und viel Flexibilität mit Kongressräumen, die die Mieter nach Bedarf ordern können.

Luxuriöser Farbtupfer

Die Gesellschafter und der Geschäftsführer stellten das Gebäude vor, das ein luxuriöser Farbtupfer des Gewerbegebiets „Expogate Munich-Dornach“ ist. Bei der Vorstellung des Hauses, der Konzepte und der Visionen wurde auch sehr deutlich, dass man die insgesamt 42 000 Quadratmeter im kommenden Jahr komplett belegt haben möchte. Und spätestens dann ist das Kapitel Wirecard bei der Rock Capital Group in Dornach geschlossen.

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