Blitzhochzeit vor 50 Jahren: Antonietta und Francesco Avagliano aus Karlsfeld feiern „Goldene“

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„Wir haben immer zueinander gehalten“: Bürgermeister Stefan Kolbe gratuliert Antonietta und Francesco Avagliano. © ep

Antonietta und Francesco Avagliano aus Karlsfeld haben ihre Goldene Hochzeit gefeiert. Die beiden eint seit 50 Jahren ihre große Liebe zueinander – zu der natürlich auch ein bisschen Streit gehört.

Karlsfeld – Sie kam am 10. August. Er sah sie, und sie ihn, und vier Monate später waren sie verheiratetet. Am 4. Januar 1975. Ihre Blitzhochzeit liegt nun 50 Jahre zurück, und Antonietta und Francesco Avagliano erzählen mit Vergnügen, wie alles anfing. Francesco war 1972 aus Salerno nach Karlsfeld gekommen. Er fand schon als 17-Jähriger Arbeit, erst bei BMW, dann bei der MAN. Später machte er eine Ausbildung zum Autoelektriker, dann als Spengler.

Damals arbeitete Francesco Avagliano mit dem Vater und dem Bruder von Antonietta zusammen. Die hatten die Idee: Sie solle doch mal aus Neapel zu Besuch nach Deutschland kommen, zum Oktoberfest. Mit ihrer Schwester machte sie sich auf den Weg. Die Fahrt dauerte mehr als zwei Tage, eine Bombe explodierte bei Bologna, der Zug musste umgeleitet werden. Vielleicht erklärt das die rasche Liebesheirat: Nur keine Zeit verlieren.

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Karlsfeld: Die Mamma war gegen die Hochzeit

Eine andere Erklärung geben die beiden, sich gegenseitig neckend: „Du musstest ja schnell zugreifen“, sagt Antonietta beim Anschauen der alten Fotos zu ihrem Mann: „Ich war ja sehr hübsch.“ Darauf Francesco: „Ich aber auch!“

Gar nicht einverstanden mit der Hochzeit ihrer 21 Jahre jungen Tochter war ihre Mutter. „Ich machte damals eine dreijährige Ausbildung zur Heilpraktikerin“, erzählt Antonietta Avagliano. „Das war dann alles vergeblich, meinte Mamma und fand es nicht richtig. Aber die Hochzeit in Napoli war wunderschön. Mit schönem Essen und einer Torte mit sechs Etagen.“

Drei Söhne und eine Tochter bekam das Ehepaar, über acht Enkelkinder freuen sie sich. Und sie können sich auch freuen, was sie in den vielen Jahrzehnten bewältigt und gemeinsam aufgebaut haben. Das hat sie zusammengeschweißt: „Wir haben immer zueinander gehalten.“ Jetzt können sie das Leben im schönen Reihenhaus genießen. Aber was das Wichtigste für ein gutes Gelingen einer Ehe ist, geben sie gerne zu Protokoll: „Wir haben jeden Tag gestritten.“ ep

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