Saatkrähen-Plage und Verkehrsthemen im Fokus der Bürgerversammlung

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Stand Rede und Antwort: OB Florian Hartmann bei der Bürgerversammlung im Adolf-Hölzl-Haus. © Simone Wester

Die Bürgerversammlung im Adolf-Hölzl-Haus stand ganz im Zeichen der Saatkrähen-Plage, die die Stadt Dachau zunehmend belastet.

Die Saatkrähen-Plage war das Hauptthema auf der Bürgerversammlung im Adolf-Hölzl-Haus. OB Florian Hartmann zeigte, wie sehr die Krähenpopulation im Stadtgebiet angewachsen ist. In Dachau gab es 2022 519 Brutpaare, zwei Jahre später waren es schon 832 Paare. Bei diesen Zahlen ging ein Raunen durch den Saal. Derzeit laufen im Rahmen eines Pilotprojektes Maßnahmen zur Vergrämung der Saatkrähen (wir berichteten). Hartmann nahm den Zuhörern jedoch die Hoffnung auf Beendigung der Plage. Denn durch die Entfernung der Nester samt Eiern würde man das Problem nur verlagern, so der OB. Auch die Wirkung einer momentan erlaubten begrenzten Tötung müsse man erst abwarten, betonte Hartmann.

In mehreren Wortmeldungen beschwerten sich Anwohner über „unerträglichen Geräuschpegel“ an der Theodor-Heuß-Straße. Und zwar nicht wegen der Autos, sondern wegen der Krähen. Martina Mayerhanser sagte, dass die Saatkrähen auch Tauben fressen würden. Sie warf dem OB vor, nicht genügend zu kommunizieren. Explizit nannte sie den Landtagsabgeordneten Bernhard Seidenath, der ihr gegenüber behauptet habe, dass die „Kommunikation mit der Stadt schlecht“ sei. Das wollte Hartmann so nicht stehen lassen und betonte, dass er in engem Kontakt mit ihm stehe. Dass der Landtagsabgeordnete so etwas gesagt haben solle, könne er sich nicht vorstellen, so Hartmann entrüstet. „Ich werde das mit ihm besprechen müssen“, so der OB und bezeichnete den Vorwurf der als „Frechheit“.

Johann Graßl fragte an, ob man die Abfalleimer abdecken könne, da er immer wieder beobachte, wie die Saatkrähen den Müll aus diesen zögen, um nach Essbarem zu suchen. Florian Hartmann versprach, dies zu prüfen, berichtete aber auch von Bürgern, die die Krähen fütterten. Oft sogar mit Hackfleisch, und dies sei natürlich „kontraproduktiv“.
Dass Saatkrähen auch andere Vögel vertreiben und attackieren, hat Melanie Dietz beobachtet. Sie berichtete ebenfalls von dem Lärm an der Theodor-Heuß-Straße, sowohl aufgrund der Krähen, als auch wegen des fehlenden Flüster-Asphalts.

Florian Hartmann erklärte, dass derzeit Straßen-Checks liefen, um die Sanierungsbedürftigkeit zu ermitteln. Im Falle einer Sanierung werde der lärmmindernde Asphalt automatisch zum Einsatz kommen, versprach der OB.

Melanie Dietz sprach die Situation am Dachauer Bahnhof an. „Ich fühle mich als Frau hier nicht sicher“, erklärte die Dachauerin. Hartmann richtete sich bei diesem Punkt an den Leiter der Polizeiinspektion Dachau Bernd Waitzmann, der die Situation am Bahnhof als „unaufgeregt“ bezeichnete. Es gebe aber durchaus „Schwerpunkteinsätze gemeinsam mit der Bundespolizei“. Man habe ein Augenmerk auf den Bereich, aber „wir können nicht immer da sein“, bat der Polizeidirektor um Verständnis.

Einige Bürger kritisierten zudem die Parksituation in Dachau-Ost. Ursula Forster sprach die Situation im Ruckteschelweg an. „Es wird immer schlimmer, wir müssen uns raustasten“, schilderte sie die Situation, wenn sie ihr Grundstück verlassen will. Sie gab an, dass ihr vom Ordnungsamt versprochen worden sei, „dass sich was ändert“. Dies sei aber nie geschehen. „Kümmern Sie sich bitte, wenn Sie es versprechen“, konfrontierte sie den OB. „Das ist ungerecht, dass Sie behaupten, dass wir nichts tun“, antwortete Hartmann. Er erinnerte an mehrere Ortstermine mit Forster und mit Vertretern der Polizei und der Straßenverkehrsbehörde. Die Experten seien zu dem Entschluss gekommen, kein Halteverbot einzuführen, da ohne die parkenden Autos dort zu schnell gefahren würde.

Rainer Dobelmann sprach die Verkehrssituation in der Von-Eichndorff-Straße beim Kaufland an. Dort parkten immer mehr Lkw, aber auch Anwohner und Besucher kurz vor der Einmündung, so dass man „keine Sicht mehr hat“. Dies führe oft fast zu Unfällen mit Radfahrern, schilderte Dobelmann. Er fragte an, ob man hier nicht eine „Markierung auf der Straße“ anbringen könne, damit die Lkw nicht mehr „so nahe parken können.“ Ob eventuell sogar ein Halteverbot für Lkw in der Von-Eichendorff-Straße möglich wäre, wollte Dobelmann wissen. Der OB vesprach, die Situation an dieser Stelle zu prüfen. Ebenso wie an allen anderen Stellen, die bei der Bürgerversammlung vorgebracht wurden. Er wies aber darauf hin, dass die Stadt nur in einem „reinen Wohngebiet Handhabe hat“.

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