Millionenpleite eines bekannten Grazer Nobelrestaurants

Das bekannte Grazer Restaurant Glockenspielkeller hat Insolvenz angemeldet. Wie das österreichische Nachrichtenportal „Kurier“ berichtet, stellte die Betreiberfirma MS3 Gastro GmbH ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beim Landesgericht Graz. Graz liegt im Südosten Österreichs und ist die zweitgrößte Stadt des Landes. Von der Pleite sind zehn Mitarbeiter betroffen.

Über eine Million Euro Schulden und deutliche wirtschaftliche Probleme

Laut „Kurier“ hat das Unternehmen rund 1,226 Millionen Euro Schulden, gegenüber Vermögenswerten von etwa 771.700 Euro. Die Gläubiger sollen im Sanierungsverfahren eine Quote von 20 Prozent erhalten. Der Glockenspielkeller war für moderne Interpretationen der steirischen Küche bekannt; ein Vier-Gänge-Menü kostete etwa 69 Euro.

Zehn Mitarbeiter sind von der Pleite des bekannten Restaurants betroffen.
Zehn Mitarbeiter sind von der Pleite des bekannten Restaurants betroffen. (Symbolfoto) Getty Images

Als Ursachen nennt „Kurier“ einen langfristigen Personalmangel, der den täglichen Betrieb eingeschränkt und zu spürbaren Umsatzrückgängen geführt habe. Zudem hätten hohe Ankaufs- und Umbaukosten die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Unternehmens überlastet.

Gescheiterte Rettungsversuche und unklare Zukunft des Standorts

Laut Bericht seien auch interne Maßnahmen und Gespräche mit potenziellen Investoren ohne Ergebnis geblieben. Eine wirtschaftlich stabile Fortführung sei daher nicht mehr möglich gewesen.

Wie es für den Standort in der Grazer Altstadt weitergeht, soll nun im Rahmen des Sanierungsverfahrens geprüft werden. Möglich ist sowohl eine Weiterführung als auch ein Verkauf an neue Betreiber.

Während in Österreich zuletzt mehrere Restaurants in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind, beobachten Branchenkenner ähnliche Entwicklungen auch in Deutschland. Steigende Kosten, Personalmangel und verändertes Gästeverhalten setzen vielen Betrieben zu. Ein Interview der „Hamburger Morgenpost“ zeigt, welche Folgen Experten nun für die deutsche Gastro-Szene erwarten.

Gastronomie im Wandel: Das kommt auf Restaurants und Gäste zu

  • Rückkehr der Sieben-Prozent-Mehrwertsteuer entlastet viele Betriebe, doch laut Üres können nur rund ein Drittel der Gastronomen die Preise tatsächlich senken.
  • Gestiegene Personalkosten belasten die Branche stark: Löhne liegen heute rund 40 Prozent höher als 2019 – ein entscheidender Kostentreiber.
  • Klarer Trend zu Franchise-Konzepten und schnellen, günstigen Formaten: Individuelle Restaurants ohne scharfe Positionierung geraten zunehmend unter Druck.
  • Mittelstand besonders betroffen: Laut Üres werden gerade klassische, unabhängige Gastronomen weiter verschwinden.
  • Erlebnisgastronomie und starke Marken wachsen: Premium-Konzepte sowie digitale und skalierbare Systeme gewinnen an Bedeutung.
Информация на этой странице взята из источника: https://www.focus.de/finanzen/millionenpleite-eines-bekannten-grazer-nobelrestaurants_ae1695cf-27f7-4383-807d-f32554cd3e50.html