3. Bavarian Space Camp in der JuBi Babenhausen

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Satellitenarbeiten im Orbit: Reparieren will auch gelernt sein. Die Teilnehmer wurden an Seilen gesichert „ins All“ geschickt und mussten ohne Sichtkontakt zu ihren Teams Reparaturarbeiten am Objekt verrichten. © Tom Otto

Bereits zum dritten Mal bot die Babenhauser Jugendbildungs- und Begegnungsstätte (JuBi) am ersten Aprilwochenende einen viertägigen Workshop zum Thema Raumfahrt an.

Babenhausen – Mit fachlicher und personeller Unterstützung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen konnten 20 Jugendliche Antworten auf ihre Entdeckerfragen erarbeiten. Für Wissenschaft und Wirtschaft sind Raumfahrtthemen auch in Deutschland schon lange „Objekte der Begierde“. Die Faszination des Weltalls und der Raumfahrt fesselt nicht nur Erwachsene, sondern auch Jugendliche.

Der Babenhauser Markus Hobsch arbeitet als Raumfahrtingenieur bei der DLR in Oberpfaffenhofen und hatte die Idee zum „Space Camp“. Er wollte Jugendliche für die Themen der Raumfahrt begeistern und auch mögliche zukünftige Arbeitsplätze vorstellen. Wissenschaft und Forschung würden leider im hiesigen ländlichen Raum kaum eine Rolle spielen, dabei gäbe es dort große Potenziale, erläuterte Hobsch. Gemeinsam mit dem JuBi-Team wurde ein Konzept erarbeitet, das mit den Mitteln der Erlebnispädagogik handlungsorientiert die Raumfahrt im Team bearbeitet.

Die 20 Jugendlichen zwischen 13 und 16 Jahren konnten während des Workshops simulieren, wie es wäre, als Astronaut „da oben“ zu arbeiten und in einer menschenfeindlichen Umgebung wie dem Weltall zu leben.

3. Bavarian Space Camp: Raumfahrt bietet vielfältige Jobs

Beim „Arbeiten im All“ lernten die Jugendlichen, worauf es ankommt, wenn man Astronauten vom Boden aus Anweisungen erteilen muss. Die Gruppen sollten ihren SpaceTeams „im All“ per Walkie-Talkie – ohne Sichtkontakt – umsetzbare Anweisungen geben, mit denen es galt „Satelliten zu reparieren“. Dabei schwebten die angehenden „Astronauten“ an Seilen gesichert quasi schwerelos unter der Decke der JuBi-Turnhalle.

Flugobjekte über Babenhausen und eine simulierte Mondlandung

Auch Raketen mit Druckluft-Wasserantrieb wurden selbst gebaut, getestet und später dann durch Raketen mit Sauerstoff-Wasserstoffgemisch ersetzt. Diese Flugobjekte mussten zuvor beim Memminger Flughafen angemeldet werden und bekamen aus Sicherheitsgründen auch nur die Zulassung bis zu einer Flughöhe von maximal 100 Metern. Ins All konnten sie damit zwar nicht geschickt werden; in diesem simulierten Fall war es jedoch dennoch geglückt, sie in den Luftraum über Babenhausen steigen zu lassen und sie mittels integrierter Fallschirme wieder zu „bergen“.

Neu war in diesem Jahr die Einrichtung eines Raumfahrt-Control-Centers. Anhand eines Mitschnitts aus dem Lunar-Landing-Control-Centers während der ersten Mondlandung 1969 wurde der damalige „große Schritt für die Menschheit“ simuliert. Dazu wurden im Keller der JuBi über 20 Computer mit unterschiedlichen Aufgaben und Verantwortlichkeiten und sogar Original-Software von damals aufgebaut.

Bavarian Space Camp: Anwärterwerbung

Die Jugendlichen wurden sowohl über ihre Physiklehrer an den Realschulen und Gymnasien in Babenhausen, Krumbach, Buxheim und Neu-Ulm „angeworben“. Ein junger Mann kam – über die Homepage der JuBi – sogar bis aus Pullach ins Unterallgäu. Der aufwendige Workshop wäre ohne die Hilfe von Partnern für die JuBi nicht zu stemmen gewesen, erklärte Leiter Michael Sell. Die Finanzierung wurde durch Mittel des Bayerischen Jugendrings (BJR) gefördert.

Die praktische Umsetzung erforderte ebenfalls ein weit gefächertes Zutun anderer Partner, wie beispielsweise der örtlichen sfb-group, die die praktische Ausstattung mit Satelliten-Bestandteilen, technischem Gerät und Team-Ausrüstung erneut unterstützte.

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