Der mutmaßliche Angriff eines Lehrers auf zwei Schüler in Cottbus ist Thema im Brandenburger Landtag. Der Bildungsminister spricht klare Worte.
Cottbus/Potsdam - Nach dem mutmaßlichen Angriff eines Lehrers in Cottbus auf zwei Kinder hat sich Brandenburgs Bildungsminister Steffen Freiberg (SPD) entschuldigt und Präventionsmaßnahmen angekündigt. „Gewalt gegen Kinder geht gar nicht“, sagte Freiberg am Mittwoch im Landtag in Potsdam. „So etwas darf nicht passieren - und zwar völlig egal unter welchen Umständen.“ Dabei sei eine rote Linie überschritten worden. Die körperliche Unversehrtheit habe oberste Priorität. „Ich kann in dem Zusammenhang (...) nur um Entschuldigung bitten.“
Der Lehrer soll im vergangenen Herbst gegenüber zwei Schülern gewalttätig geworden sein. Das Ministerium hatte den Vorfall bestätigt. Einer der Jungen wurde so stark verletzt, dass er stationär in einer Klinik behandelt werden musste. Laut Polizei erstatteten die Eltern Anzeige. Derzeit laufen Ermittlungen.
Der Minister sagte, die Lehrkraft sei derzeit krankgemeldet „und wird nicht in den Landesdienst Brandenburg zurückkehren“. Dem Lehrer sei das unangemessene Verhalten nach dem Vorfall bewusst gewesen, er habe sich selbst angezeigt. Das Schulamt hatte laut Freiberg eine außerordentliche Kündigung beantragt, der Personalrat habe aber signalisiert, dem nicht zu folgen. Die Suspendierung sei aufgehoben, der Lehrer an eine andere Schule versetzt. „Hier hätte man die Ergebnisse der polizeilichen und staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen abwarten müssen“, sagte er. Bei einer Kundgebung hatten Teilnehmer dem Bildungsministerium Versagen vorgeworfen, dies wies Freiberg zurück.
Nach Angaben des Ministers wurde mit Blick auf die Einschätzung von Schulamt, Schulleitung und Kollegium ein rassistischer Hintergrund als „völlig unvorstellbar“ bezeichnet. Die Lehrkraft habe viele Jahre ohne Beschwerden gearbeitet. „Es ist eine unentschuldbare Reaktion eines Lehrers in einer Unterrichtssituation, die niemals so hätte geschehen dürfen.“ dpa