Stammgäste beschweren sich: Ballermann in St. Alban?

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Die Liegewiese in St. Alban ist seit der konsequenten Mäharbeit durch Peter Kaun frei von Gänsen und Gänsekot. Trotzdem gibt es Beschwerden über den neuen Pächter. © Foto(Montage: Roettig

Jetzt hat Peter Kaun, seit dieser Saison Pächter des früheren Strandbades und jetzigen Freizeitgeländes St. Alban, genug von den Steinen, die ihm eine Gruppe von unzufriedenen Stammgästen in den Weg legt. Er geht anwaltlich dagegen vor.

Dießen/St. Alban – Nicht nur die Wetterkapriolen haben für einen miesen Saison-Start gesorgt. Auch der teils schlechte Bauzustand von Kiosk und Terrasse, der sich erst nach der Übergabe an Peter Kaun offenbarte, erfordert umfangreiche Maßnahmen. Und zu allem Überdruss formierte sich eine Gruppe von meist älteren Stammgästen und Anliegern, die an Peter Kauns Führung des Freizeit- und Badegeländes einiges auszusetzen hat. Vorbeugend stellen sie sich auch gegen geplante Veränderungen. Persönlich trugen sie ihre Beschwerden bei Bürgermeisterin Sandra Perzul vor, untermauert von einer Liste mit 72 Unterschriften.

Ärger über die Öffnungszeiten des Freizeitgeländes St. Alban

„Dagegen ist nichts einzuwenden, das ist ihr gutes Recht“, sagt Peter Kaun dazu. Was ihn aber jetzt zu juristischen Schritten gegen einzelne Beschwerdeführer veranlasst hat, sind Unwahrheiten, Hetze und Verleumdungen gegen ihn, die in sozialen Medien wie Facebook oder Instagram überhandnehmen. Einer der Punkte ist die penibel eingeforderte Öffnungszeit des Bades von 6 bis 22 Uhr. Laut Peter Kaun stehe im Pachtvertrag, dass von 22 Uhr bis 6 Uhr morgens der Aufenthalt auf dem Gelände nicht gestattet sei. „Das bedeutet im Umkehrschluss aber nicht, dass von 6 bis 22 Uhr geöffnet sein muss“, so Kaun. Der Kiosk wiederum ist von 9 bis 20 Uhr geöffnet. Das heiße, manchmal wegen zwei, drei Badegästen bis 22 Uhr das Gelände zu beaufsichtigen. Dass Kaun bisweilen bei nicht so optimalem Wetter oder bei laufenden Umbaumaßnahmen schon gegen 20 Uhr geschlossen hat, nehmen ihm die Beschwerdeführer übel. Das morgendliche Öffnen für Frühschwimmer regelt inzwischen ein Zeitschloss. Abends aber muss nach einem Kontrollgang persönlich abgeschlossen werden, „damit ein paar übermütige Jugendliche nicht Party auf dem Steg feiern“.

Selbst über den angeblich „militanten und aggressiven Stil“ auf einem Hinweisschild hat man sich bei der Bürgermeisterin beschwert. Hier stellt Peter Kaun lediglich klar, dass der Eintritt frei sei und sich Unterhalt und Pflege des 18.000 Quadratmeter großen Geländes nur über den Kiosk finanzieren. Ergänzt von ein paar Regeln wie Hunde nur auf der Terrasse, Fahrräder in den Radlständer oder keine Speisen und Getränke auf dem Steg. Alles Vorgaben von der Marktgemeinde.

Ballermann in St. Alban? Zu viel Verkehr am Seeweg und im Ort befürchtet

Auch dass Kaun den Eingang um ein paar Meter verlegen und vergrößern will, missfällt den Beschwerdeführern. Und der Plan, einen kleinen Biergarten zu etablieren, sorgt geradezu für Entsetzen. Man befürchtet eine „Ballermannisierung“ des idyllischen Badegeländes. Dabei ist das erst nur eine Idee, die der Gemeinderat noch beraten und genehmigen muss. Sogar über den zunehmenden Verkehr mit Autos, E-Bikes und Fahrrädern durch den Ortsteil Lachen und auf dem Seeweg-Süd beklagte man sich bei der Bürgermeisterin. Dabei ist nicht nur das Strandbad der Grund für diesen Verkehr, sondern auch der Campingplatz des Landkreises sowie das Seerestaurant St. Alban. Wenn das gemeindliche Seegrundstück neben dem Restaurant eines Tages wie geplant für die Öffentlichkeit ertüchtigt wird, ist mit noch mehr Freizeitverkehr zu rechnen.

Für Peter Kaun steht aktuell die Sanierung von Kiosk und Terrasse auf der Tagesordnung. Erst nach einem Bodenaustausch und neuer Elektroinstallation kann er die auf seine Kosten bestellte Gastroküche einbauen und damit zur Tagesordnung übergehen. Bis dahin gibt es Pizza, Pommes, Eis, Getränke, Kaffee und Kuchen. Anstatt der maroden Pergola wird über der Terrasse eine Markise montiert.

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