Start für „Helfer vor Ort“ in Altenstadt, Schwabsoien, Ingenried und Schwabbruck

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Zwanzig ausgebildete „Helfer vor Ort“ gibt es inzwischen: Die meisten von ihnen waren beim offiziellen Start vor dem Rathaus in Altenstadt dabei. Hinzu kamen Michael Limbrunner und die Geschäftsführerin des BRK-Kreisverbands Anke Ringel, weitere BRK-Mitarbeiter sowie die Bürgermeister der vier beteiligten Gemeinden. © Ellenberger

Zum Monatsbeginn hat das „Helfer vor Ort“-System (HvO) für die Gemeinden Schwabsoien, Schwabbruck, Ingenried und Altenstadt seinen Dienst aufgenommen. Am Donnerstag kamen dann viele der inzwischen 20 ausgebildeten aktiven HvO zum offiziellen Start vor dem Rathaus in Altenstadt zusammen.

Im Jahr 2023 hatten die Planungen für die Errichtung eines „Helfer vor Ort“-Systems (HvO) für die im Westen des Landkreises liegenden Dörfer begonnen. Im Januar 2025 stellte der Leiter Rettungsdienst des BRK-Kreisverbands Michael Limbrunner das Konzept dem Altenstadter Gemeinderat vor. Dort hatte Bürgermeister Andreas Kögl das System „organisierter Erster Hilfe“ als „eine klasse Sache“ bezeichnet (wir berichteten). Bereits im Jahr zuvor hatte man in Schwabbruck die Initiative ergriffen. Hernach hatten sich die weiteren drei Gemeinden für die Einbindung ausgesprochen.

Helfer vor Ort: Rasch beim Patienten

Die ausgebildeten HvO verfügen über den Fachlehrgang Sanitätsdienst und haben zusätzlich jeweils gut 120 Stunden zur normalen Ausbildung absolviert, berichtete unter anderem Hermann Wertheimer aus Schwabbruck dem Kreisbote. Er ist der Leiter des Arbeitskreises HvO West, dem Landkreisgebiet westlich der B17, Ferner treffen sich die auch von Rettungssanitätern verstärkten Helfer regelmäßig zu Übungsabenden. Und das alles ehrenamtlich. „Ich bin jetzt Rentner und damit zeitlich ungebunden“, so Wertheimer. Unter den HvO seien aber „die allermeisten junge Leute“.

Mit vor Ort war beim offiziellen Starttermin auch das im Wechsel genutzte Einsatzfahrzeug. Dabei handelt es sich um einen davor bereits an einem der länger bestehenden sieben HvO-Standorte Seeshaupt, Peiting, Peißenberg, Wessobrunn Penzberg, Birkland und Huglfing genutzten Ford Fiesta. Der stand während der ersten Tage in Ingenried und hernach in Schwabbruck, um bei Bedarf von den dortigen Helfern eingesetzt zu werden.

Dazu war es während der ersten knapp sechs Tage zwar noch nicht gekommen, dass das aber nicht so bleiben wird, ist den gut ausgebildeten Helfern sehr wohl bewusst. Zu ihrer Fahrzeugausstattung gehören unter anderem eine Sondersignalanlage, Funk- und Ladegerät und einiges mehr. Die medizinische Ausstattung bilden unter anderem ein Notfallrucksack, Sauerstoff und Absaugung sowie Defibrillator und Pulsoxymeter. Hinzu kommen noch ein Handfunkgerät, Blaulicht, Feuerlöscher und Helm.

Ergänzung zum Rettungsdienst: Helfer vor Ort

Die Alarmierung erfolgt für die HvO über einen Funkmeldeempfänger (auch Pager oder Piepser) und in dem Moment, an dem der Disponent den Einsatz anlegt, so Wertheimer, werden die Daten automatisch an das Navi im Auto übermittelt. So sei man laut Wertheimer oft „bereits in zwei bis drei Minuten beim Patienten“. Der Einsatz dort dauere „typischerweise nicht länger als eine Viertelstunde“. Wenn der Rettungswagen „einige Minuten später“ kommt, leiste der HvO bereits die oft lebensrettende qualifizierte Erste Hilfe.

Dies waren auch die Hauptgründe, weshalb der HvO im ländlichen Gebiet den Rettungsdienst ergänzt. Die Initiative hierfür müsse durch die Gemeinden erfolgen, wusste Wertheimer, was seinerzeit zuerst in Schwabbruck so gewesen sei. Mit seinem Hinweis „Die Mischung machts“ spielte er auf die Einbindung professioneller Kräfte bei den Einsätzen an. Daran arbeite man bereits, ließ Altenstadts Bürgermeister Kögl wissen.

Auch die Geschäftsführerin des BRK-Kreisverbandes Anke Ringel nutzte die Gelegenheit, sich bei allen für ihr Engagement zu bedanken. In der Bevölkerung seien die HvO und deren „ehrenamtliche Tätigkeit noch gar nicht so bekannt und auch nicht, dass das Ganze nicht aus öffentlichen Geldern finanziert wird“. Sie hob hervor, dass die hohen Kosten durch Mitgliedsbeiträge und über Spenden finanziert werden. „Jeder der dazu kommt, schadet nicht“, warb sie um weitere Unterstützung.

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