Flüchtlingsheim: Vorbereitungen in Krün angelaufen

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Erste Vorboten: Seit kurzem schafft ein Bautrupp die Voraussetzungen für das Containerdorf, das im Krüner Gewerbegebiet entstehen soll. © Leonhard Habersetzer

Die Zeichen am Ortsrand sind nicht zu übersehen: Im Krüner Gewerbegebiet wird an der Realisierung des Containerdorfs gearbeitet. 50 Migranten sollen dort eine vorübergehende Bleibe finden. Weitere Details wollen Landrat und Rathauschef morgen bei der Bürgerversammlung im Kurhaus preisgeben.

Krün – Dass eine Flüchtlingsunterkunft kommt, das wissen die Krüner seit neun Monaten. Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU) rückte im Februar mit der Sprache heraus. „Das kann unsere Dorfgemeinschaft stemmen“, zeigte sich der Rathauschef seinerzeit überzeugt. In einigen Monaten wird er wissen, ob seine Theorie der Praxis standhält.

Denn inzwischen haben auf dem Gewerbegebiet im Süden des Hauptorts die Arbeiten für ein Containerdorf begonnen. „Die Unterkunft ist für 50 Flüchtlinge ausgelegt“, teilt Stephan Scharf, der Sprecher des federführenden Landratsamts, mit. Mit welchen Nationalitäten in vier, fünf Monaten die rund 2000 Krüner rechnen müssen, bleibt indes unklar. „Woher die Flüchtlinge kommen, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden, da dies vom Zugangsgeschehen abhängt“, erklärt Scharf.

Die Bürgerversammlung am morgigen Donnerstag ist also um einen brisanten Tagesordnungspunkt reicher. Landrat Anton Speer (Freie Wähler), der sich im Kurhaus als Gastredner angekündigt hat, wird zum Thema Migranten sicherlich weitere Details liefer können.

Bislang ist Krün von der Flüchtlingskrise verschont geblieben. Doch schon drei Wochen nach dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine hatte sich der Ort im März 2022 bereit erklärt, auf dem Festplatz im Gries ein Aufnahmelager für Migranten errichten zu lassen. Soweit ist es allerdings nicht gekommen. Vor dem selben politischen Hintergrund hat der Gemeinderat im Frühjahr 2023 in nicht-öffentlicher Sitzung dem Vorhaben des Landratsamts, ein temporäres Containerdorf im Gewerbegebiet anzusiedeln, einstimmig seinen Segen gegeben. An dem Faktor Zeit wird sich die Kreisbehörde messen lassen müssen, immerhin handelt es sich bei den fraglichen 1200 Quadratmetern um verwertbaren Gewerbegrund.

Die Planierarbeiten sollen in dieser Woche trotz des Wintereinbruchs abgeschlossen sein. „In einem nächsten Schritt werden dann noch die für die Unterkunft notwendigen Leitungen verlegt“, erläutert Landratsamtssprecher Scharf. Im Anschluss sollen die einzelnen Container installiert werden. „Geplant ist, die Unterkunft Mitte April beziehungsweise Anfang Mai 2024 in Betrieb zu nehmen.“

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