Bürgermeisterin und Referent hören auf: Trotzdem sind die Grünen in Aufbruchstimmung

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Zwölf Frauen und zwölf Männer finden sich auf der Kandidatenliste der Wolfratshauser Grünen für die Stadtratswahl. © Sabine Hermsdorf-hiss

Trotz prominenter Abgänge geben sich die Grünen in Wolfratshausen kämpferisch. Bei der Aufstellungsversammlung im Wirtshaus Flößerei stellte Bürgermeisterkandidat René Beysel klar: Die stärkste Fraktion soll auch nach der Wahl ihren Platz behaupten – oder sogar ausbauen.

Wolfratshausen– Obwohl mit der noch amtierenden Dritten Bürgermeisterin Annette Heinloth und dem langjährigen Mandatsträger Dr. Hans Schmidt zwei Zugpferde nicht mehr für den Stadtrat kandidieren, gaben sich die Grünen während ihrer Aufstellungsversammlung im Wirtshaus Flößerei optimistisch. Mit sechs Räten beziehungsweise Rätinnen sind sie seit 2020 die stärkste Fraktion im Gremium. „Das gilt es zu verteidigen oder sogar noch auszubauen“, sagte Bürgermeisterkandidat René Beysel. Das Sprecherduo des Ortsverbands, Jennifer Layton und Hans-Georg Anders, äußerte sich nur unwesentlich vorsichtiger. „Ich will mindestens 5 plus x“, sagte Anders.

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Gegenwind für Assunta Tammelleo

Kreisvorstandsmitglied Jovana von Beckerath erläuterte vor der Vorstellungsrunde die nicht ganz unumstrittenen Regularien. Demnach dürfen auf den ersten acht Listenplätzen nur Parteimitglieder stehen. Dagegen protestierte Schmidt, der sich mehr Offenheit wünschte und parteifreie Kandidaten gerne weiter vorne gesehen hätte. Letztlich sprach sich die Mehrheit für die bestehenden Vorgaben aus. Alle ungeraden Zahlen sind auf der Liste für Frauen reserviert.

Die Stadtratskandidaten der Grünen

1. Jennifer Layton, 2. Bürgermeisterkandidat René Beysel, 3. Ines Lobenstein, 4. Hans-Georg Anders, 5. Antje Kohlrusch, 6. Peter Lobenstein, 7. Franziska Markstorfer, 8. Martin Sadler, 9. Assunta Tammelleo, 10. Dr. Jan Reiners, 11. Andrea Beck, 12. Dr. Jens Klein, 13. Rita Wahl, 14. Maximilian Acker, 15. Dietlind Weide, 16. Artur Kornelsen, 17. Eva Greif, 18. Stefan Sandmaier, 19. Lili Doktor, 20 Jaron Pfannenstiel, 21. Justyna Czajka, 22. Dominik Gietl, 23. Katharina Franke, 24. Horst Schnabel.

Bei der Darstellung ihrer Ziele bezeichnete die Jugendreferentin des Stadtrats, Jennifer Layton, die Wiederherstellung der Bergwaldbühne als „Herzensangelegenheit“. Beysel wünscht sich eine „Mitmachkommune“ für alle Bürger und will auch neue Mobilitätskonzepte und die Energiewende berücksichtigen. Soziale Schwerpunkte setzt Ines Lobenstein, die wegen ihres Einsatzes für Obdachlose sowie Asylbewerber einen hohen Bekanntheitsgrad besitzt und somit als eine der aussichtsreichsten Kandidatinnen der Grünen gilt. Ebenso wie die fünftplatzierte Antje Kohlrusch und die siebtplatzierte Franziska Markstorfer bewirbt sich Lobenstein erstmals um ein Stadtratsmandat.

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Gegenwind gab’s für die Stadträtin Assunta Tammelleo, die sich als Parteifreie gegen die von großen Teilen der Grünen unterstützte Aufrüstungspolitik aussprach. Vier von 22 Mitgliedern stimmten gegen eine erneute Kandidatur der Waldramerin. Ein besseres Ergebnis erzielte Dr. Jan Reiners, der als Sprecher des Klimaschutzbündnisses „Wor for Future“ mit einem ungewöhnlichen Geständnis überraschte: „Ich habe früher mal FDP gewählt.“

Anders weist Heinloth besondere Rolle zu

Nahezu debattenfrei gestalteten sich die Vorstellungsrunden der Listenplätze elf bis 24. Der aus dem Stadtrat im nächsten Frühjahr ausscheidenden Heinloth wies Ortsverbandssprecher Anders augenzwinkernd eine besondere Rolle zu: „Ab jetzt bist du die Bürgermeisterflüsterin“, empfahl er der Lebensgefährtin von Beysel.