Schon lange beklagt die Dorfbevölkerung des Starnberger Ortsteils Wangen die gefährliche Verkehrssituation an der zentralen Kreuzung Olympiastraße/Wildmoosstraße. Entsprechende Vorschläge zur Abhilfe dieser Gefahren waren auch aus der jüngsten Bürgerversammlung im Januar hervorgegangen. Der Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss der Stadt Starnberg beschloss nun, zumindest ein ganzes Bündel an Maßnahmen durch das Landratsamt prüfen zu lassen, bis hin zu einem Kreisverkehr.
Wangen – Der sechsteilige Beschluss des Starnberger Ausschusses lautet wie folgt: „Die Verwaltung wird beauftragt, die folgenden Anträge bezüglich der Verkehrssicherheit auf der Olympiastraße beim Landratsamt zu stellen: a) Prüfung einer verkehrsregelnden Maßnahme zur Verbesserung der Sicherheit auf dem gemeinsamen Geh- und Radweg entlang der Olympiastraße; b) Prüfung der Errichtung eines Kreisverkehrs in der Olympiastraße auf Höhe der Kreuzung Wildmoosstraße/Neufahrner Straße/Buchendorfer Weg; c) Prüfung einer Furtmarkierung für den Radfahrer entlang der Olympiastraße beim Queren der Wildmoosstraße; d) Prüfung einer Verlegung/Vergrößerung der Haltestelle ‚Olympiastraße‘ und der Einrichtung eines Wartehäuschens in Fahrtrichtung Starnberg; e) Prüfung der Einrichtung einer Verkehrsinsel an den Ortseingängen der Olympiastraße; f) Prüfung der Einrichtung eines Fußgängerüberwegs auf Höhe der Bushaltestellen ‚Olympiastraße‘.
Die vorliegenden Anträge tragen unter anderem der Situation Rechnung, dass sich Fußgänger und Radfahrer derzeit einen nur 2,40 Meter breiten Geh- und Radweg für beide Richtungen teilen müssen – Mindeststandard wären 2,50 Meter: Auf dem von München kommend in den Ort führenden, leicht abschüssigen Weg sorgt dies immer wieder für haarsträubende Situationen, weil die Radler mit hoher Geschwindigkeit anrollen und Fußgänger gefährden. Man denkt deshalb auch über die Variante nach, den jetzigen „Geh- und Radweg“ in einen Gehweg mit dem Zusatz „Radfahrer frei“ umzuwidmen, was die Radler dazu zwänge, Schritt-Tempo zu fahren, ihnen aber auch gestattete, die Fahrbahn der Olympiastraße innerorts zu benutzen (derzeit hier nicht erlaubt). Wichtigste Verbesserung der Situation im Kreuzungsbereich wäre allerdings ein Kreisverkehr: Dieser könnte einen Durchmesser von 24 Metern haben und eine Mittelinsel aufweisen. Obwohl der Landkreis diese genehmigen müsste (die Olympiastraße ist eine Staatsstraße), blieben die Kosten bei der Stadt Starnberg, auch wenn zahlreiche Auflagen zur Gestaltung des Kreisverkehrs wiederum von der Kreisbehörde kämen.
Weniger Probleme dürften die von Bürgerseite geforderten
Verkehrsinseln an den beiden Ortseingängen bereiten – sie sind bereits grundsätzlich vom Bauausschuss befürwortet. Wann die Maßnahmen indes umgesetzt werden können, steht mal wieder „unter Finanzierungsvorbehalt“ – für die gewünschten Wartehäuschen an den Bushaltestellen sind offiziell bislang noch keine Haushaltsmittel vorgesehen.
Dafür wird von der Stadt für insgesamt sieben neue Straßenlaternen in Wangen Geld locker gemacht: Auf Antrag der Dorfbevölkerung bei der Bürgerversammlung sollen damit Stellen ohne ausreichende Beleuchtung aufgerüstet werden – am Malvenweg, am Kastanienweg (vier Mal) und an der Nußbaumstraße (zwei Mal). Der Beschluss des Umweltausschusses ist insofern bemerkenswert, als der Stadt Starnberg gerade erhoffte Förderzusagen des Freistaats Bayern in Höhe von 611.000 Euro weggebrochen sind: Die Regierung von Oberbayern hatte einen Ablehnungsbescheid geschickt mit dem Tenor, die für die Umrüstung auf LED-Leuchtmittel vorgesehenen Gelder seien „ausgeschöpft“. Starnberg beabsichtigt, insgesamt 1755 Leuchten zu je 667 Euro umzurüsten, was Gesamtkosten von 1,17 Millionen Euro mit sich bringen wird – 260.000 erhofft man sich nun vom Bund, dessen Förderprogramm noch länger läuft. Wann ein solcher Zuschuss kommt, ist momentan allerdings ungewiss. Zu den verbleibenden Kosten von 781.000 Euro kämen nochmals zirka 130.000 Euro für „Planung“ hinzu – CSU-Stadtrat Ludwig Jägerhuber reagierte auf diese Information mit Unverständnis und musste zur Kenntnis nehmen, dass für jede einzelne Straßenlaterne eine eigene Planung vorgeschrieben ist. Ein angepeilter langfristiger Einspar-Effekt bei den Stromkosten wird mithin durch solche Planungsexzesse fast schon wieder aufgefressen.