Es war das Wochenende der Fischerstecher in Wörthsee und Weßling: Hunderte Menschen belagerten die Seeufer in den Gemeinden, es gab mehr Kandidaten als Startplätze, und in Wörthsee toppte ein Feuerwerk die Veranstaltung.
„Wir haben Leute, die kommen aus Münster und Hannover, um dabei zu sein“, sagt Jakob Aumiller, Vorsitzender des Steinebacher Trachtenvereins d‘Donarbichler am nächsten Morgen. „Die legen ihre Urlaube so.“ Irgendwie verständlich. Vor traumhafter Kulisse fand am Samstag das Seefest der d‘Donarbichler statt. Am nächsten Tag war der SC Weßling dran, mit 35 Startern in bunten Kostümen.
Bis in der Früh um 5 Uhr am Sonntagmorgen hatten die Donarbichler die Wiese am Birkenweg aufgeräumt, waren mit Taschenlampen auf und ab gegangen, damit der Badebetrieb am Sonntag normal stattfinden konnte. Obwohl ein bisschen müde, war Jakob Aumiller im Glück. „Es hat alles wunderbar geklappt, und das Wetter war dann auch viel besser, als angesagt.“ Schon am Samstagnachmittag fanden sich die ersten Gäste ein, als um kurz nach 18 Uhr die ersten von insgesamt 16 Startern beim Fischerstechen auf die Planken stiegen, war das Ufer dicht besetzt. Die vergangenen Jahre hatte der Verein immer händeringend um Starter werben müssen. Diesmal aber waren es mehr als 16 Anmeldungen, weshalb zwei zu spät angereiste Münchner im Rahmen eines Vorstechens und unter lautem Jubel auch kurz mal stechen durften. Sieger des Abends war schließlich Thomas Aumiller, der damit seinen Bruder Florian ablöste, dieser war in der zweiten Runde ausgeschieden. Zweiter wurde Christopher Bennett vor Dariush Uchimura und Sabrina Bennett.
In den Ruderbooten saßen Gottfried Aumiller und Florian Gebauer. In den vergangenen Jahren hatten die Starter ihre Ruderer selbst stellen können. „Das hat aber oft gedauert, bis die sich mit den Bedingungen hier zurechtgefunden haben“, sagt Jakob Aumiller. Gottfried Aumiller und Florian Gebauer einzusetzen, habe sich schon im Vorjahr bewährt, und auch jetzt manövrierten sie die Ruderboote mit den Bierbänken und Fischerstechern darauf sehr gefühlvoll durchs etwas unruhige Wasser – umgeben von Gästen am Ufer und auch auf vielen Booten, deren Skipper Moderator Jakob Aumiller immer wieder zu mehr Abstand ermahnen musste.
Die 200 Steckerlfische waren schnell vergriffen, (Aumiller: „Da gibt es Lieferschwierigkeiten wegen der Wassertemperatur, mehr bekommen wir nicht mehr“), und schließlich begann, nach einem herrlichen Sonnenuntergang, das vom Boot aus gezündete Feuerwerk. Jedes Jahr macht dies eine Firma aus München, es muss von der Regierung von Oberbayern und dem Umweltamt genehmigt werden. Dabei handele es sich um ein umweltverträgliches Feuerwerk, von dem lediglich Sägespäne und Zellulose übrig blieben, versichert Aumiller. „Sonst ginge das auch gar nicht.“ Sehr wohl diskutiere man Alternativen, beispielsweise Shows mit Drohnen. „Aber das ist zu teuer.“ Und die Leute würden das Feuerwerk einfach mögen. Die Band „Stürzlhammer“ spielte im Anschluss bis um 3 Uhr zum Tanz, die Nachbarn trugen es mit Fassung.
In Weßling startete das Spektakel des SC am Sonntagmittag nach einer Einweisung und einem Fotoshooting der insgesamt 35 Teilnehmer, davon 19 Männer und 16 Frauen, die sich wieder jede Menge hatten einfallen lassen, was die Kostümierung anging. Da stiegen Meerjungfrauen, Löwen, Einhörner und eine Discokugel auf die Planken. Der Köstümpreis ging an Elfe Verena Klaus, die bei den Frauen auch Dritte wurde. In den Booten saßen Rasso von Rebay und Uwe Beier beziehungsweise Boris Kemeter und Uwe Schneider, einer ruderte, der andere musste sozusagen gegen das Gewicht der Planke und des Wettkämpfers das Boot im Gleichgewicht halten – bei den Windverhältnissen waren die vier gestern echt gefordert.
Bei den Frauen siegte schließlich Anna Haerthy, Zweite wurde Alexandra Beier, die sich wegen fairen Verhaltens nach einem Fehlstoß auch einen Fairplaypreis verdiente. Bei den Männern hielt sich Moritz Beier am besten auf den Planken, gerudert von Papa Uwe, Zweiter wurde Hannes Lindlhuber vor Vorjahressieger Sandy Heidinger. „Es war wieder einfach eine tolle Veranstaltung“, freute sich Niklas Rebhan vom SC Weßling. Die Zuschauerzahl schätzte er auf an die 1000 Menschen. Die vielen SUP-Fahrer, die vom See aus zuschauten, mussten allerdings einige Male zu mehr Abstand ermahnt werden.