Das sind zehn der beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Ulm

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Das Ulmer Münster – mit dem höchsten Kirchturm der Welt. Das Münster ist das Wahrzeichen der Stadt Ulm und natürlich auch der Touristen-Hotspot Nummer eins. © IMAGO/Stefan M. Prager

Ulm ist zwar die Großstadt in Deutschland mit dem kürzesten Namen – und hat doch in Sachen Tourismus viel zu bieten. Wir haben zehn der schönsten Sehenswürdigkeiten zusammengestellt, die bei einem Sightseeing-Trip in der Donaustadt nicht fehlen dürfen.

Ulm - Historie kann Ulm als ehemals freie Reichsstadt sowieso. Daran konnten auch mehrere alliierte Bombenabwürfe in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs ändern. Zwar traf es insbesondere die Ulmer Altstadt schlimm, 81 Prozent der Gebäude wurden zerstört, sodass hier in der Nachkriegszeit einiges an Aufbauarbeit vonnöten war. Dennoch blieben in der sechstgrößten Stadt Baden-Württembergs etliche Ecken soweit erhalten, dass sich die Donaustadt schon in der Nachkriegszeit wieder schnell herausputzen konnte. Zumal das Wahrzeichen der Stadt, das Ulmer Münster, vermutlich bewusst von den britischen Bombern verschont wurde.

Womit wir auch schon beim Thema wären. Die Liste der zehn beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Ulm. Und natürlich kann hier auf dem 1. Platz nur die Kirche mit dem höchsten Kirchturm der Welt stehen.

  • Ulmer Münster

Natürlich steht das Ulmer Münster in dieser Liste ganz oben. Und auch wenn die Sagrada Familia in Barcelona allmählich der Fertigstellung „entgegenwankt“ (gebaut wird bereits seit 1882, aktueller Plan ist die Einweihung im Jahr 2026 anlässlich des 100. Todestags von Antonio Gaudi) und damit der sogenannte Turm Jesus Christus mit dann 172,5 Metern Höhe die katalonische Kathedrale zum höchsten Kirchenbau der Welt machen wird, so wird dem Ulmer Münster mit Sicherheit niemand den besonderen Reiz und vor allem die beeindruckende Ausstrahlung eines so mächtigen Gebäudes jemals wieder nehmen können.

Und das Münster mit seinen fast 162 Metern Höhe wird das sowieso kaum stören: Der einst von der Ulmer Bürgerschaft finanzierte Sakralbau wurde schließlich schon 1890 fertiggestellt. Also dann, als man in Barcelona gerade erst angefangen hatte, an der Sagrada Familia die ersten Steine zu legen. Wobei ehrlicherweise angemerkt werden muss: die Fertigstellung des Ulmer Münsters dauerte auch 513 Jahre. Denn nachdem man bereits 1377 mit dem Bau begonnen hatte, fehlte knapp 200 Jahre später, 1543, das Geld für den Weiterbau. Deshalb ging es erst Mitte des 19. Jahrhunderts endlich damit weiter. Da wird also die Sagrada Familia doch etwas schneller ihre Einweihung feiern können.

Übrigens ist seit Mai die Besteigung des höchsten Kirchturms der Welt wieder bis auf eine Höhe von 102 Metern möglich.

  • Fischer- und Gerberviertel

Auch wenn von der Ulmer Altstadt aus bereits genannten Gründen vergleichsweise wenig erhalten blieb, so gibt es doch noch eine Stelle, wo sich die Donaustadt in Sachen Altstadtcharme besonders herausgeputzt hat: das Fischer- und Gerberviertel. Das Fischerviertel hat alles, was ein Altstadtensemble braucht, um die Menschen in seinen Bann zu ziehen. Dort mündet die Blau (diese entspringt in Blaubeuren im legendären Blautopf, der zu den acht schönsten Sehenswürdigkeiten auf der Schwäbischen Alb zählt) in die Donau, dort gibt es viele Fachwerkhäuser, alte Gässchen und verwinkelte Durchgänge, dazu Brücken und Stege - und mit dem Schiefen Haus sogar das schiefste Hotel der Welt.

Im Fischer- und Gerberviertel lebten und arbeiteten einst vor allem diejenigen Handwerker, die für ihre Arbeit das Element Wasser benötigten. Dazu gehörten die namensgebenden Fischer und Gerber, aber auch Seifensieder oder Müller. Anfang des 20. Jahrhunderts drohte dem Fischerviertel allerdings noch der Verfall, mit dem Zweiten Weltkrieg wurde das Ganze nicht besser.
Erst in den 1970er Jahren begann der Wiederaufstiegs des Ulmer Stadtviertels. Nachdem ein Privatmann die historische Lochmühle und weitere historische Gebäude sanieren ließ, folgten weitere Hausbesitzer seinem Vorbild.. Heute findet man im Fischerviertel vor allem Restaurants, Galerien und kleine Geschäfte.

  • Schiefes Haus

Das muss man einfach mal gesehen haben: das „Schiefe Haus“. Und das nicht nur deshalb, weil es Teil des oben genannten Fischer- und Gerberviertels ist. Sondern weil es seinerzeit seinen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde erhalten hat. Als schiefstes Hotel der Welt. Und natürlich damit auch ein Hotspot ist für viele Touristen, die sich das Ganze auch mal aus der Nähe anschauen wollen. Das Schiefe Haus befindet sich am Fuße der Staufermauer, neben bzw. über der ebenfalls bereits erwähnten Blau. Die Schieflage von neun bis zehn Grad begründet sich in der enorm weiten, schräg unterstrebte Verkragung über der Blau. zurückzuführen. Was heute Blick ziemlich beeindruckend aussieht, musste im 17. Jahrhundert durch eine grundlegende Erneuerung abgefangen werden, da das Haus einzustürzen drohte.

  • Ulmer Rathaus/Rathausplatz

Nicht selten sieht man große Touristengruppen, die sich vor der beeindruckenden Außenfassade des Ulmer Rathauses förmlich auf den Füßen stehen, um die Bemalung aus der Frührenaissance intensiv zu studieren. Die Malereien bilden lehrhafte Darstellungen von Geboten, Tugenden und Lastern ab und stammen tatsächlich „erst“ aus dem Jahr 1900. Tatsächlich sind sie aber auch viel älter, aufgrund der Witterung mussten diese aber immer wieder neu aufgetragen werden. Die ursprüngliche Fassadenbemalung wird Martin Schaffner zugeschrieben, diese wurde 1540 abgeschlossen. Sie gilt als größter Zyklus von Wandmalereien des 16. Jahrhunderts in Deutschland.

Die ältesten Gebäudeteile des Ulmer Rathauses stammen aus dem Jahr 1370, diese wurden aber später abgerissen. Damals gehörten sie noch zum „neuen Kaufhaus“. Ab 1419 wurde das Gebäude dann erstmals als Rathaus bezeichnet.

Eine weitere Besonderheit des Ulmer Rathauses ist die Astromische Uhr. Die Geschichte und Hintergründe zur Astronomischen Uhr kann man auch hier nachlesen.

Dass das Rathaus vor allem von außen zu den faszinierendsten Gebäuden Ulms gehört, hängt mit dem Umstand zusammen, dass es zwar bei Bombenangriffen im Jahr 1944 schwer beschädigt wurde und zu großen Teilen abbrannte. Unversehrt blieben aber weitgehend die Außenfassade samt astronomischer Uhr, das Erdgeschoss und das 1. Obergeschoss des Südflügels.

  • Kloster Wiblingen

Ein barockes Kleinod wird das weitläufige Kloster Wiblingen oft genannt - und das hängt damit zusammen, dass das ehemalige Benediktinerkloster (1093 gegründet und 1806 im Zuge der Säkularisation geschlossen) mit einem eindrucksvollen barocken Bibliothekssaal und der mindestens ebenso außergewöhnlichen Klosterkirche St. Martin. Einen Besuch wert ist auch das „Museum im Konventbau“. Im Mittelpunkt der Ausstellung stellt das Leben der Untertanen im Klosterstaat. Dort erhält man einen lebhaften Eindruck von der Geschichte des Klosters mit seinem ungewöhnlichen Blick auf den Alltag der Menschen, die einst unter der Herrschaft des Klosters lebten.

Eindeutiges Highlight ist aber der imposante Rokoko-Bibliothekssaal mit seinen Fresken und Skulpturen. Er hat die Ausmaße und die verschwenderische Ausstattung eines Festsaals. Architektur, Malerei, Skulptur und Dekor sind das Gesamtkunstwerk eines theologischen und geisteswissenschaftlichen Programms. Besonders bemerkenswert sind die um 1750 vom Bildhauer Dominikus Hermenegild Herberger geschnitzten Figuren.

  • Tiergarten Ulm

Der Tiergarten Ulm ist definitiv eines der beliebtesten Ziele für Familien mit Kindern, die einen Tag voller Erlebnisse füllen möchten. Integriert in die große Parkanlage Friedrichsau (dort fand einst eine Landesgartenschau statt, heute ist sie der größte Park Ulms), lockt der Tiergarten allein mit der Zahl von rund 2000 Tieren die kleinen und großen Besucher aus Nah und Fern an - da dürfte vermutlich für jeden etwas dabei sein.

Ein Highlight des Tiergartens ist definitiv das Donau-Aquarium, worüber an anderer Stelle bereits einmal ausführlich berichtet wurde. Dort können die Besucher die heimische Unterwasserwelt trockenen Fußes in einem gläsernen Tunnel erleben, umschwärmt von in der Donau vorkommenden Fischen. Die Anlage ist einzigartig in Deutschland.

Weitere Bewohner im Innenbereich des Ulmer Tiergartens sind auch Meeresfische, Pfeilgiftfrösche, Schlangen und Echsen, während sich im Tropenhaus Affen, Krokodile und Vögel tummeln. In der Außenanlage gibt es exotische Tiere wie etwa große Laufvögel und Kängurus zu erleben, während nebenan Haus- und Hoftiere vertreten sind, die sogar über den Zaun hinweg gestreichelt werden dürfen durch und über den Zaun erlaubt ist

  • Museum Brot & Kunst - Forum Welternährung

Es ist zwar nicht das einzige Brotmuseum in Deutschland. Aber es ist von seinem Wesen her einzigartig - das Museum Brot & Kunst (früher auch bekannt unter „Museum für Brotkultur“). Gegründet wurde das Museum 1955 vom Unternehmer Willy Eiselen und dessen Sohn Hermann - als weltweit erstes Museum zum Thema Brot. Das Museum Brot & Kunst ein Wissensmuseum, in dem die Bedeutung von Getreide, Brot und Kultur für die Entwicklung der Menschheit aufgezeigt wird.

Inhaltlich behandelt werden dabei natur-, technik- und sozialgeschichtliche Aspekte der Brotherstellung ebenso wie das Verständnis von Brot als Sinnbild für Leben in der jüdisch-christlichen Vorstellungswelt. Vor allem auch der Mangel an Brot bzw. Nahrung in Geschichte und Gegenwart nimmt einen großen Teil der Ausstellung ein. Kunstwerke aus dem 15. bis hin zum 21. Jahrhundert sollen darstellen, wie tief und vielschichtig das Motiv Brot bzw. Getreide in unserer Kultur verankert ist. Über die Epochen hinweg kreisen viele Werke um das Verhältnis von Mensch und Natur, um religiöse und ethische Fragen von Nahrung und Verteilung, und um den Menschen als Teil einer Gesellschaft.

  • Museum Ulm

40.000 Jahre Kunst- und Kulturgeschichte - das bekommt man an anderer Stelle nicht zu sehen. Im Museum Ulm allerdings schon. Dort ist nämlich der weltweit einzigartige Löwenmensch ausgestellt, eines der ältesten Schwitzwerke der Welt, das eine Figur darstellt. Die Mensch-Tier-Skulptur aus Mammutelfenbein ist älter als 40.000 Jahre und wurde in der Stadel-Höhle im nahen Lonetal entdeckt. Seit 2017 ist die Höhle, wie etliche weitere Höhlen auf der Schwäbische Alb, in denen ähnliche Funde gemacht wurden, UNESCO-Weltkulturerbe.

Ein weiterer Schwerpunkt des Museums, das in einem denkmalgeschütze Gebäudeensemble des 16. bis 20. Jahrhunderts untergebracht ist, ist die umfangreiche und herausragende Sammlung spätgotischer Malerei und Skulptur. Hans Multscher, Jörg Syrlin, Michel Erhart und Daniel Mauch machten die damalige Reichsstadt Ulm im 15. und frühen 16. Jahrhundert zu einem der wichtigsten Kunstzentren in Süddeutschland.

Außerdem präsentiert das Museum Ulm die Sammlung des Publizisten und Verlegers Kurt Fried, die die wichtigsten modernen Strömungen künstlerischen Schaffens der USA und Europas aus den 1950ern bis in die 1980er Jahre mit Werken u.a. von Joseph Beuys, Roy Lichtenstein, Gerhard Richter, Mark Rothko und Andy Warhol zusammenfasst.

Hinweis: Das Museum Ulm befindet sich seit April 2023 im Umbau und hat aus diesem Grund vorübergehend geschlossen. Bis zum Ende der Bauarbeiten ist das Museum mit verschiedenen Ausstellungs- und Veranstaltungsformaten in der benachbarten kunsthalle weishaupt zu Gast. Auch der Löwenmensch ist dort ausgestellt.

  • Theater Ulm

Kultur geht in Museen - und selbstverständlich auch im Theater. Wie gut, dass Ulm ein eigenes städtisches Theater hat. Und dann ist es auch noch das älteste städtische Theater Deutschlands. Das erste Ulmer Theater wurde bereits 1641 erbaut, danach folgten weitere Standorte. Der heutige Theaterbau am Herbert-Karajan-Platz wurde schließlich 1969 eingeweiht. Das nach den Plänen des Architekten Fritz Schäfer erbaute Theater hat 817 Sitzplätze und weitere 200 Sitzplätze im Studiotheater Podium im Untergeschoss

Das Theater Ulm ist ein sogenanntes Dreispartenhaus mit Ensembles für Schauspiel, Oper/Operette und Ballett. Wie viele andere Stadttheater auch, ist es eine kulturelle Institution, in der ein sogenannter Repertoirebetrieb möglich ist. Es gibt also meist fest angestelltes Personal und ein künstlerisches Ensemble.

Das Theater wird ganzjährig von den unterschiedlichen Ensembles bespielt - entsprechend dürfte für jeden Ulm-Besucher etwas Passendes dabei sein.

  • Donaustadion Ulm

Zugegeben: Als Fußballstadion ist das altehrwürdige Donaustadion inzwischen sehr in die Jahre gekommen. Im Vergleich zu modernen Fußballarenen fehlt es dem Donaustadion praktisch an allen Stellen an der nötigen Infrastruktur - und doch sind die Ulmer nach wie sehr stolz auf ihr nur unweit der Donau gelegenes Stadion. Weil es als Multi-Sportanlage eben auch schon so manches Leichtathletik-Fest ermöglicht hat (schon mehrfach Austragungsort von Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften). Und weil es zuletzt Schauplatz war von zwei sensationellen Aufstiegen der Fußballprofis des SSV Ulm 1846. Von der Regionalliga Südwest ging es zuletzt hoch bis in die 2. Bundesliga.

Und dort erwartet das Donaustadion, das trotz der Widrigkeiten zur kommenden Saison immerhin eine Rasenheizung erhält und auch an anderen Stellen aus dem Dornrösenschlaf eines 1980er-Jahre-Stadions erweckt wird, ab August etliche hochkarätige Namen des deutschen Fußballs wie den Hamburger SV, 1. FC Köln, Schalke 04 oder Hertha BSC Berlin zu packenden Duellen auf dem grünen Rasen. Und obendrein kommt dann auch noch Bundesliga-Rekordmeister FC Bayern München in der 1. Runde des DFB-Pokals am 16. August an die Donau - also mehr Highlights kann ein Stadion ja kaum erleben.

  • ratiopharm-Arena

Und nochmal so ein Ort für Großevents. Aber das hat auch seine Berechtigung. Schließlich ist die ratiopharm-Arena - auch wenn sie eigentlich im benachbarten bayerischen Neu-Ulm steht - für viele Ulmer und auch Besucher von weiter weg des öfteren eine Reise Wert. So tragen zum Beispiel die Bundesliga-Basketballer von ratiopharm Ulm dort ihre Heimspiele aus - und wer ein solches Event stimmungstechnisch noch nicht erlebt hat, dem sei dies an dieser Stelle absolut ans Herz gelegt. Zumal die Ulmer Basketballer in der jüngeren Vergangenheit auch äußert erfolgreich ihrem Sport nachgehen: In der Saison 2022/23 wurde ratiopharm Ulm erstmals in der Vereinsgeschichte Deutscher Basketballmeister.

Wie alle modernen Multifunktionsarenen wird die ratiopharm Arena aber auch für weitere Events wie Konzerte, Comedian-Auftritte, Messen und Ausstellungen sowie weitere Sportveranstaltungen genutzt. So geben sich allein in diesem Jahr unter anderem noch bekannte Namen wie Carolin Kebekus, NENA, Melissa Naschenweng, Deichkind oder J.B.O. in Neu-Ulm die Ehre.

Wem all diese Tipps immer noch nicht reichen: Auf der „Tourismus“-Homepage der Stadt Ulm gibt‘s noch viele weitere Tipps, was man in Ulm, um Ulm und Ulm herum schon alles erleben kann.

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