Der letzte Heimauftritt der Forster Fingerhakler liegt schon einige Jahre zurück. 2006 waren sie zuletzt im Bayerischen Hiasl im Einsatz. Damals war die Traditionsgaststätte mitten im Wessobrunner Ortsteil noch bewirtschaftet. Für die Meisterschaft des Ammer-Gaus öffnete es zur Freude der Forster aber wieder seine Pforten.
Forst – „Das Interesse ist riesig“, freute sich Hans-Jörg Reßler, der Chef Ammer-Gauer, beim Heimspiel in seiner Heimatgemeinde. 71 Fingerhakler von vier bis fast 60 Jahren und dazu weit über 100 Zuschauer durften die ausrichtenden Fingerhakler vom Verein Peißenberg-Forst begrüßen. Neben den Gastgebern kämpften auch die Hakler aus Pflugdorf-Stadl und Antdorf-Eberfing um die Platzierungen in den verschiedenen Klassen, um sich für die bayerischen Meisterschaften zu qualifizieren.
Große Bereitschaft zur Mithilfe
„Wir wollten unbedingt was bei uns zuhause machen, weil wir gerade sehr viel Aktive im Nachwuchs haben“, berichtete Reßler, der sich auch über die große Bereitschaft zur Mithilfe bei der Meisterschaft freute. „Die Bewirtung haben wir selber gestemmt, weil sich sehr viele Helfer gefunden haben“, so Reßler mit Blick auf die rund 20 Frauen und Männer aus dem Verein, die für einen reibungslosen Ablauf und die Verköstigung sorgten. „Auch die örtlichen Vereine haben uns mit Geschirr oder ähnlichem unterstützt“, sagte Reßler.
Auf der eigens aufgebauten Bühne im Saal ging es dann über vier Stunden zur Sache. Nach den Duellen im Nachwuchs waren die Teilnehmer in der Altersklasse und in den verschiedenen Gewichtsklassen bei den Erwachsenen gefordert. Für den Start in der Leichtgewichtsklasse durften die 70 Kilogramm nicht überschritten werden. Im Mittelgewicht waren 80 Kilo die Grenze und beim Halbschwergewicht 90 Kilo. Alles darüber hinaus ging im Schwergewicht an den Start.
Das Ritual vor dem Hakler-Duell am Kampftisch lief bei vielen Teilnehmern, die oft in Tracht oder Lederhosen erschienen, ähnlich ab: Hut zur Seite legen, Hosenträger runter, Knie am Tisch einklemmen und auf das Startsignal des Kampfrichters warten. Danach ging es meist recht schnell. Viele Kämpfe dauerten nur einen Augenblick, bis einer der Hakler über den Tisch gezogen wurde oder der Lederring aus dem Finger rutschte. „Da ist schon brutale Kraft dabei“, räumte ein Teilnehmer ein, nachdem er mit aufgeplatzter Haut und blutigem Finger vom Podium stieg. „Das gehört dazu und verheilt wieder“, nahm er die Blessur gelassen hin.
Kleine Blessuren gehören dazu
Bei zwei Niederlagen war der Bewerb, der im Modus Doppel-K.O. ausgetragen wurde, vorbei. Sehr erfolgreich schlugen sich die Gastgeber von Peißenberg/Forst, die mehr als die Hälfte der Teilnehmer stellten. Mit 63 Punkten holten sie sich den Mannschaftssieg vor Pflugdorf/Stadl (33) und Antdorf/Eberfing (15). Hans-Jörg Reßler holte sich zudem den Sieg im Schwergewicht, ebenso wie sein Vereinskollege Florian Obholzer im Mittelgewicht. Stefan Reßler von den Gastgebern hatte im Leichtgewicht die Nase vorne. Darüber hinaus gab es für Peißenberg-Forst zahlreiche weitere Podestplätze bei den Erwachsenen und beim Nachwuchs. „Unterm Strich war es eine absolut gelungene Veranstaltung“, bilanzierte Ammer-Gau-Chef Hans-Jörg Reßler zufrieden.