Ein Antiquitätenladen in Lübeck geht neue Wege. Der Besitzer verlangt ein Eintrittsgeld von den Kunden – zu seinem Schutz.
Lübeck – Ohne ein Überwachungssystem sind Geschäfte anfällig für Ladendiebstähle. Diese Erfahrung musste auch der Besitzer eines Antiquitätenladens in Lübeck machen. Weil ihm die Diebstähle zu häufig wurden, wusste er sich mit einem Trick zu helfen.
Auch andere Geschäfte klagten in diesem Jahr bereits über Zunahmen bei Diebstählen. In Twistringen ermittelte die Polizei aufgrund einiger Fahrrad- und Ladendiebstähle.
Nach Ladendiebstählen: Antiquitäten-Geschäft führt Eintrittsgeld ein
Um in sein Geschäft „Antik & Art“ in Lübeck zu gelangen, müssen Kunden dort mittlerweile einen Euro für den Eintritt zahlen. Auf vor dem Geschäft aufgestellten Schildern werden Interessenten darauf hingewiesen, dass das Eintrittsgeld aufgrund zunehmender Ladendiebstähle unabdingbar geworden sei. Immerhin: Wie der Ladenbesitzer angibt, wird der gezahlte Euro bei einem Kauf von Antiquitäten auf den Kaufpreis angerechnet.
Gegenüber bild.de berichtete der Ladenbesitzer: „In den vergangenen Jahren wurde bei mir zwei- bis dreimal im Monat etwas geklaut. Das war zu viel. Ich kann allein den ganzen Laden nicht überwachen, ich musste mir etwas einfallen lassen.“ Zunächst sei demnach eine Lampe entwendet worden, nur kurze Zeit später habe ein Kind vier Uhren geklaut. Beide Diebstähle habe der 80-Jährige nicht verhindern können, ein Alarmsystem gäbe es schlichtweg nicht. Auch eine Combi-Filiale in Niedersachsen geht fortan strikter gegen Diebstähle vor.
Eintrittsgeld für Geschäft: Negative Bewertungen auf Google häufen sich
Der Ladenbesitzer selbst zeigte sich zufrieden mit seiner Idee, berichtete aber selbst, dass viele Leute nicht gerade angetan von der Eintrittsgebühr wären. „Junge Leute sind empfänglicher dafür und haben mehr Verständnis“, zitiert ihn bild.de. Vor allem bei den Bewertungen des Antiquitätenladens auf Google kommt aber einige Kritik zusammen, dort können dem Eintrittspreis nur wenige Leute etwas abgewinnen.
„Der Typ hat Einzelhandel richtig drauf! Warum soll ich einen Euro Eintritt zahlen, um den teilweise dargebotenen Müll anzusehen, geschweige denn zu kaufen“, schrieb ein Nutzer in derbem Tonfall. Andere gaben an, bereits an der Tür abgewiesen worden zu sein. „Der Besitzer war unverschämt. Wir wurden aus dem Laden geschmissen, weil er gefragt hat, wie viel wir ausgeben wollen und ihm der Preis nicht gepasst hat.“ Wieso auch fürs Stöbern gezahlt werden muss, blieb der hauptsächliche Knackpunkt: „Wieso sollten wir für den Eintritt einen Euro bezahlen, ohne etwas zu kaufen.“
Auf Anfrage von IPPEN.MEDIA war der Ladenbesitzer bis Dienstagnachmittag (26. November) zunächst nicht erreichbar. Unterdessen musste in Bremen kürzlich ein Traditionsgeschäft nach 20 Jahren für immer schließen. (rd)