Die Kalkofenstraße hätte heuer generalsaniert werden sollen. Die Kosten wurden auf 600 000 Euro geschätzt. Nun beschloss der Wackersberger Gemeinderat unter Ausschluss der Öffentlichkeit kurzfristig das Projekt auf Eis zu legen.
Wackersberg – Die Generalsanierung der Kalkofenstraße in Arzbach stand für dieses Jahr groß auf der Agenda der gemeindlichen Bauvorhaben in Wackersberg. Der Gemeinderat befasst sich bereits seit Längerem mit dem Thema. Es gab eine Anliegerversammlung und auch ein Ingenieurbüro war schon beauftragt (wir berichteten). Jetzt ist die auf Kosten von 600 000 Euro geschätzte Straßensanierung allerdings vorerst ad acta gelegt. Das bestätigt der Wackersberger Bürgermeister Jan Göhzold auf Rückfrage unserer Zeitung. „Ja, wir haben uns in einer nicht öffentlichen Gemeinderatssitzung nach der Anliegerversammlung und diversen Gesprächen mit Anwohnern dazu entschieden, die Sanierungsmaßnahmen erstmal zu schieben.“
Manche Anlieger wären mit Rückbauten konfrontiert gewesen
Die Kalkofenstraße, die vom Arzbacher „Kramerwirt“ in der Form eines halben Vierecks am Kindergarten entlang bis zur Kapelle führt, weist viele Mängel auf. „Irgendwann steht es auch an, da kommen wir nicht drumherum“, sagt Göhzold. „Allerdings waren einige Anlieger der Meinung, dass es zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht nötig ist.“ Es habe zum einen Gespräche bei der Anliegerversammlung gegeben, zum anderen auch mit Anwohnern, die Grundstücke der Gemeinde mitnutzen und hier Rückbauten hätten tätigen müssen.
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„Das Verständnis für die Sanierungsmaßnahmen war größtenteils da, auch von denen, die etwas rückbauen müssen, es wurden parallel aber einige Stimmen laut, dass die Straße noch ein paar Jahre in der Form halten könnte.“ Eine Befürchtung mancher Anlieger ist laut Göhzold, dass bei einem Ausbau und einer Reparatur der Straße Autofahrer schneller fahren würden.
Gemeinderat beschließt in nicht-öffentlicher Sitzung Aufschub der Generalsanierung
„Ich habe mich nach den Gesprächen dazu entschieden, die Bitte um Aufschub der Maßnahme nochmal mit den Gemeinderäten zu diskutieren.“ Dies fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Als Begründung dafür nennt Göhzold auf Rückfrage die „Kurzfristigkeit der Angelegenheit“. In der nicht öffentlichen Sitzung habe Einvernehmen unter den Räten geherrscht, dass die Straßensanierung noch ein paar Jahre geschoben werden könne, so Göhzold. „Wie lang das so noch handhabbar ist, müssen wir sehen.“ Er selbst könne mit der Entscheidung „gut leben“. Die Anlieger seien bereits per Brief über informiert worden.