Wegen Trump-Zöllen: Hersteller von Jim Beam setzt Produktion für ein Jahr aus

Bei Jim Beam in Kentucky wird im kommenden Jahr kein Whiskey produziert. Das Unternehmen wolle die "Gelegenheit nutzen, um in Standortverbesserungen zu investieren“, heißt es in einem Statement gegenüber dem britischen Rundfunk BBC am Sonntag.

Jim Beam setzt Whiskey-Produktion für ein Jahr aus

Dem Bericht nach blicken die Brennereien in Kentucky auf eine ungewisse Zukunft - in Teilen wegen der Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump. Weiter hieß es vonseiten der US-Brennerei, das zum japanischen Unternehmen Suntory Global Spirits gehört: "Wir überprüfen ständig unsere Produktionsmengen, um der Nachfrage der Verbraucher bestmöglich gerecht zu werden, und haben uns kürzlich mit unserem Team getroffen, um unsere Mengen für 2026 zu besprechen."

Die Firma sei mit der Gewerkschaft in Gesprächen darüber, wie man die Arbeitskräfte während der Pause einsetzen werde. Weitere Betriebe des Unternehmens in Kentucky sollen von der Produktionspause bei Jim Beam unberührt bleiben.

Eine Flasche Jim Beam mit einem Glas.
Eine Flasche Jim Beam mit einem Glas. IMAGO / Pond5 Images

Kosten durch Steuern auf Lagerfässer explodieren

Hinzu kommt für die Brennereien ein weiteres Problem: Weil die Unternehmen für eingelagerte Fässer eine Steuer bezahlen müssen, explodieren die Kosten. Laut der Branchenvereinigung Kentucky Distillers' Association (KDA) lagern 16,1 Millionen Fässer in den Depots der Brennereien - zum Teil auch als Resultat einer Überproduktion zu Corona-Pandemiezeiten. 

Die Unternehmen müssen dafür Steuern von 75 Millionen US-Dollar zahlen - ein Anstieg um 163 Prozent im Vergleich zu vor fünf Jahren. Wie es in einer Mitteilung der KDA heißt, hätten die "anhaltende Unsicherheit hinsichtlich der Zölle, der Wettbewerb um Freizeitausgaben, die sich häufenden Steuern und der Generationswechsel beim Alkoholkonsum" zu einem Rückgang der Verkäufe und zu einem Einbruch der Exporte geführt.

Exportabsatz leidet unter Trumps Kanada-Drohungen und Zollpolitik

Die US-Brennereien haben in den vergangenen Jahren vor allem im Export neue Märkte erschlossen und Wachstum vorangetrieben. Die Trump-Zölle gefährden diese Entwicklung massiv. So hatte im Zollstreit mit der Europäischen Union die EU-Kommission Gegenzölle unter anderem auf US-Whiskey angekündigt. In Kanada hat die aggressive Rhetorik Donald Trumps zu einer möglichen Annexion Kanadas als 51. US-Bundesstaat zu einer patriotischen Welle geführt. Viele Kanadier boykottierten daraufhin US-Waren. Das machte sich auch in deren Umsatzzahlen bemerkbar. Die US-Spirituosenexporte nach Kanada sind laut dem Halbjahresbericht des Rates für destillierte Spirituosen der Vereinigten Staaten im zweiten Quartal 2025 um 85 Prozent eingebrochen und fielen unter 10 Millionen US-Dollar. Kanadischer Whisky hingegen verzeichnet neue Absatzrekorde.

Die Vereinigung der Brennereien von Kentucky erklärte bereits im Oktober, was für ihre Unternehmen Priorität habe. "Ein Großteil der Expansion in den letzten zehn Jahren war auf globales Wachstum ausgerichtet", erklärte die KDA und forderte eine "rasche Rückkehr zu gegenseitigem, zollfreiem Handel".