In den drei Isartaler Pfarrgemeinden setzt sich der Personalumbruch mit voller Wucht fort. Nach Pfarrer Michael Wehrsdorf, der nun seinen Ruhestand genießt, wird in Kürze Pfarrvikar Korbinian Wirzberger seine Zelte abbrechen (müssen). Auch die Zukunft von Pater Cezary Liwinski ist unklar.
Nur zu gerne würde Pfarrvikar Korbinian Wirzberger (41) wissen, was Mutter Kirche mit ihm vorhat. „Ich habe keine Ahnung, ich weiß überhaupt nichts“, bestätigt der gebürtige Garmisch-Partenkirchner ohne Umschweife. Seit bald vier Jahren wirkt der leutselige und bodenständige Werdenfelser als Pfarrvikar in den drei Isartaler Pfarrgemeinden Mittenwald, Krün und Wallgau. Als verlässliche Stütze von Pfarrer Michael Wehrsdorf (70), der sich Ende August in den Ruhestand verabschiedet hat, kümmerte er sich um das Seelenheil von knapp 6000 Katholiken im Oberen Isartal. Auf der Beliebtheitsskala der Einheimischen rangiert Wirzberger ganz oben.
Trotzdem muss er schon bald diesen für ihn Sehnsuchtsort verlassen. Das wurde ihm von Seiten der übergeordneten Erzdiözese München-Freising schon im Zuge des Wehrsdorf-Abschieds mitgeteilt. Doch das war‘s auch schon an Information. „Ich weiß, dass ich dieses Jahr noch die Stelle wechseln soll“, teilt Wirzberger mit. „München hat vielleicht einen Plan – ich nicht.“ Ursprünglich hieß es, er solle sozusagen als geistige Vorbereitung auf sein neues Amt von Mitte Oktober bis Mitte November in Exerzitien gehen. „Das wird langsam knapp.“
Flexibilität gefordert
Und was sagen seine Dienstherrn? „Aktuell wird der künftige Einsatz von Herrn Wirzberger final geklärt, voraussichtlich Mitte bis Ende Oktober wird es eine entsprechende Vermeldung geben können“, teilt eine Sprecherin des Ordinariats mit. Anders als in weltlichen Berufen muss man als Angestellter bei der katholischen Kirche offenbar sehr flexibel sein.
Auch der Salesianer-Pater Cezary Liwinski (56) – seit 2018 von seinem Orden für das Obere Isartal abgestellt – hängt im Zuge der seit Monaten schwelenden Personaldebatten völlig in der Luft. „Ich weiß wirklich nichts“, beteuert der gebürtige Pole. Nichts liegt ihm vor, schon gar nicht etwas Schriftliches. „Weder vom Ordinariat noch vom Orden.“
Während die Zukunft seines Amtsbruders Wirzberger nun langsam konkreter wird, liegt in der Causa Liwinski noch einiges im Diffusen. Beispielgebend dafür ist die Antwort aus dem Ordinariat: „Bezüglich des künftigen Wirkens von Pater Liwinski SDB laufen momentan Gespräche zwischen dem Provinzialrat und dem Generalvikariat, eine Entscheidung wird zu gegebener Zeit kommuniziert.“ Transparenz und Basisnähe hören sich irgendwie anders an.