Schüsse, Drogen, Fake-Notruf: Polizei an Silvester „gut beschäftigt“

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Auch mit Schreckschusspistolen wurde geschossen. (Symbolfoto) © Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Mehrere Waffen-, Drogen- und Sachbeschädigungsdelikte haben die Silvesternacht im Landkreis Ebersberg geprägt. In ihrer Bilanz berichten die Polizeiinspektionen Poing und Ebersberg von ihren Einsätzen.

Ebersberg/Poing – Nach eigenem Bekunden waren die Beamten „gut beschäftigt“, so heißt es im Nachbericht.

Junge Männer ballern mit Schreckschusswaffen

Am späten Silvesterabend, gegen 21.50 Uhr, hantierten in Poing im Bereich des Bürgerhauses mehrere Heranwachsende mit Schreckschusspistolen und gaben auch Schüsse ab. Wie die Polizei mitteilt, konnten insgesamt fünf junge Männer angetroffen werden. Bei ihnen fanden die Beamten zwei Schreckschusspistolen samt Munition. Da keiner der Beteiligten den erforderlichen „Kleinen Waffenschein“ oder eine Schießerlaubnis vorweisen konnte, wurden Waffen und Munition sichergestellt. Laut Polizei werden nun Ermittlungen wegen eines Vergehens nach dem Waffengesetz eingeleitet.

Frau wählt Notruf – und wird selbst angezeigt

Gegen 23 Uhr wählte eine junge Frau aus Kirchseeon den Notruf und teilte der Integrierten Leitstelle in Erding mit, sie habe zuhause Drogen und Alkohol konsumiert und benötige nun Hilfe. Als Polizei und Rettungskräfte an der Wohnung eintrafen, öffnete jedoch niemand, sodass die Tür durch die Einsatzkräfte geöffnet werden musste. In der Wohnung wurde niemand angetroffen. Später konnte die Frau kontaktiert werden; sie entschuldigte sich laut Polizei für ihr Verhalten. Sie erhält eine Anzeige wegen Missbrauchs von Notrufen und muss zudem für die Kosten des Polizei- und Rettungseinsatzes aufkommen.

Um 0.15 Uhr kam es in Vaterstetten in der Heinrich-Marschner-Straße zu einer weiteren Sachbeschädigung: Ein 20-jähriger, augenscheinlich alkoholisierter Mann schoss gezielt mit Silvesterraketen auf ein Verkehrsschild und beschädigte dieses. Die verbliebenen Raketen wurden dem jungen Mann abgenommen. Ihn erwartet nun ein Strafverfahren wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung; der entstandene Schaden wird nach Polizeiangaben auf rund 600 Euro geschätzt.

Verkehrsschild beschossen, Mülleimer zertreten – und eine Drogenfahrt

Ebenfalls in Vaterstetten, im Fichtenweg, wurde eine Entsorgungsanlage für Hundekottüten beschädigt. Bislang unbekannte Täter dürften das Behältnis mit kräftigen Fußtritten von der Halterung getreten haben, sodass es abbrach. Der Sachschaden beläuft sich laut Polizei auf etwa 200 Euro. Ein Anwohner hatte in diesem Bereich zwischen 19 und 20 Uhr verdächtige Geräusche wahrgenommen.

Bereits am Abend des 31. Dezember 2025, gegen 18.00 Uhr, kontrollierte die Polizei auf der Ortsverbindungsstraße zwischen Parsdorf und Neufarn eine 53-jährige Fahrerin eines VW-Golf, nachdem diese zuvor durch langsame Fahrweise aufgefallen war. Während der Kontrolle stellten die Beamten deutlichen Cannabisgeruch aus dem Fahrzeuginnenraum fest. Laut Polizei gab die Fahrerin den Konsum von Cannabis zu, ihre Weiterfahrt wurde umgehend unterbunden. Bei der 53-Jährigen wurde eine Blutentnahme durchgeführt, um den genauen Drogenwert im Blut zu bestimmen. Sie muss nun mit einer Anzeige wegen Fahrens unter Drogeneinfluss rechnen.

Außerdem begleiteten die Polizeibeamten der beiden für den Landkreis Ebersberg zuständigen Inspektionen Poing und Ebersberg zahlreiche, vor allem feuerwerksbedingte Feuerwehreinsätze um den Jahreswechsel, darunter einen Großeinsatz bei Ebersberg.